I’m gonna send him to outer space, find another race
I’ll take your brain to another dimension
Pay close attention

Keith Charles Flint (1969 – 2019)

Hinweis: Folgenden Text schrob ich letztes Jahr im Zug, nur vergammelte er im Entwürfe-Ordner, jetzt ist er reif.


der autor fährt in letzter zeit wieder häufiger bahn durch deutschland, dabei ist die bahn immer pünktlich, oder hat vielleicht 10 minuten verspätung. die anschlusszüge warten, sodass verbindungen zusammen passen. zugegeben, das ist der ICE-verkehr der deutschen bahn zwischen den städten, das funktioniert. im regionalverkehr sieht das anders aus, das kann sich der autor vorstellen, kennt er ja von den sommerlichen wochenenden, wenn berlin zur ostsee oder ins brandenburgische strömt.

seit januar gibt es 200mb wlan für die zweitklässler. die erste klasse hat eventuell goldene patchkabel, das weiß man nicht. funktioniert auch, nur in argen ödnissen hat das wlan aussetzer oder wenn viele im vollbesetzten zug videos streamen.

worauf der autor hinaus will:
die deutsche bahn ist besser als ihr ruf. klar sind ausfälle und verspätungen immer scheiße und ärgerlich, es ist aber auch ein verflucht komplexes system – da wirste ganze schwindelig im kopp, wenn du drüber nachdenkst, so einen fahrplan erstellen zu müssen. vermutlich wurde auch aufgrund liberalisierung und geplantem börsengang substanziell gekürzt, was wir nun zu spüren bekommen.

aber vielleicht einigen wir uns darauf, dass das unternehmen seiner eigentlichen aufgabe nachkommt im großen und ganzen?

worauf der autor eigentlich hinaus wollte: mit kritik ist man schneller zu hand als mit lob, die kritik fandet große verbreitung dank sozialer netzwerke. das lob dagegen bleibt unausgesprochen, existiert lediglich durch das ausbleiben der kritik. man mag nicht in der haut der zugbegleiter stecken, wenn etwas ausfällt und die leute anfangen, im speisewagen barrikaden zu bauen.

In Zukunft werde ich notieren, wo ich bei einzelnen Büchern stecke, da ich immer alles gleichzeitig lesen muss.

Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex (2015)

Leonhard Horowski: Das Europa der Könige (2017)

Paul Mason: Postkapitalismus (2015)


| imdb | wikipedia | Trailer |


Mal wieder im Kino, mal wieder ein deutscher Film. Mit Eidinger und Mädel in den Hauptrollen und anderen bekannten Schauspielern. Ein Roadmovie auf Mofas. Von der schwäbischen Provinz an die Ostsee. Die Brüder, mittlerweile in ihren Vierzigern, finden zu sich selbst und zueinander. Zwischen derben Humor und Sentimentalem, vorhersehbarem Plot, Provinzbashing sind ganz viele Details, die den Film so knuffig machen. Allzu viel tiefe Gesellschaftskritik sollte man nicht erwarten, er plätschert so vor sich hin und man hat seinen Spaß. Dabei bleibt das Niveau wesentlich über der typischen deutschen Klamauk-Komödie.

Wohnungsbesichtigung in Französisch Buchholz im Januar 2015. Bereits vor vier Jahren war der Mietwohnungsmarkt in Berlin angespannt. Entsprechend viele kamen zu den Besichtigungsterminen und man stand sich ständig im Weg. Die Wohnungen im Berliner Norden sind so durchschnittlich wie ihre Bewohner. Über die sichtbaren Mängel schweigen wir, nehmen den Bewerbungsbogen und verschwinden. Wir schauen uns an dem Tag noch andere Wohnungen an, es wird nicht besser. Treffen immer wieder die gleichen Interessenten. Die Gegend wirkt an diesem Wochenende traurig und leer, viele Geschäfte sind für immer geschlossen, die Straßenbahn rattert vorbei. Es ist Januar, ein kalter Wind weht und wir beschließen, nicht nach Französisch Buchholz zu ziehen.