ix glaube ja, dass es … - wirres.net by ix (fachblog für irrelevanz)
ix glaube ja, dass es wichtig ist, alle die da (freiwillig) mitmachen, konsequent mit verachtung zu strafen, auch die, die daran arbeiten dem drecksblatt ein besseres image zu verpassen, z.b. mit unkritischen, menschelnden, empathischen interviews/portraits der (mit)macherïnnen. / Ich kehre dann auch wieder zu meiner bew&228;hrten Tradition zur&25 …

19.09.2016 bei maskworld.com in der Oranienburger Str., Berlin

throwback in september 2016: wir sind in mitte verabredet weil wir da was vorhaben. den maskenladen gibts schon ewig, über die oranienburger gibts ein schönes buch. die gegend nervt wegen touristen und schickimicki. das altersheim gegenüber den hackeschen höfen wurde weggentrifiziert, nachdem es in den 90ern selbst gentrifiziert hat. und die freimaurerloge wurde abgerissen. die synagoge glänzt in der abendsonne, grillgeruch aus dem monbijoupark und im aufsturz gibts viel bier. im zosch in der tucholskystraße sitzen die spanier und der burger wird kalt. gegenüber hat sarah wiener eine bäckerei. der späti ist noch auf, die straßenbahn rattert und ab und zu sieht man noch frauen. das tacheles ist abgerissen, eine gruppe angetrunkener aus der provinz torkelt vorbei. es nieselt leicht und in dem indischen restaurant werden die letzten tische geräumt.

am 7. oktober wird berlin blockiert.

mehr dazu: https://extinctionrebellion.de/berlinblockieren/

: ()

ISBN: Farbe:

das habe ich nicht zuende gehört und es lässt mich ratlos zurück. auch wenn Christian Ulmen das hörbuch liest. auch wenn die idee witzig ist – ein außerirdischer kommt nach deutschland und wundert sich über menschen im allgemeinen und die deutschen im besonderen – so ist es doch seltsam flach und vorhersehbar. zu platt die witzchen und zuwenig absurd. auch wenn das buch im ruhrgebiet (?) spielt und die dortigen verhältnisse charakterisiert werden. nein, das haben wir alles schon mal besser gelesen, bei Douglas Adams natürlich, selbst bei Horst Evers, der sich unfassbar übernommen hat, aber viel bessere ideen hatte.

: ()

ISBN: Farbe:

solider krimi mit viel handlung und fein verwobenen figuren. auch wenn ich kein großer fan von krimis bin, so rutscht doch ab und an einer durch. es ist leichte kost und je nach autor ist auch substanz vorhanden. im vorligenden fall etwa die wirren polens nach ’89. dazu die windigen finanzgeschäfte der letzten jahre, in denen unterwelt und politik verwoben sind. alte rechnungen werden beglichen, es gibt viel leid und armut und direkt daneben viel protziges geld. es treten auf ein pfarrer mit unklarer vergangenheit, ein clubbesitzer mit einem großen musikhit („Das Mädchen aus dem Norden“) und natürlich eine ermittlerin, deren gebrochener lebenslauf sie nicht davon abhält, geschickt und klug zu kombinieren. natürlich ist es keine weltliteratur, aber ein krimi der anspruchsvolleren art.

@pixelroiber@mastodon.social 🔗 https://mastodon.social/users/pixelroiber/statuses/102699137111388062 by pixelroiberpixelroiber (@pixelroiber@mastodon.social)
Der Wikipedia-Artikel "Hanswurst" beschreibt die typischenn berliner Szene-Nachbarn: "Sein Kostüm bestand aus einer roten, offenen Jacke mit bauschigen Ärmeln, blauem Brustfleck und mitten darauf zwischen den roten, grün eingefassten Hosenträgern ein grünes Herz. Er trug eine weite gelbe Hose, die nur bis zu den Knöcheln reichte, dazu niedrige derbe Schuhe aus Leder und einen breiten Ledergurt mit großer Schließe aus Metall, auf dem Kopf den grünen Spitzhut und am Gürtel ein hölzernes Schwert."

