seit 11 tagen nun zu hause, es gibt neben arbeit nur einkäufe und spaziergänge. viel hat sich nicht geändert, man trifft sich abends online, wäscht sich öfter die hände und achtet auf abstand. einschränkungen – welche einschränkungen? anderen gehts da anders, in jobs, in denen es kein homeoffice gibt, die überstunden häufen, die über ihre kapazitäten arbeiten, meist weiblich und schlecht bezahlt. als dank gibts abends applaus. die krise ist auch eine erzählung über klassenunterschiede und über arbeit im allgemeinen. wie relevant und wichtig ist dein job, wenn es drauf ankommt. ich selbst kann wenig dazu beitragen aktuell, außer hier rumzumeinen.

die welt im krisenmodus wird uns noch lange danach beschäftigen und das danach müssen wir gestalten. ähnlich wie 9/11 ist dies eine zäsur und es wird in den erzählungen der menschen immer ein „davor“ und „danach“ geben. wir sehen aktuell erhebliche einschnitte in persönlichen freiheiten, durchgesetzt von einer regierung im ausnahmezustand und einer polizei, die mancherorts übers ziel hinausschießt. telefondaten, die weiter gegeben werden. was passiert mit den schwachen, den menschen ohne pass, ohne wohnung, es ist zum aufschreien.

neben sämtlichen medizinischen aspekten ist vor allem der wirtschaftliche interessant. können wir nachher so weiter machen oder gibt es tatsächlich änderungen?

bleibt gesund!


hilfreiche links:

bilder aus einer fernen zeit, in der man noch reisen konnte. wir sind in bad frankenhausen / thüringen. dort gibt es den schiefsten turm deutschlands, ein panorama-museum (wir waren 2011 mal da), auf dem schlachtberg fand 1525 die letzte letzte schlacht des bauernkriegs statt. es ist eine typische mitteldeutsche kleinstadt mit viel geschichte und wenig arbeitsplätzen und einwohnern (siehe auch).

da ich gerade das hoerbuch zu wolfgang herrndorfs ‚Arbeit und Struktur‘ hoere, der buchausgabe seines blogs, das er vor allem waehrend seiner krebserkrankung schrieb, laeft das thema coronavirus Sars-CoV-2 eher nebenher. zwischen panik und hysterie, angenommenen und faktizitaet verschwimmt die wahrheit. was ist dran am hype, muessen wir uns sorgen machen oder meiden wir menschenmassen und lehnen uns entspannt zurueck?

rein mathematisch ist uns italien acht tage vorraus, heute haben sie dort einen lockdown verordnet, die boersen brechen zusammen. einerseits. anderseits haben wir eines der umfangreichsten gesundheitssysteme, fuer die USA sehe ich schwarz, da wirds noch dicke kommen. aber so ist das in zeiten der unsicherheit: man weiss es einfach nicht. unknown unknown. die lieferketten waren zu knapp konstruiert, es wird zu engpaessen und knappheit kommen, sind wir darauf vorbereitet? die regierung jedenfalls ruft schon den sozialismus aus.

oder ist alles nur panik und in ein paar tagen ist alles vorbei?

es ist ende der neunziger. karsten ist in die spd eingetreten, er war schon immer ein arsch, aber nun übertreibt er. trotzdem wird gerhard schröder bald bundeskanzler. enrico hat kostolany gelesen und erzählt uns von anlagestrategien, wir hassen ihn. nicht dass es uns interessiert, allein schon der geruch nach geld und kapital macht uns misstrauisch. unsere aufmerksamkeit gilt dem anderen geschlecht und dem bevorstehenden abi. es ist kompliziert, beides. das herz schlägt links, im zimmer eine che guevara-fahne aus dem emp-katalog, dazu patches auf dem armeerucksack. nachts npd-plakate runterholen. und tagsüber schule. das ist alles gut zwanzig jahre her, ich habe keine ahnung, was die freunde von damals machen, auf dem letzten klassentreffen war mir alles zuviel. vielleicht sollte man auch die vergangenheit lassen und nach vorne schauen.

hin und wieder beginne ich posts und weiß dann später nicht mehr, worauf ich hinaus wollte. wie im vorliegenden fall aus september 2017:

eine launige kritik am neoliberalismus? oder ein gaunerstück über findiges unternehmertum? über billige flugreisen im speziellen oder umweltaktivismus im allgemeinen?

jedenfalls waren wir mit dem abgebildeten flieger im februar 2016 in london, nachzulesen unter #londonlogs

das leben in pariser vororten (hier: Montfermeil) ist anders als im zentrum der stadt der liebe. inspiriert von den unruhen 2005 spannt dieser film eine geschichte um einen trupp polizisten und ein paar unzufriedene kids, es eskaliert und am ende gibt es nur verlierer. trotz aller fiktion fühlt es sich echt an, authentisch und nah. und das ist das beklemmende, es gibt keine einfachen lösungen, die decke der zivilisation ist da am dünnsten, wo armut und hoffnungslosigkeit auf engstem raum zusammen wohnen. wo der ordnende staat keine macht hat bzw. mit zwielichtigen gestalten zusammen arbeitet (der film deutet es nur an). beklemmende stimmung nach dem ende, betroffenheit und die gewissheit, schnell wieder in den stadtteil mit bürgerlicher ordnung fahren zu können. was uns zur frage führt, wie filme wirken und welche wirkung sie haben dürfen / sollen. zahlreiche preise hat er bekommen, aber an den zuständen vor ort wird er nichts ändern.

