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#g20hh

Polizei am Bhf Zoologischer Garten (April 2009)

“Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren!” Helmut Schmidt

sie schreien wieder nach mehr überwachung und mehr polizei, nach vollumfänglicher aufklärung und harten urteilen gegen die straftäter. sie beschuldigen sich gegenseitig, geifern nach rücktritten und verantwortlichen. aber nirgends worte der mäßigung oder der selbstkritik. immerwieder maximalforderungen. ultima ratio, sonst droht der definitive untergang.

  • es ist falsch, die institution g20 überhaupt auszurichten und damit die institution UNO zu negieren
  • es ist falsch, den g20 im zentrum einer millionenstadt zu machen
  • die sicherheitsstrategie hat sinnlos polizei verheizt und nicht alle straftaten verhindert
  • journalisten sollten ihre rolle überdenken – auf jedem video mit gewaltausbruch waren sie mittendrin statt nur dabei
  • es ist kein bürgerkrieg, wenn am nächsten tag anwohner alles wieder aufräumen
  • es reichen ein paar hundert idioten, um den gegenprotest vieler tausender zu diskreditieren
  • der öffentliche diskurs handelt von linksextremen, aber nicht von kapitalismus, zwang, diktatoren, repression
  • kosten wird der ganze spaß zwischen 130-350 Mio. Euro, finanziert vom steuerzahler

in ein paar jahren wird es gerichtsurteile geben, die unrecht während des g20 aufzeigen, das war bei genua 2001 so und auch bei heiligendamm 2007:

Vorwürfe gab es derweil auch gegen die Polizei. Einige Beamte hätten sich als gewalttätige Provokateure unter Demonstranten geschleust, andere seien übergriffig geworden. Das meiste verlief im Sand. Doch 2011 verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Land Mecklenburg-Vorpommern wegen Verletzung der Freiheits- und Versammlungsrechte, weil die Polizei zwei G8-Aktivisten sechs Tage lang vorbeugend in Gewahrsam genommen hatte.- DLF, 20.05.2015

die afd zu besuch im bürgerpark

Der Mai
der Mai
der lustige Mai

der kommt herangerauschet.
Ich ging in den Busch und brach mir einen Mai

der Mai und der war grüne.
Tra-la-la-la-la-la-la-la-la

der Mai und der war grüne.

gestern war die große politik zu gast im bürgerpark pankow. die afd lud mit hüpfburg und bratwurst an ihren stand, eine handvoll leute kam dann auch. drumherum 300 polizisten, die das völkische blut und die hüpfburg beschützen musste vor ca. 600 gegendemonstranten.

nach einigem gerangel, entschied man sich bei der polizei, eine kette aus polizeiautos zwischen die hüpfburg und die gegendemonstranten zu stellen. und so zerfuhren die wannen den rasen, es blieb friedlich.

ein paar meter weiter war übrigens das fest der spd mit reichlich mehr besuchern und ohne polizei.

von der amalgamierung der medien

Rudolf Stumberger hat auf heise telepolis seit dezember eine artikelserie über das ende der fotografie veröffentlicht. darin nicht nur trübsinn und technologie- und gesellschaftskritik. sondern auch auswege aus der misere in form der gedanken von Allan Sekula.

  1. Die Fotografie – ein verlorenes Medium

    “… war Fotografie Entdeckung, war Fotografie die Spur des Lebens. Diese Spur ist im Digitalen verlorengegangen und kann [nicht] durch ein Retro-Design […] wiederbelebt werden […] Was bleibt, ist das Zitat.”

  2. Der Luxus der Nichtfotografie

    “Die sozialdokumentarische Fotografie ist noch mehr als wie je zuvor zu einem medialen Spektakel ohne Konsequenzen geworden.”

  3. Das Super-Selfie und die Schnäppchenjagd

    “Was vorher ein abgrenzbarer und klar definierter Abbildungsakt war, wird nun zu einem Zustand. Das Bild in digitaler Verbreitung wird zur Allgegenwärtigkeit und wir werden in diese Allgegenwärtigkeit der Bilder vollständig eingehüllt.”

  4. Das letzte Aufbäumen der Fotografie als Kunst

    “Noch einmal stellt sich die Fotografie als grotesk überzeichnetes Einzelwerk dar, bevor es sie endgültig granularisiert und zum Zustand wird.”

  5. Die tausend Augen der Dr. Merkel

    “Damit wird freilich die Beziehung zwischen Bild und Situation gekappt…”

  6. Neue Beschriftungen für die Welt-Bilder

    “Es gibt die Welt außerhalb und unabhängig von uns – aber das Bild, das wir uns von dieser Welt machen, kann mehr oder weniger wahr sein und bedarf der kritischen Überprüfung.”

kommentar der woche 41|2014

höre mich gerade auf youtube durch die punkszene der frühen neunzinger und habe feeling b und skeptiker wiederentdeckt. die kassetten hatte ich bis zum ausleiern gehört, richtiger punker war ich jedoch nie. anders als wohl holger j., der unter dem upload von Schlachtrufe BRD Vol 2 wehmütig schreibt:

screenshot.7

jetzt überlege ich, ob das nicht vielleicht auch ein gutes zeichen ist. also die entradikalisierung der gesellschaft. die antifa berlin hat sich vor kurzem aufgelöst. punk gibt es immer noch, aber eher als untergrund-phänomen, von der breiten masse weitesgehend ignoriert. wichtigstes thema der radikalen linken ist die kaputte asyl- und flüchtlingspolitik in der bunderepublik. besetzungen, camps und auch radikale formen wie anschläge auf s-bahn usw usf sollen auf den missstand hinweisen. das ist höchst dringend, die politik hat bis jetzt keine antworten. ob so mancher radikaler ansatz richtig ist, darf und muss bezweifelt werden, hilft aber unter umständen.