mittwoch, das internet nervt nur noch. ein paar mails beantworten, ein paar nachrichten klicken. die neuesten kommentare prüfen und zurück kommentieren. das wars. eine halbe stunde später nichts. fertig. das internet von heute bietet nichts spektakuläres, keine skandale, keine neuen produkte. jetzt könnte ich den rechner ausmachen. und nach draußen gehen. herbstspaziergang und so. einfach mal goethe zitieren. aber muss ja arbeiten. also unfreiwillig wieder ins internet. und auf einmal ist es garnicht mehr so glamourös, so schick und neu und modern. es ist veraltet, dreckig, stinkt und macht keinen spaß heute.

Kinder, woran liegts?
macht mal was.

es roch nach kaltem qualm. meine augen schmerzten und der kopf dröhnte. alles dreht sich. die sonne knallte unerbittlich durchs fenster und mich überkam ein kratziger hustenanfall. ich quälte mich aus dem bett ins bad, übergab mich dramatisch und rutschte auf den knien zum spiegel. dort überkam mich der kalte schauer. das gesicht zerkratzt und aufgedunsen vom alkohol. so stand ich in klamotten vor mir selbst: ein haufen elend. selbstmitleidig kramte ich in meinen hosentaschen und zauberte ein aufgeweichtes päckchen zigaretten hervor. und natürlich steckte ich mir eine an, hustete galle und lunge aus mir raus, spuckte ins waschbecken und fühlte mich von einem wohligen schauer erfasst. sie fiel mir wieder ein. diese frau mit dem lächeln. natürlich. von gestern abend. oder war es heute morgen gewesen? mein kopf begann zu rotieren, ich musste mich aufstützen. was war geschehen? scheiße. irgendwas musste wohl schief gelaufen sein im laufe des abends. ich begann, panisch meine taschen nach einer nummer abzusuchen. nichts. null. das kanns doch nicht gewesen sein. die badezimmeruhr zeigte kurz nach vier uhr nachmittags. persönliche bestzeit. nachdem ich mich erneut ausgiebig ausgekotzt hatte legte ich mich wieder ins bett und schlief ein. zwei stunden später erwachte ich mit noch schlimmeren kopfschmerzen. trank gefühlte zehn liter wasser, duschte und holte mir einen runter. jetzt rechner anschalten und nach ihr im netz fahnden. doch nichts. sie hatte mich noch nicht gesucht, noch nicht vermisst. inzwischen musste es gegen sechs gewesen sein, ich zog mir frische sachen an und begab mich auf die suche nach ihr, nach hinweisen, nachrichten. bestimmt lief ich zwei stunden die halbe stadt ab. in meinen lieblingsclubs und stammkneipen. doch keine spur von ihr. spurlos verschwunden. meine flüchtigen bekannten konnten sich nicht erinnern, dass ich mit einer frau unterwegs war. sie hielten es für ganz und gar ungewöhnlich, war es doch sonst nicht meine art. ich zweifelte an mir selbst. das erste bier tat unglaublich gut. die anderen waren eher normalität, doch langsam kam ich wieder zu klaren gedanken. zumindest hielt ich sie dafür. aus den lautsprechern dröhnte langweiliger pop. ich musste mich erinnern, wo ich überall war. das überforderte mich und ich besoff mich einmal mehr. plötzlich kam sie zur tür rein und lächelte ihr bezauberndes lächeln. ich glaubte zurück zu lächeln und fiel um. einfach so. vor die bar. und stand nicht wieder auf.

„Wir finden einen Kinderwagenparkplatz in der zweiten Reihe, setzen die Kröten in den Sand und uns an den Rand und senken damit den Hipness-Grad der gut bevölkerten Anlage sicherlich um die Hälfte, misstrauisch beäugt von den Elternpraktikanten ringsum.“

Die geschundenen Kinder vom Prenzlauer Berg
Heiko Werning über Einschulung im Prenzlberg

„Aber es musste der Soldiner Kiez sein. Meine Eltern sind jeden Morgen eine Stunde gefahren, nur um mich dort hinzubringen. Am Nachmittag holten sie mich immer ab, ich war froh, endlich wieder Erwachsene zu sehen. Denn Erwachsene bedeuteten immer gute Nachrichten für mich an der Juhnke, egal, ob es nun meine Eltern oder die Uniformierten vom SEK waren, die meistens Mittwoch vorbeikamen.“

Das Geständnis
Jakob Hein über „das geschundene Kind vom Wedding”

die bürgeridylle täuscht: auch aufwendig restauriertes fachwerkgemäuer kann nicht über die tatsache hinwegtäuschen, dass der wimpfener einwohner angst und gewalt ausgesetzt ist, jeder kerwe mit schrecken entgegen blickt und nicht mal mehr sein bier in ruhe genießen kann.

schuld daran ist die latent vorhandene terrorgefahr in der stadt aller städte (wir berichteteten). Doch nicht islamischer Fundamentalismus oder gar politisch motivierte Gewalt ist schuld, nein, die täter kommen aus der mitte der heimeligen bürgergesellschaft: die Wimpfener Terror-Truppe (WTT) treibt schon länger ihr unwesen auf den vergnügten festen der gegend. und vor kurzem schlug sie wohl erneut zu. so lesen wir heute:

„…“

Ein paar Zeilen weiter wird es wirklich grausam:

„…“

liebe politiker! was muss noch passieren, damit das endlich aufhört? überwachungsstaat! jetzt!

