dias aus der hüfte mit der Agfa Sensor Optima 200. der weg zur und von der arbeit. im regnerischen september.

Film: Fuji Sensia II 100
Kamera: AGFA Sensor Optima 200
Zeit: 09/2020
Entwicklung: dm, Garbatyplatz 2 (1,95 €)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

bekanntlich habe ich dieses jahr nach über zehn jahren wieder mit analoger fotografie angefangen. etliche filme sind belichtet und es gibt eine eigene kategorie. begonnen hat es im frühjahr mit corona, nach dem herumlungern im homeoffice mussten die abendlichen spaziergänge mit aktivität gefüllt werden. eine kamera musste her, was besonderes. die gebrauchtpreise der Nikon F5 sind leider immer noch sehr hoch, also den vorgänger gekauft, die Nikon F4. ein monster, ein ziegelstein. nichts für die handtasche, diese kamera hast du nicht zufällig dabei, du schleppst sie bewußt mit dir rum.

die erste war im eimer, nach etwas herumreparieren in einzelteilen verkauft und ein bisschen plus gemacht.

die zweite war ein volltreffer, einwandfrei in ordnung und gut in schuss. nach etlichen filmen wieder verkauft, weil ihrer vorteile nicht ganz zu meinen ansprüchen an meine fotografie passen. irgendwann noch eine dritte gekauft, die war vollkommen tot, wieder in einzelteilen verkauft, satt gewinn gemacht.

aber was fasziniert an einer über 30 jahre alten kamera? sie steht zwischen ihren manuellen vorgängern und den späteren automaten, die aussehen wie digitale spiegelreflexen. es gibt keinen display, keine menustruktur, alle einstellungen werden mit knöpfen vorgenommen. und so absurd es auch klingt, damit sind ein großteil aller situationen abgedeckt. sie kann vollautomatisch arbeiten, das macht sie sehr gut. sie hat autofocus, etwas träge und ungenau, aber funktioniert. und sie zieht bis zu 5 bilder in der sekunde durch. braucht heute kein mensch mehr, damals eine sensation. das zusammenspiel von massig elektronik mit mechanischer präzision und hoher verarbeitungsqualität lässt die sogenannten plastikbomber der 90er alt aussehen.

und natürlich das auslösegeräusch und der filmtransport, heimliches belichten ist nicht möglich, sie schreit nach aufmerksamkeit. sie will benutzt werden, in der vitrine laufen ihr nur die batterien aus. der griff MB-21 macht sie zur Nikon F4s und mit dem liegt sie super in der hand. ihr hohes gewicht sorgt auch für verwacklungsfreie bilder. das filmeinlegen ist idiotensicher, kein lästiges gefummel, einfach rein, film bisschen rausziehen, zuklappen, auslösen, bereitschaft.

bilder mit der Nikon F4s:

vorher im blog:

die neue Zorki 4 / Зоркий-4 mit dem kodak tmax p3200. zeit/blende ist geschätzt. kamera braucht ein bisschen eingewöhnung, aber bedienung und handling machen großen spaß.

Film: Kodak T-MAX P3200
Kamera: Zorki 4
Zeit: 10/2020
Entwicklung: Adox Rodinal 1+25 7min
Scan: Epson Perfection V330 Photo

launige bilder vom arbeitsweg durch pankreich mit der beroquick. die tiefe sonne im herbst lädt zu experimenten mit schatten ein.

Film: Agfa Vista Plus 200
Kamera: beroquick electronic
Zeit: 09/2020
Entwicklung: dm, Garbatyplatz 2 (3,83 €)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

ein lazy sunday. ein trüber, verregneter sonntag im september. trotzdem einen ganzen film belichtet und entwickelt. es sind ja die kleinen dinge um die ecke, die photographisch interessant sind. die alltäglichen, an denen wir normalerweise achtlos vorbei gehen.

die beroquick electronic ist die exportversion der gleichnamigen beirette. gebaut wurde sie mitte der achtziger von VEB Pentacon Dresden – Werk Freital, da bin ich ganz in der nähe aufgewachsen. man muss iso und blende vorwählen, die kamera stellt dann die zeit selbst ein. das klappt erstaunlich gut und die bilder werden häufig knackig scharf. ein paar sind überbelichtet, hätte nicht sein müssen, lag an mir.

