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  • Carsten 23:26 on February 6, 2014 Permalink
    Tags: , , , , , , unterwegs, Zürich   

    Berlin ist woanders. Heute: Zürich 

    2014-01-21 21.55.59

    Wenn Zürich eine Frau wäre, hättest Du zitternde Knie, wenn Du sie nur siehst. Dabei traust Du Dich kaum sie anzusprechen, weil sie so perfekt und unnahbar wirkt. Und jeder Satz aus Deinem Mund würde sie entzaubern, also lässt Du es bleiben und vermeidest jeden Blickkontakt. Schade eigentlich, denn sie würde Dir in einer unverständlichen Sprache antworten. Ganz so, als stecke ein Alien in ihr und versucht mit Dir zu kommunizieren. Trotzdem kommt es Dir merkwürdig vertraut vor, Du erkennst manche Wörter und ahnst das Gemeinte. Aber verstehen ist etwas anderes. Und so bleibt Ihr Euch fremd.

    2014-01-22 19.03.23

    2014-01-22 19.00.50

    Sehnsüchtig schaust Du durch die hügeligen Gassen, ein warmer Wind weht, selbst im Januar. Du staunst über die Preise überall und den frech zur Schau gestellten Luxus. Es wiedert Dich an und Du fühlst Dich angezogen. Weil es keine Scham gibt, keine Armut, keinen Durchschnitt. Aber Du ahnst, dass es sie doch gibt, irgendwo hinter den schicken Fassaden und Schaufenstern.

    2014-01-22 18.56.34

    Du steckst die Hände tiefer in die Taschen und gehst weiter. Tagträumst, Dich hier nieder zu lassen als Intellektueller und die Menschen zu beobachten in einem Straßencafé. Oder als Bankster anzuheuern in einer der zahlreichen Filialen und abends das Geld rauszuhauen in den Bars. Weil es geht.

    2014-01-23 19.46.51

    Hier gibt es keine Zweifel, hier regiert der Mammon. Aber vielleicht ist das alles auch nur Show und es gibt ein wirkliches Leben, nur das zu finden dauert länger als die paar Stunden, die Dir zur Verfügung stehen.

    …und die Unnahbare wendet sich gelangweilt ab und blickt sich um. Und dir bleibt auch kein Späti, keine Eckkneipe, kein Wegebier, du gehst ins Hotel und legst Dich hin.

    2014-01-22 21.15.11

    Tags darauf, am Hauptbahnhof ein ganz anderes Bild, Menschenmassen schieben sich an Dir vorbei, viele verschiedene, fremde Sprachfetzen prasseln auf Dich nieder wie Regen, Du stehst inmitten einer riesigen Bahnhofshalle, bist einsam.

    2014-01-23 18.20.01

    Alle haben ein Ziel, Du hast noch Zeit, lässt Dich treiben, nichts passiert. Du bist leer, diese Stadt hat dich ausgesogen, lässt Dich liegen, Du fühlst nichts. Willst nur weg von hier, hin zu jenen, die Du kennst, die Dir vertraut sind und denen Du vertrauen kannst. Hier ist nichts, was Dich hält.

    2014-01-23 18.45.53

    Eine Großstadt, wie jede andere, rau, lebhaft, anonym. Und doch mit eigenem Charakter, wie in jenem einen Tocotronic-Lied:

    Ich mag die Spiegelung der Luft
    Und wenn die Sehnsucht nie verpufft
    Den Glanz des Lebens in einem Tag
    Ich mag den Zweifel, der an mir nagt
    Wenn meine Angst mich schnell verlässt
    Ich mag den Tanz, das Idiotenfest
    Wenn wir irren, nachts im Kreis
    Eine Bewegung gegen den Fleiß

    All das mag ich

    Aber hier leben, Nein Danke

     
  • Carsten 15:02 on July 27, 2011 Permalink
    Tags: altbau, , , bergbau, , , , kalisalz, , , , strukturwandel, , unterwegs,   

    anmerkungen zu bleicherode, thüringen 

    eine kleinstadt bei nordhausen, oben links in thüringen. kurz vorm harz, kurz vorm westen. keine 7.000 einwohner, dafür eine lange geschichte. und vor allem: meine oma wohnt dort, hier habe ich oft meine sommerferien verbracht, dieser kleine ort wurde zu meine zweiten heimat.

    von weitem und wahrscheinlich auch aus dem weltraum sieht man den riesigen rückstandsberg. denn hier wurde jahrzehntelang kalisalz aus der erde geholt. nach der wende war das vorkommen erschöpft bzw. die förderung zu teuer, seitdem fehlen hunderte arbeitsplätze. tourismus gibt es kaum, die jungen ziehen weg und die kleinstadt blutet aus. leerstand, vergreisung – hier hat man den strukturwandel nicht verkraftet. das ist sehr schade, denn es ist eine schöne stadt mit viel fachwerklicher altbausubstanz.

    und viel wald und bergen, ideal zum wandern und so.