über die provinz lachen ist einfach. die provinz zu entdecken dagegen ist schwieriger. diese stadt hat 100.000 einwohner und ebenso viele tankstellen. schnieke einfamilienhäuser stehen neben mittelgroßen mietskasernen, es gibt viel platz und hinter den häusern ist feld. ich stolpere über weitläufige betriebsgelände von miele und bertelsmann und tankstellen. der bus kommt alle 20 minuten, ein taxi zu rufen ist unmöglich. also laufe ich zum bahnhof, es gibt kaum menschen, sie schauen scheu. es gibt auch keine läden. laut wikipedia soll es eine altstadt geben, aber nur wo? die schönheit dieser stadt entfaltet sich wohl in den herzen der menschen – so hoffe ich – in ihren straßen jedenfalls nicht. da sind nur tankstellen.

es ist februar, ungewöhnlich warm und sonnig, die gegend ist voll touristen, obwohl es wenig zu sehen gibt, man schiebt sich über die bürgersteige, zum bahnhof, zur spree. einheimische gehen ihrer wege. im bahnhof eine große schlange vor edeka.

wie schon am ersten tag ist das wetter nicht besonders anfang januar, nass und kalt eben. wir schlendern an den grachten vorbei, sehen schiefe und ungewöhnliche häuser und gehen ins rijksmuseum. dort sehen wir, wie man sich früher eingerichtet hatte. nett.

dann wieder durch die stadt, essen und shoppen und gucken. es liegt kein müll rum, aber schon ein paar weihnachtsbäume.

es ist anfang februar und wir besuchen die katalanische hauptstadt für ein paar tage. es ist selbst für barcelona sehr warm, die sonne knallt. wir fahren mit dem bus auf den Montjuïc und schauen runter. wir entscheiden uns gegen die seilbahn und laufen richtung strand. es ist sonntag, die einheimischen liegen am strand, einige wenige baden. ein typ verkauft cocktails, es ist entspannt.

Mit der Kamera auf Arbeit, die Sonne steht weit unten. Rauhreif bedeckt die Wiese, die Panke plätschert, es ist kalt. Baustellen überall, die Autos stauen sich. Vereinzelt kommen Jogger, der Bus kommt nicht. Auf dem Ohr ein Hörbuch, irgendwann muss man dann aber doch an den Schreibtisch.

wir sind in amsterdam und fahren mit der fähre ins filmmuseum, dort sehen wir die ausstellung von Francis Alÿs.

es wird fahrrad gefahren, auch anfang januar. autos haben es schwer in den engen gassen. die brücken über die grachten ähneln sich und wir verirren uns in der stadt. wabernd überall der süßliche geruch von kiff, unvermeidlich bei der masse an touristen.

sie wirkt aufgeräumt, die hauptstadt und einwohnerstärkste stadt des königreichs der niederlande. neben den unvermeidlichen coffeeshops gibt es gutes essen und allerlei tand.

der öpnv ist gut ausgebaut und pünktlich, die sprache ist ungewöhnlich bis albern. es ist sauber, viel hipster, aber gibt auch süße gegenden.

es ist der letzte Tag unserer Wien-Reise. ich drehe meine runden um den neuen hauptbahnhof, architektonisch interessanter als in berlin, die gegend wird derzeit ebenso mit glasbeton bebaut. in der nähe das schloss belvedere mit vielen touristen.

Ein Spaziergang am Montag – dem ersten Arbeitstag des Jahres – vom Alex bis zur Weberwiese.

jetzt einen schritt weiter gekommen. letztens hatte ich bemängelt, dass mit LineageOS und microg bestimmte apps nicht laufen, mit dem folgenden vorgehen gehen zumindest einige, inkl. dem verhassten whatsapp:

  1. rom flashen (ohne GAPPS!)
  2. magisk flashen
  3. dann NanoDroid-microG-*.zip und NanoDroid-patcher-*.zip von hier flashen

die bahn-app meldet mich an, obwohl sie dafür keine rückmeldung gibt. spiele, die google play games erfordern funktionieren weiterhin nicht.

ein paar schnelle skizzen im regierungsviertel im überraschend warmen dezember. es ist früh dunkel, aber es gibt auch tolles licht.

eine radkappe liegt vor der schönholzer heide in pankow
der morgendliche frost bedeckt sie mit gefrorenem tau
sie wird abgefallen sein von einem auto
sie wird lustig tanzend neben die fahrbahn gerollt sein
bis sie dann zum liegen kam und irgendwann verschwunden sein wird.
auf spanisch heißt sie tapacubos, was nach sonne und salz auf der haut klingt.