Film: Agfaphoto APX 100 4674-11
Kamera: beroquick electronic
Zeit: 09/2020
Entwicklung: Adox Rodinal 1+50 12min 20°
Scan: Epson Perfection V330 Photo

jedem anfang wohnt bekanntlich ein zauber inne1, in brandenburg hingegen entstehen aus gescheiterten großprojekten noch größere merkwürdigkeiten. seit 16 jahren ist die einstige luftschiffhalle nun schon ein tropischer freizeitpark. inzwischen betrieben von einem spanischen unternehmen und gut besucht. corona gibts hier nicht mehr, keiner trägt maske, nur badesachen. es ist alles ein bisschen viel und durcheinander, zu teuer und teilweise absurd. muss man mal gesehen haben, dann reichts aber auch.


  1. Hermann Hesse: Stufen, 1941 []

unterwegs in pankreich mit der AGFA Sensor Optima 200 aus den 70ern. belichtung sieht gar nicht so schlecht aus, dafür dass die kamera das ohne batterien und ohne zeit- oder blendenvorwahl alleine regelt. das objektiv hat herrliche verzeichnungen, jedem lomographen sollte das herz aufgehen.

Film: Agfaphoto APX 100 4674-11
Kamera: AGFA Sensor Optima 200
Zeit: September 2020
Entwicklung: Adox Rodinal 1+50 9min 22°
Scan: Epson Perfection V330 Photo

ca. frühjahr 2001, ich bin frisch in berlin und wandere umher. ich habe zeit, nur einen ollen callcenterjob oben in weißensee und spare das bvg-ticket. die ersten sonnenstrahlen des jahres erwärmen die raue luft. eine frau mit dunkler hautfarbe steht an der ampel, augen geschlossen und genießt sichtlich die sonne. es ist ein kurzer und flüchtiger moment, augenblicke nur. gleich wird ja grün und das leben geht weiter. aber ich muss öfters daran denken, dieser kleine moment ist berlin für mich. und natürlich gibt es kein bild davon, weil ich da noch gar keine bewußte kamera hatte. nur diese kompakte billigknipse, die wir alle hatten und für die heutzutage erstaunliche preise bezahlt werden. aber das ist eine andere geschichte.

samstäglicher spaziergang um den kollwitzplatz, wasserturm, wochenmarkt. der fomapan 200 ist ein gutmütiger, zuverlässiger tschechischer film, macht spaß mit ihm. war letztens schon im einsatz, da kaufe ich noch ein paar rollen. der elefant ist eine doppelbelichtung.

Film: Foma Fomapan 200 Creative
Kamera: Nikon F100
Zeit: September 2020
Entwicklung: Adox Rodinal 1+50 8min 20°
Scan: Epson Perfection V330 Photo

sechster und letzter teil der kleinen serie mit den abgelaufenen filmen (siehe auch teil 1, teil 2, teil 3, teil 4 und teil 5). ich bin noch nicht überzeugt. der rauscht so übertrieben und ich kann mir immer noch keinen einsatzzweck vorstellen.

Film: Kodak T-MAX P3200 (TMZ 5054) abgelaufen am 09/1989 - belichtet bei ISO 800
Kamera: Nikon F100
Zeit: September 2020
Entwicklung: Adox Rodinal 1+24 7min 19°C
Scan: Epson Perfection V330 Photo

wir stehen am dresdner altmarkt an historischer bausubstanz. ist es ein mensch oder eine puppe? ein superheld vielleicht oder nur sein kostüm. die milchige scheibe verbirgt die wahrheit. der fensterrahmen ist golden, so dass es ein bisschen wie ein gemälde wirkt. irgendwas düsteres romantisches, vielleicht von caspar david friedrich, oder ist es dafür zu wenig gegenständlich?