     
  • Carsten 16:26 on July 2, 2010 Permalink
    Tags: , , bahrenfeld, , , schulung, , unterwegs,   

    berlin ist woanders. heute: hamburg 

    Halt mich fest
    Ich glaub ich brauch das jetzt
    Kauf mir ein Bier
    Ich trink es dann bei mir
    Ich steige ein und bin dann
    Gern allein
    Nach Bahrenfeld im Bus
    [tocotronic]

    eine verspätete replik auf den hier. besser spät als nie.

    bahrenfeld ohne bier ist auch nicht besser. da wird wohl nur gearbeitet. frühmorgens sind da jedenfalls alle aus der s-bahn ausgestiegen und in die büros gehetzt. was ich nicht gesehen habe: das teilchenbeschleunigerdings desy. das liegt nämlich woanders, dazu wikipedia ganz traurig:

    Seit der Eröffnung der Bundesautobahn 7 Mitte der 1970er Jahre ist Bahrenfeld allerdings in zwei Teile zerschnitten, ihm wurde damit das Zentrum genommen. (wiki)

    ansonsten sieht hamburg aus wie berlin, nur ein tick sauberer, aufgeräumter, gediegener. aber kommt wahrscheinlich auf die gegend an.

    dann abends hauptbahnhof und EC verpasst und lieber auf den ICE gewartet, der fährt später, kommt aber fast zeitgleich an. der hambuger hauptbahnhof ist architektonisch schon mal total klasse, der berliner vielleicht auch, doch in dem verläuft man sich ja lieber. drumherum sind lauter dubiose gestalten, so eine art berliner originale. wahrscheinlich von der hamburger bürgschaft aufgestellt, um das image zu wahren. die gegend da ist auch touristen abschrecken. und wer solche schilder aufstellen muss, der hat echt ein problem mit gewalt im öffentlichen raum:

    die mülleimer und die s-bahnen sind knallrot statt orange. die menschen sehen exakt identisch aus, und reden auch nicht viel anders. ach, wir sind schon viel zu globalisiert, um noch essentielle unterschiede zwischen städten fest stellen zu können.

     
  • Carsten 11:28 on January 18, 2010 Permalink
    Tags: anrufen, , , , , , , unterwegs   

    neulich im regio… 

    > du hast dein handy dabei?
    > ja, ich schau’ grad’ mal, ob ich hier empfang habe.
    > und?
    > ja, hab ich.
    > willste jemanden anrufen?
    > nein.
    > ruf’ doch mich an.
    > warum? du sitzt doch neben mir.
    > warum nicht?
    > …
    > dann seh’ ich, welchen klingelton ich habe.

     
  • Carsten 21:07 on October 7, 2009 Permalink
    Tags: , , daimler ag, it & business, , , , unterwegs   

    berlin ist woanders. heute: stuttgart, bawü 

    das erste was auffällt: diese stadt ist viel wärmer, bergiger, werbefreier als berlin. die taxis fahren in allen möglichen farben rum und die leut’ reden komisch. die u-bahn ist eine monströse straßenbahn und fährt mal oben, mal unten. sehr gewöhnungsbedürftig, aber nicht unbedingt schlecht. die daimler-dichte ist wie die gesamte auto-dichte hier sehr hoch. in den stoßzeiten geht gar nichts, da nützt auch kein stern auf der haube. und fahrradwege gibts auch keine, dafür ein paar hartgesottene fahrradfahrer immerhin. mir wäre das ja zu bergig alles. zugegeben, von der innenstadt hab’ ich nichts gesehen. das müsste man sich noch mal in ruhe anschauen mit viel zeit.

