Artikel mit "politik" Tag

#unteilbar #b1310

eine viertelmillion menschen auf den beinen, um gegen rassismus und schwachsinn zu protestieren. ein breites bündniss hatte aufgerufen und wir sind hin gegangen. haben unseren bürgerlichen samstag geopfert, um zu zeigen, dass die seehofers und gaulands irren und keinesfalls volkes stimme repräsentieren. es war bunt, voll und manchmal laut, oft auch leise, weil viele gekommen sind, die man normalerweise nicht sieht auf demos. ein fest für jung und alt. gerade weil es so wenig konkrete forderung gab, konnte vieles hinein interpretiert werden. und so liefen wir zwischen kurdischen jugendorganisationen, spendeten für die digitalcourage und holten uns sticker bei der linken, lauschten engagiertem techno und hiphop. viele hatten eine botschaft und nun bin ich besserer dinge.

Hörspielserien / Podcasts

Nur allzu gerne verweise ich auf folgende Hörspielserien, aufwendig produzierte Mehrteiler, die Spaß machen:

    NeuNuernberg – 12 Teile – WDR 2018
    Dystopische Story über ein bürgerkriegsgebeuteltes Deutschland und die Wahrheit in Kriegszeiten.
    Nachtmahl – 4 Teile – WDR 2016
    Krimi in Niederösterreich mit einigen Leichen und ganz vielen Mücken und dem fantastischen Simon Schwarz.
    Brüder – 26 Teile – WDR 2018
    Interessantes Stück über die französische Revolution 1789 und ihren Protagonisten.
    Fuffzig Minuten Berlin – 1 Teil – WDR 2017
    Das ist ein großartiger Road Trip von Tegel nach Schönefeld und es ist nicht einfach.
    CAIMAN CLUB – 5 Teile – WDR 2018
    Lobbyismus und Intrigen in der Hauptstadt, es gibt Tote und der nächste Spin wird wieder einmal alles ändern.

bestandsaufnahme 2017

alles geht den bach runter, die infrastrukturakopalüze droht, der flughafen nicht fertig, die fluggesellschaft pleite, der ausländer frisst die kinder, der konzern die mitarbeiter. die bienen sterben und elektroautos verstromen die kohle, die reichen werden reicher, die linken rechts und die rechten sitzen im bundestag. an der spitze der ehemaligen supermacht sitzt ein irrer, in UK eine unentschlossene, in D stagniert die politik. die individualität zerstört die gesellschaft, der diskurs ist kaputt und überhaupt findet alles in a-sozialen netzwerken statt.

überall klagen und nichts wird besser. jeden tag wird eine neue sau durchs dorf getrieben, dabei ist doch schweinefleisch auch irgendwie bäh. das einzelne wird zum allgemeinen, niemand hat mehr überblick. die rattenfänger lauern mit einfachen lösungen und erklärungen für komplexe probleme und sowieso ist putin an allem schuld, trump eventuell und merkel sowieso.

aber vielleicht sollten wir aufhören, uns dauernd zu beschweren und lieber das schicksal selbst in die hand nehmen? statt immer nur auf andere zu zeigen und unsere wunden lecken. zugegeben, die dikussionskultur ist am arsch, aber wir müssen auch nicht alles ernst nehmen. jeder kann seine meinung ins netz kippen, aber recht hat er dann noch lange nicht. vielleicht sollten wir auch mehr ignorieren und uns auf das eigentliche konzentrieren. das klingt anstrengend und ist es auch, aufwändiger jedenfalls als ein like oder ein klick unter eine petition.

im übrigen, die bienen sterben.

pixelroiber rezensiert wahlplakate #2

SPD-Plakat zur Europawahl 2009 (Prenzlauer Berg, April 2009)

mein kommentar aus 2009 dazu:

hier durfte sich der grafikpraktikant mal richtig austoben. abgebildet soll hier offenbar ein LINKE-wähler sein bzw. ein kandiat, so genau hat man sich das nicht überlegt.
diesmal fährt die spd eine negativkampagne und schießt sich damit (zumindest in berlin) ins eigene bein. wenn das mal gut geht…
warum das spd-logo ein würfel ist, bleibt ein streng gehütetes geheimnis.

pixelroiber rezensiert wahlplakate #1

CDU-Plakat zur Europawahl 2009 (Berlin, Mai 2009)

mein kommentar aus 2009 dazu:

früher saßen wir alle in einem boot, nun sind wir zusammen gepfercht in einem container und zwei anonyme herren von der cdu transportieren uns weg. schieben uns ab, nach afganisthan oder die somalische küste und liefern uns den pösen piraten aus. so sieht der geheime plan der christsozialen aus.

selten zeichnete ein wahlplakat so ein drastisches bild. immerhin tragen die herren die vorgeschriebene schutzbekleidung….

#g20hh

Polizei am Bhf Zoologischer Garten (April 2009)

“Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren!” Helmut Schmidt

sie schreien wieder nach mehr überwachung und mehr polizei, nach vollumfänglicher aufklärung und harten urteilen gegen die straftäter. sie beschuldigen sich gegenseitig, geifern nach rücktritten und verantwortlichen. aber nirgends worte der mäßigung oder der selbstkritik. immerwieder maximalforderungen. ultima ratio, sonst droht der definitive untergang.

  • es ist falsch, die institution g20 überhaupt auszurichten und damit die institution UNO zu negieren
  • es ist falsch, den g20 im zentrum einer millionenstadt zu machen
  • die sicherheitsstrategie hat sinnlos polizei verheizt und nicht alle straftaten verhindert
  • journalisten sollten ihre rolle überdenken – auf jedem video mit gewaltausbruch waren sie mittendrin statt nur dabei
  • es ist kein bürgerkrieg, wenn am nächsten tag anwohner alles wieder aufräumen
  • es reichen ein paar hundert idioten, um den gegenprotest vieler tausender zu diskreditieren
  • der öffentliche diskurs handelt von linksextremen, aber nicht von kapitalismus, zwang, diktatoren, repression
  • kosten wird der ganze spaß zwischen 130-350 Mio. Euro, finanziert vom steuerzahler

in ein paar jahren wird es gerichtsurteile geben, die unrecht während des g20 aufzeigen, das war bei genua 2001 so und auch bei heiligendamm 2007:

Vorwürfe gab es derweil auch gegen die Polizei. Einige Beamte hätten sich als gewalttätige Provokateure unter Demonstranten geschleust, andere seien übergriffig geworden. Das meiste verlief im Sand. Doch 2011 verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Land Mecklenburg-Vorpommern wegen Verletzung der Freiheits- und Versammlungsrechte, weil die Polizei zwei G8-Aktivisten sechs Tage lang vorbeugend in Gewahrsam genommen hatte.- DLF, 20.05.2015