: ()

ISBN: Farbe:

man hört oft, die eliten regieren und beherrschen uns. aber bei der definition wirds schon schwammig, wer ist das? die da oben, sagt man. die männer in den anzügen in politik und wirtschaft. die reichen, die mächtigen eben. der autor michael hartmann war bis 2014 Professor für soziologie, schwerpunkten elitesoziologie, industrie- und betriebssoziologie, organisationssoziologie an der TU Darmstadt. er sollte es also wissen.

und tatsächlich guckt er in die chefetagen und regierungssitze und vergleicht herkünfte und einkommen, vorwiegend USA und westeuropa und der leser ist ganz verwirrt von den vielen prozenten. das führt uns zur ersten these: es wurde immer elitärer in den letzten jahren. und zwar im zuge der neoliberalsierung der gesellschaft. erst unter reagan, dann unter thatcher und schließlich schröder. die gehälter für CEOs und aufsichträte stiegen massiv, die regierungsmitglieder kamen immer öfter aus bürgerlichen millieus. bis heute vertärkt sich der trend selbst, sodass inzwischen auch das kabinett in deutschland nicht mehr paritätisch besetzt ist (bezogen auf die herkunft). entsprechend der herkunft werden dann eher wirtschaftsfreundliche entscheidungen in der politik getroffen. symptomatisch auch die häufigen wechsel der politiker in den vergangenen jahren in die wirtschaft und wieder zurück. das ist gut und nachvollziehbar beschrieben, auch die auswirkungen auf die politischen entscheidung.

der letzte teil beschäftigt sich mit alternativen, bleibt aber seltsam verhalten dabei.

und so ist das büchlein (ca. 250 seiten) mit dem reißerischen titel doch sehr nüchtern und handwerklich. es fehlt der blick nach china, russland und in den arabischen raum. es hätte ein bisschen mehr grafik gebraucht.

: ()

ISBN: Farbe:

in knalligem rot und provokantem titel schreit das büchlein kauf mich! kauf mich! was will der autor, etwa die kommunistische weltrevolution? oder wenigstens die herrschende klasse von ihrem thron stürzen? nein, nichts dergleichen. er kommt mit argumenten daher, mit studien und wissenschaft. der 1988 geborene autor hat argumente. verwundert reiben wir uns die augen. hier wird nicht losgepoltert und alles neue schlecht gemacht, hier hat einer ideen für morgen, statt das gestern in den himmel zu loben. ähnlich wie paul mason (postkapitalismus, 2015) vertritt bregmann die these, dass der kapitalismus sich heute neu erfindet, erfinden muss und wir die chance haben, das zu gestalten. drei große ziele werden definiert: massive reduzierung der arbeitszeit, einführung eines bedingungslosen grundeinkommens und abschaffung der grenzen. das geld ist da, es ist nur ungleich verteilt. für die thesen werden sowohl historische belege angeführt als auch aktuelle studien zur machbarkeit. trotzdem ist es sehr flüssig und eingängig lesbar. wir sollten uns nicht der lethargie hingeben, sondern handeln.

: ()

ISBN: Farbe:

Unglaublich tiefe Story über ein Ehepaar, das sich in langen Jahren auseinander gelebt hat. Es erzählen beide abwechselnd aus ihrer Perspektive, einen Erzähler gibt es keinen. Er ist mittelmäßiger Theaterregisseur, sie ist vor allem seine Frau. Es ist eine langweilige Ehe, die ihr trauriges Final im Ausland findet – man erfährt nicht genau, wo, aber das spielt auch keine Rolle. Seine Inszenierung mit Jugendlichen ist erfolglos, sie langweilt sich und macht eine Urlaubsbekanntschaft. Zurück in der Eigentumswohnung sehnt sie sich nach ihrer Affäre und lädt ihn ein. Es beginnt eine merkwürdige Dreiecksgeschichte, die in der Katastrophe endet, was will man machen.
Gäbe es das Wort „lakonisch“ noch nicht, man müsste es für dieses Buch erfinden. Beide Protagonisten sind nicht in Würde gealtert, sondern trauern permanent ihrer verlorenen Jugend nach, jeder für sich und allein. Da hilft auch der junge Lover nicht. Man könnte jeden dritten Satz in ein Kopfkissen stecken, es sind präzise, klinisch saubere Angriffe auf jede Menschlichkeit und damit menschlicher als so manch‘ aktuelle Roman.