     
  • Carsten 13:13 on October 2, 2009 Permalink
    Tags: bebelplatz, , berliner festspiele, event, , kamerakind, , , , riesen, riesen-in-berlin, unterwegs   

    Riesen in Berlin 

     
  • Carsten 15:15 on September 18, 2009 Permalink
    Tags: , DMS, expo, , , , rheinterrassen, unterwegs   

    berlin ist woanders. heute: köln, NRW 

    die kölner innenstadt sieht aus wie jede innenstadt

    hinter dem kölner hauptbahnhof, da riechts wie hinter jedem hauptbahnhof. und es steht auch dasselbe personal da und trinkt billig-kölsch aus der flasche. der bahnhof selbst ist riesengroß und hat wahrscheinlich schon so manchen tourist verschluckt. ist nur noch niemandem aufgefallen, weil man hier zu seinem zug hetzt oder sich mit junkfood vollstopft. tritt man aus dem richtigen ausgang, so türmen sich die türme des doms vor einem auf. soviel materialisierten katholizmus gibts selten. das muss man mal gesehen haben, keine frage. zumal der rest der altstadt eher zweitklassig ist: viel bausubstanz im krieg zerstört und deswegen oft mit siebziger-schick zugewurstet. dazwischen die unvermeidlichen glaspaläste und die üblichen markenshops. die innenstadt sieht aus wie jede innenstadt. und das bisschen rheinische folklore und kölnisches lokalkolorit, das übersieht man schnell. doch halt – es gibt schon eine richtige altstadt, da unten am rhein, ist nur ein bisschen weiter weg vom hotel. und kneipen gibts da, das glaubst du gar nicht. und du dachtest, abends ist in dieser stadt tote hose und alle hocken vor dem fernseher… nix da: man geht abends aus: kultur, kneipe oder einfach nur rheinterrassen.
    viel mehr habe ich nicht gesehen von dieser stadt, war dann aber doch angenehm überrascht.

     
    • matthias 19:19 on September 22, 2009 Permalink | Reply

      dazu fällt mir ein das ich sonntag in friedrichshein im astra kulturhaus war und danach noch ein wenig die gegend erkundet hab – das hat auch gefallen!

    • artemisia 19:56 on September 22, 2009 Permalink | Reply

      Hättest du aber auch ärger gekriegt, wenn dich das nicht angenehm überrascht hätte. Der Kölner respektive die Kölnerin wandert zwar gerne schon mal in eine richtige Großstadt (Berlin?) aus, aber wehe es kommt uns einer spöttisch ob unserer Heimat.

  • Carsten 23:56 on June 15, 2009 Permalink
    Tags: activesync, apps, , , HTC, , , mobiles internet, programme, , sync, , , , touchpad, unterwegs, windows mobile,   

    technikgelaber (bitte schnell weiter gehen) 

    das neue mobile endgerät ist ja nur so nebenbei ein telefon. zuallererst ist es spielzeug und zeitfresserchen für den technikaffinen autor: ein schon ein bisschen in die jahre gekommenes qtek s200, das eigentlich ein htc ist. weiß der geier warum sie damals noch nicht unter der marke htc produziert haben. jedenfalls mit windows mobile drauf und somit offen für allerlei spielereien. auf dieser seite finden sich eine menge programme zum freien download. und was ich auch nicht wußte: google kalender und kontakte lassen sich wunderbar mit windows mobile-geräten synchronisieren, ganz ohne exchange-server. mehr dazu bei google selbst. und das interne outlook schafft auch imap und mehrere konten. alles ganz toll. nur eine datenverbindung ist nötig, beziehungsweise wlan in der nähe.

    im moment bin ich auf der suche nach einem tool, mein telefon mit dem moleskine-kalender zu synchronisieren, wer weiß rat?

    übrigens habe ich diese seite fit gemacht für den mobilen zugriff mit dem wordpress-plugin WP viewMobile – ganz einfach und funktioniert! ausprobieren.

     
  • Carsten 10:26 on May 11, 2009 Permalink
    Tags: , , , , nutzungskonzept, , , , , , terraristikmesse, , , unterwegs,   

    gestern: statt getroffen nicht gebadet im stattbad 

    eigentlich wollte gestern das große treffen der blog-giganten aus dem wedding stattfinden. doch der pixelroiber hatte ein problem mit seinem zeitmanagement und so war er am verabredeten zeitpunkt am falschen ort. er gelobt besserung und freut sich auf eine neuauflage.

    woanders war es aber auch spannend, nämlich im stadtbad wedding. aber wenn du jetzt denkst, badeente und so, dann liegst du falsch. das bad ist nämlich seit 2002 trocken gelegt. ein neues nutzungskonzept wird gerade entwickelt, derweil gibt es kunst in den räumen und vor allem im keller. mehr infos hier. der keller ist voll mit rohren, filtern und riesigen tanks – alles noch gut erhalten und geradezu pervers gut geeignet für partyveranstaltungen der besseren art. hier ein paar bescheidene bilder:


    war noch was? achja, die reptilienbörse in den uferhallen musste abgesagt werden, weil der örtliche veterinär andere vorstellungen hatte…

    das könnte auch ein toller werbespruch für den kiez werden:

    im wedding sieht man einiges anders

     
    • artemisia 11:01 on May 11, 2009 Permalink | Reply

      Dafür garantieren sie einem einwandfreien Deutsch, wie sie ihn bisher immer getan haben. Nur an diesem Rechtschreibrichtlinien tun sie sich nicht halten. Terraristik ist richtig geschrieben, glaube ich.

  • Carsten 14:24 on March 18, 2009 Permalink
    Tags: , , , gegendarstellung, , plagiat, , reiseblog, , spannend, , unterwegs,   

    ACHTUNG! +++ Plagiatsverdacht – erste Stellungsnahme +++ ACHTUNG! 

    der pixelroiber erklärt hiermit eidesstattlich, dass er zurzeit nicht unterwegs ist von basel nach peking. das wäre ja auch noch schöner. der pixelroiber ist auch nur einer und an dieser stelle wird in der dritten person von mehreren berichtet… und überhaupt! in der dritten person zu schreiben, das würde dem pixelroiber nie im leben einfallen. dass das wenigstens mal klar ist.

    und nun wünsche ich euch noch eine spannende reise!

     
  • Carsten 17:39 on January 15, 2009 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , unterwegs,   

    Abwesenheitsnotiz 

    Da mich seit gestern wieder pöse Viren oder so entschleunigen, bitte ich um Entschuldigung, dass die Postingfrequenz und -qualität doch sehr nachgelassen hat. Ich gelobe Besserung und natürlich auch Heilung und verweise auf diesen sehr lesenswerten Zyklus aus längst vergangenen Tagen:

     
  • Carsten 13:14 on January 5, 2009 Permalink
    Tags: , , , , geldschein, , , ISO 4217, , , rénmínbì, unterwegs, , Volksrepublik China, Volkswährung, , ,   

    Wer oder was ist eigentlich ein Renminbi? 

    Weil ich es mir partout nicht merken kann:

    Der Renminbi […] ist die Währung der Volksrepublik China und wird von der Chinesischen Volksbank herausgegeben. (wiki)

    Seid mal ehrlich: Habt Ihr das gewußt? Ich jedenfalls nicht. Den Yuán hat man irgendwie schon mal gehört, klar. Klingt ja auch wie Yen. Aber Renminbi? Abgefahrener Name jedenfalls. Die Unbekanntheit könnte aber auch daher rühren:

    Da Renminbi außerhalb der Volksrepublik China nicht gehandelt werden, ist es nicht möglich, CNY-Beträge nach China zu überweisen. (wiki)

    Warum das eigentlich wichtig ist? Nun, weil wir langsam anfangen müssten, uns mit China zu beschäftigen, meint Ihr nicht?

    update: uff. Warum werden manche Schriftzeichen angezeigt und manche nicht richtig? Bei wikipedia gehts doch auch! Noch so ein Ding, an das wir uns gewöhnen müssen…

     
  • Carsten 19:24 on December 27, 2008 Permalink
    Tags: , , , , , luibui, , , , , , siebdruck, , unterwegs, ,   

    abgedruckt: 

    HPIM5611

    Auch dieses Jahr hat die LuiBui-Crew ein paar Textilien mit Motiven im bewährten Siebdruck-Verfahren bedruckt. Das Hauptmotiv zeigt das heimliche Wahrzeichen des Wedding: Die Rotaprint-Fabrik (hier mehr Infos), zusammen mit einem Einkaufswagen und zwei Ratten (oder Rättinnen). Zu kaufen gibt es die nicht.

     
    • pixelroiber 22:38 on January 9, 2009 Permalink | Reply

      bisher nur so. portfolioüberarbeitung ist in arbeit…

    • *** 17:46 on January 9, 2009 Permalink | Reply

      Mann sind das geile shirts! Der Wahnsinn!

    • *** 20:50 on January 9, 2009 Permalink | Reply

      Gibt es das Foto auch mit Cappuccino-Hintergrund?

  • Carsten 01:02 on December 27, 2008 Permalink
    Tags: , , Antonin Svoboda, autounfall, , Coop99 Filmproduktion GmbH, , , , , Eva Maria Neubauer, , , , , , immer nie am meer, , , Kurt Waldheim, MahJongg & Die Frisur des Paten, , , , , Philip Bialowski, Psychogroteske, , , unterwegs,   

    lost in a nazibenz 

    das ist ja wohl der größte schmarrn seit der erfindung des österreichischen films. die brachialkomiker grissemann und stermann versanden zusammen mit dem fleischgemüse strunk im panzerglasgeschützen nazibenz im alpenrepublikanischen wald und werden von einem verhaltensforschenden junggermanen gefoltert. kann es schlimmer kommen? es kommt! und zwar derbe und noch lange nicht genug. dieser film hat ungefähr die wirkung wie eine sachertorte auf eine gruppe militanter weight watchers. humor ist wenn man trotzdem lacht. und wem das nicht reicht, der schaut auch noch MahJongg & Die Frisur des Paten, auch auf der dvd. und dass wir uns jetzt nicht falsch verstehen: der film ist das absolute muss für menschen, die lange in autos unterwegs sind und auf gepflegte dialoge wert legen. ach, und übrigens: das ist kein road-movie. basta.

     
  • Carsten 14:35 on December 8, 2008 Permalink
    Tags: , , , betrachtungen, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , sehnsucht, , , , , , , , , , unterwegs, , , , ,   

    Kritische Betrachtung der Gruppe Rammstein mit vielen Fussnoten inside – oder: Der Arschloch-Text ohne Aussage 

    Als ich gestern seit langem mal wieder ein Video der Gruppe Rammstein im Fernsehen sah, da dachte ich so vor mich hin: Du fandest die mal toll, warst ein richtiger Fan, einer von jenen, die exstasisch auf die Bühne starren und elektrisiert mitgrölen. Da lief jedenfalls ein Livekonzert, aufgenommen in einem mittelalterlichen Theater im französischen Nimes:

    [youtube qx_ySUR_Rho]

    Und während ich vor mich hindachte und mir wieder das Konzert einfiel, auf dem ich selber war (wir wurden von unseren Eltern hingefahren und auch wieder abgeholt – muss so zehn Jahre her sein)*, da erkannte ich plötzlich die ganze Tragweite und die Ursachen für den Erfolg von Rammstein.

    Denn man muss wissen, dass der Autor nun, nach zehn Jahren, eine weitaus distanzierte und kritische Denkhaltung eingenommen hat. Daran erkennt man den aufmerksamen ZEIT-Leser**.

    Die Gruppe Rammstein vertritt jedenfalls eine durchaus unpolitische Haltung. Die Texte sind einfach , die Musik durchdacht, handwerklich perfekt, aber nicht unbedingt genial. Es wird mit Klischees gewürfelt, zitiert und angespielt. Es ist für jeden was dabei. Sogar für Leute, die die Texte nicht verstehen. Kommerziell erfolgreich, aber immer noch provozierend genug. Gerade recht für Jugendliche, um zu protestieren. Jeder nimmt sich das raus, was er in Rammstein sehen will.


    *) Es war damals ein Konzert der Sehnsucht-Tour in Dresden, das muss so 1998 gewesen sein. Ich trug da eine Jeansjacke, auf der ich mit Edding das Rammstein-Logo drauf geschrieben hatte. Ohne Scheiß!

    **) Tatsächlich habe ich ein fünfwöchiges Probeabo und lasse dies mein soziales Umfeld auch spüren. Da halte ich es ganz mit Harald Schmidt: “Ich lese die ZEIT nicht, ich lerne sie auswendig.”*** Und so muss sich der geneigte Freundeskreis meine durchaus kritischen Analysen und pointierten Betrachtungen eben anhören. Gegenrede dulde ich nicht, oder nur mit Quellennachweis (SZ, FAZ, Lufthansa-Bordmagazin, …)

    ***) An dieser Stelle Harald Schmidt zu zitieren ist sehr löblich und nur ein weiterer Beweis für meine Geisteshaltung, die durchaus manipulative und selbstkritische Ansätze aufweist, jedoch vor Autoritäten zurück schreckt.

     
    • matze 18:37 on December 8, 2008 Permalink | Reply

      gut bemerkt, deine rammstein analyse, aber ähnliche leichen haben wir doch alle im keller. mußte ich grad wieder dran denken als am letzten we herr marius müller westernhagen, vermutlich, wieder im armani anzug eines seiner konzert “events” in hamburg gegeben hat.

    • pixelroiber 19:23 on December 8, 2008 Permalink | Reply

      dem marius sein bester song ist und bleibt johnny walker – den hab ich auch immer gemocht.

    • pixelroiber 19:26 on December 8, 2008 Permalink | Reply

    • artemisia 18:07 on December 8, 2008 Permalink | Reply

      **** Ich gebe zu bedenken, dass Harald Schmidt ein Schwabe ist.

      Zu Rammstein habe ich keine Meinung.

    • pixelroiber 14:57 on December 9, 2008 Permalink | Reply

      [manchmal schreibt man sachen, die man eigentlich anders meint]

    • Donegal 00:49 on March 11, 2009 Permalink | Reply

      Die dritte Fußnote wird im Text nicht angegeben.

      Wieso soll das ein Arschlochtext sein? Und wo ist die kritische Betrachtung?

    • pixelroiber 10:16 on March 11, 2009 Permalink | Reply

      die dritte fußnote bezieht sich auf den zweiten fußnotentext.

      arschloch weil ich mich aufplustere als hätte ich was zu sagen.

      und kritisch, weil man rammstein IMMER und unter JEDEN umständen kritisch betrachten sollte. wie sowieso alles.

    • Steffen 10:11 on December 14, 2010 Permalink | Reply

      “Die Texte sind einfach”?! ick globe dit hackt…
      Bei manchen Texten stimmt das vielleicht, aber einige sind so raffiniert, dass sie nur auf den ersten Blick einfach scheinen.

      Und DAS beste Lied von Westernhagen ist auch nicht Johnny Walker – es ist vielmehr eine Menge an Liedern, z.B. “Mit 18”, “Taximann”, “Jesus”, usw.

      So!

      • Carsten 11:06 on December 14, 2010 Permalink | Reply

        Naja – Beispiele vielleicht mal? Textkostproben?

        Sex ist ein Schlacht
        Liebe ist Krieg
        Wollt ihr das Bett in Flammen sehen
        wollt ihr in Haut und Haaren untergehen
        ihr wollt doch auch den Dolch ins Laken stecken
        ihr wollt doch auch das Blut vom Degen lecken

        Mensch Leute, wir sind hier nicht in der Grundschule. Wir sind Germanistik, auf Magister, achtzehntes Semester. Menno.

    • Steffen 11:20 on December 14, 2010 Permalink | Reply

      Wenn sich an mir ein Weib verirrt
      Dann ist die helle Welt verwirrt.
      Mann gegen Mann
      Gleich und gleich gesellt sich gern.
      Ich bin die Ecke aller Räume
      Ich bin der Schatten aller Bäume.
      Mein Geschlecht schimpft mich Verräter
      Ich bin der Alptraum aller Väter.

      [zusammengeschnitten]

      Hier geht es ums schwul sein, und es wird erklärt, das Schwule auch nur Menschen sind. Alles Metaphorisch. Zwischen den Zeilen versteckt. Genial.

      • Carsten 12:16 on December 14, 2010 Permalink | Reply

        machst du dir das damit nicht ein bisschen zu einfach?

        ein weiterer interpretationsversuch dieses titels findet sich übrigens hier.

  • Carsten 16:41 on December 2, 2008 Permalink
    Tags: 16x16, , , , , , , favicon-generator, , , , , , unterwegs,   

    [in eigener sache:] favicon? 

    faviconswie mich frau staatssekretärin freundlichst drauf hinwies, fehlt meiner seite ein passendes sogenanntes favicon. also das kleine bildchen, was oben in den bookmarks und in der adressleiste erscheint. ich habe mich daher entschieden, euch – wieder einmal – darüber entscheiden zu lassen. demokratie rocks!

    mehr zum thema kann man übrigens auf dieser seite erfahren.

     
    • pixelroiber 22:46 on December 2, 2008 Permalink | Reply

      in ganz drigenden fällen: router neustarten, dann gibts eine neue ip-adresse.

    • ortrun 19:07 on December 2, 2008 Permalink | Reply

      da hat doch tatsächlich mein mitwohni unsere ip-adresse für heute schon aufgebraucht! ich äußere mich morgen im büro.

    • ortrun 16:23 on December 11, 2010 Permalink | Reply

      ich hab immer noch überall B als favicon. ist das noch aktiv, oder haben sich meine browser das bloß alle gemerkt? bei der gelegenheit hat sich auch die uralte frage geklärt: die alten kommentatorinnennamen sind offenbar nicht zurückgekommen nach der bösen identifizierungsaktion.

      • Carsten 13:29 on December 13, 2010 Permalink | Reply

        tatsächlich ist das immer noch das aktuelle – gute dinge sollten nicht geändert werden.

  • Carsten 10:38 on November 27, 2008 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , , , , Petra Halamoda, , , , , , unterwegs, , , Worms,   

    neues aus der stauferstadt 

    morgen früh gehts endlich los. ich bin schon ganz hibbelig:

    und das lohnt sich! denn auf dem weihnachtsmarkt in bad wimpfen gibt es jetzt auch schnee:

    und wichtig auch zu wissen: bad wimpfen ist eine jener 300 städte mit besonders historischen altstädten, die die ZEIT letzte woche auswählte.

     
  • Carsten 00:40 on November 15, 2008 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , unterwegs,   

    gefahren 

    heute in der u-bahn kam mir ein gedanke, der mich so schnell nicht mehr losgelassen hat: da fahren hunderte u-bahnzüge mit millionen von fahrgästen täglich durch unsere stadt und es funktioniert. ohne eingreifen von sicherheitspersonal oder bvg-mitarbeitern. wäre personaltechnisch auch unlösbar. die fahrgäste sitzen und stehen in einer geschlossenen kabine auf engstem raum beieinander und es bricht keine panik aus. nun gut, die zwischenmenschliche kommunikation geht gegen null, aber das ist ja auch nicht der sinn von öffentlichen verkehrsmitteln. und sicher, ab und zu gibt es zwischenfälle und es gibt auch drogendealer auf den einschlägigen linien. und vereinzelt gehen die fahrzeuge kaputt. doch im großen und ganzen und wahrscheinlich zu 99% verläuft eine u-bahnfahrt ohne besondere vorkommnisse.
    bei lichte besehen ist dieser umstand ein ziemliches wunder. denn wenn wir unserer regierung glauben schenken könnten, besteht permanente terrorgefahr und man ist ständig den übergriffen meist migrantiöser mitmenschen ausgesetzt. nur leider ist dem nicht so. streng genommen ist eine u-bahnfahrt so ziemlich das langweiligste an berlin. das berliner fenster natürlich inbegriffen. insofern könnte sich die bvg auch die flächendeckende überwachung sparen: es passiert einfach zu wenig als dass es sich lohnen könnte.
    und nun meine vermutung: ist dies nicht auch generell im öffentlichen leben so? ist die gefühlte terrorgefahr und geschürte angst nicht einfach nur ein produkt übereifriger politiker und angeschlossener journalisten, um wer weiß was noch hier zu installieren?
    ich bitte um meinung und ausführliche erfahrungsberichte. danke.

     
    • matthias 08:26 on November 17, 2008 Permalink | Reply

      ja, du hast recht. es ist aber wohl immer die angest vor DEM einen anschlag der dann richtig verheerend wird, denk ich mal und der muss dann als rechtfertigung für alles andere hinreichen.

    • C 15:09 on November 17, 2008 Permalink | Reply

      Terrorgefahr sehe ich auch eher nicht. Aber ich will mich wirklich nicht beklagen, dass U-Bahn-Fahren in Berlin so langweilig ist. Erstaunlicherweise ist Straßenbahnfahen in Köln viel gefährlicher und unangenehmer, weil die ÖPNV-Nutzer dort aggressiver respektive betrunkener sind (hier in Berlin fahren alle Bevölkerungsschichten U-Bahn, das hilft — und zeigt mal wieder, dass eine alle integrierende Community ((ja, hier dürfen auch Schlipsträger mitfahren)) besser funktioniert).

  • Carsten 19:59 on November 10, 2008 Permalink
    Tags: , al gore, , , , , , , , , eine unbequeme wahrheit, , , , folien, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , unterwegs, , , , ,   

    angeschaut 

    umweltschutz geht uns alle an! – dieser satz hat sich fest in mein hirn gebrannt. und so habe ich ein schlechtes gewissen, wenn irgendwo noch eine normale glühbirne brennt, wenn leute ihren müll nicht trennen oder wenn die klospülung ohne spülstopp arbeitet. lieber friere ich als die heizung aufzudrehen und verzichte auf ein auto. trotz allem wird der regenwald abgeholzt und die amerikaner fahren überdimensionierte autos. zum gelebten ökofaschismus gehören auch regelmäßige informationsabende und -filme. und so gabs gestern al gores unbequeme wahrheit.

    al gore redet viel. am liebsten über sich selbst. wie er mal fast präsident der usa wurde. über seine kindheit. und wie er als student dem co2 den kampf angesagt hat. er informiert seitdem über die globale erwärmung und deren folgen. dazu reist er um die welt und hält vorträge, redet mit experten und macht allerlei noch mehr solcher sachen. wahrscheinlich verfügt er über mehr powerpoint-folien als der gesamte microsoft-konzert. das ist löblich und es gibt wohl kaum einen zweiten menschen auf dieser unserer welt, der so konsequent und öffentlichkeitswirksam für den klimaschutz kämpft. er bedient sich dazu eines gut geschmierten pr-apparates. in der vergangenheit wurden auch noch mehr ungereimtheiten öffentlich. nichts dagegen zu sagen, der zweck heiligt schließlich die mittel.

    doch der film begeht in meinen augen einen schwerwiegenden fehler: er ist zu sehr usa-zentriert. zwar wird china als weitere dreckschleuder erwähnt, doch es gibt schließlich auf der ganzen welt genug ökosünden. al gore denkt noch zu sehr nationalstaatlich: die usa sollten das uns das, die amerikaner sollten mehr strom sparen und weniger benzin verheizen. undsoweiter. doch globale erwärmung hat nicht nur globale auswirkungen, sondern auch globale ursachen. denn wie war das? umweltschutz geht uns alle an!

    ansonsten netter film, wenn auch ein bisschen zu moralistisch. ich trenne jetzt noch ein bisschen müll…

     
    • pixelroiber 11:15 on November 11, 2008 Permalink | Reply

      ich habe noch mal darüber nachgedacht. eigentlich stört mich eher die al gore-zentriertheit im film. und dass nordamerikaner sensibler werden müssten mit umweltthemen, ist ja klar. soll mal schön die neue regierung anfangen. schließlich hätten wir sie unter anderem auch dafür gewählt!

    • artemisia 11:12 on November 11, 2008 Permalink | Reply

      Naja. Der Gore ist nun mal Amerikaner, und seine Landsleute haben eben noch nicht verstanden, dass Umweltschutz sie alle angeht, während wir bei jeder Normalglühbirne erröten. Also finde ich seine USA-zentriertheit schon mal den richtigen Ansatz. Die Frage ist ja auch, ob wir uns von ihm 'was sagen lassen würden?!

    • Sabrina 14:27 on December 9, 2008 Permalink | Reply

      Die Glühbirnen sind nun verboten: . Vamos a ver wo uns das noch hinführtn – politisch verpflichtete Öko-Bürger? Ob das mal so effektiv ist.

  • Carsten 20:52 on October 7, 2008 Permalink
    Tags: cleanmate, , , , , infinuvo, , , , produkttest, qq2, , , , , , , , unterwegs, , ,   

    abgesaugt 

    zwei wochen lang war er unser gast in der wohngemeinschaft. still war er zwar nicht gerade, doch reden konnte man kaum mit ihm. einsam und stur drehte er seine runden im zimmer und verrichtete stoisch seinen dienst. essen brauchte er nicht, er war sehr pflegeleicht. nur ab und zu mussten wir ihn reinigen, weil er voll war. dafür hat er aber auch jedes zimmer gründlich gereinigt. auf wunsch sogar mit UV-licht. ganz alleine hat er seinen weg gefunden. jedes mal, wenn er auf ein hinderniss stiess, hat er es umfahren und eben woanders weiter gemacht. so geht das:

    der saugroboter cleanmate qq-2 wurde mir freundlicherweise zur verfügung gestellt von der firma infinuvo deutschland.

     
    • JeanClaude 14:03 on October 8, 2008 Permalink | Reply

      tolles video!

    • pixelroiber 14:17 on October 8, 2008 Permalink | Reply

      danke!

    • pixelroiber 14:19 on October 8, 2008 Permalink | Reply

      nein, sie haben uns das gerät nur zum testen zur verfügung gestellt. aber hat spaß gemacht. sieht man hoffentlich im video!

    • artemisia 13:39 on October 8, 2008 Permalink | Reply

      … und dann habt Ihr ihn ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt??

    • o. 19:18 on October 8, 2008 Permalink | Reply

      in der tat! hab's jetzt auch endlich gesehen.

    • pixelroiber 20:39 on November 19, 2008 Permalink | Reply

    • SPAM 16:58 on February 11, 2011 Permalink | Reply

      Diese Aufregung über die Hartz 4 Reform ist langsam kaum noch zu ertragen. Wer steigt da noch durch?! Ich finde es schrecklich was für eine Zeitverschwendung die Minister da ausüben. Wer hat am Ende eigentlich was davon? Etwa der einzelne Hartz 4 Empfänger? Ich denke 5 Euro bringt doch niemandem wirklich was. Aber kosten tut das eine Menge Geld. Ich denke der Ansatz sollte ein anderer sein. Das Ziel muss sein, den Hartz 4 Empfängern wieder einen Job zu beschaffen. Vielleicht sollte man mehr in die Arbeitgeber investieren.

      • Carsten 23:58 on February 12, 2011 Permalink | Reply

        genau. arbeit geben muss sich wieder lohnen. nur durch den zwang zur scheinselbständigkeit und die abschaffung aller lohnnebenkosten bekämpfen wir den fachkräftemangel und sorgen für endlich-wieder-mehr-rendite. arbeitsverweigerer in käfighaltung und sozialschmarotzer in arbeitslager. am besten wir wählen uns erstmal einen unternehemensberater als kanzler.

        und jetzt zurück zum thema.

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