[UPDATE:] dieser artikel war usprünglich als satire angelegt und sollte auch so verstanden werden. für eine bessere übersicht mit mehr links, bitte hier klicken. und natürlich hier die kommentare lesen.

schwerin hat gefeiert. aber nicht irgendein schwerin. das doppelhalbinsel-schwerin, amt schenkenländchen, landkreis dahme-spreewald (LDS statt LSD!), brandenburg. ganze 625 einwohner, bequem per autobahn und bundesstraße zu erreichen und idylisch am see gelegen.
doch was gab es eigentlich zu feiern? die einweihung des neuen gerätehauses der feuerwehr! schmuck sieht es aus, bei sonnenschein und blauem himmel kommt der blaue anstrich besonders mediteran daher.

geschätzte 300 personen feierten ausgelassen und friedlich zu einem bunten programm. höhepunkt war sicherlich das aerobic-team, für die kinder der clown, der zwar eine stunde zu spät kam, doch stimmung verbreitete er trotzdem. keine ausschreitungen, keine schlägereien – insgesamt ein gelungenes fest für die schweriner. zwar tauchten wohl nazis auf, doch die professionelle festleitung hatte die situation unter kontrolle und es kam glücklicherweise zu keinen ausschreitungen.
schon gegen elf am nächsten tag war alles aufgeräumt, nur das bierzelt stand noch und für die berliner ausflügler gabs freibierreste und einen überaus netten empfang. sogar der bürgermeister kümmerte sich um die gäste. es wurde geredet und getrunken, berlin-brandenburgische vorurteile abgebaut und viel gelacht. kurzum – ein herzlicher empfang und wieder einmal der beweis, dass in brandenburg doch nicht alles so ist, wie es rainald grebe in düsteren farben besingt.
die ausflügler zogen dann weiter und hatten noch einen schönen sonnigen tag am see. leider haben sie das flatrate-kuchenessen im seekrug verpasst, doch das ist garnicht so wild, schließlich gibts da nächsten monat das rosenfest im biergarten!

whats goin on here? (via kosmar)flickr ist down seit gestern. erst haben sie mit einer großen party am mittwochabend in berlin die  einführung der mehrsprachigkeit gefeiert und wenige stunden später wurde bekannt gegeben, dass bedenkliche bilder von einigen nutzern nicht betrachtet werden können. und zwar abhängig von der herkunft der user. betroffen sind singapur, deutschland, hong kong und korea. zwar meinen einige vorwiegend amerikanische user, dass es an den gesetzen in den jeweiligen ländern liegt. doch zumindest in deutschland ist das eher nicht der fall. steht in einem SPON-artikel (wird nicht verlinkt) wohl eher kann man von einem vorpreschen aus angst sprechen. der flickr-besitzer yahoo! hat wohl angst oder mag kein geld ausgeben für aufwendige moderation der bilder. der protest artikulierte sich erst mit einer sehr schlichten thinkflickrthink-illustration. große teile der community laden aber inzwischen selbstgestaltete protestbilder hoch. die sind sehenswert bis großartig. die bilder werden untereinander verlinkt und so maximal verbreitet. erinnert stellenweise sehr an myspace, ist aber hilfreich, um die anti-flickr-stimmung zu verbreiten. dabei mache ich natürlich gerne mit. ist zwar hirnloses spammen und langsam tut mir auch der arm vom vielen klicken weh, aber wenn es der bewegung dient… in den gruppendiskussionen taucht auch die frage nach dem weiteren vorgehen auf. von temporärem löschen, umzug in andere communities oder zuspammen von yahoo-mitarbeiten ist da die rede. doch das wird wohl versanden. weil nun mal jeder einen anderen anspruch an diesen dienst hat. da trifft das scheinbar hirnlose spammen schon viel eher den nerv. denn womit kann man einem system am meisten schaden, wenn nicht mit seinen eigenen instrumenten? die software ist genial und so erscheinen anti-zensur bilder auch auf den startseiten oder landen in den suchanfragen weit oben. es gilt also weitermachen. denn das traurige ist auch, dass sich flickr nur sehr schwammig geäußert hat. traurig ist das alles. doch auch sehr fruchtbar, denn viele protest-bilder sind wirklich großartig. mehr dazu in den nächsten tagen.

propaganda

linkauswahl:

flickr-gruppe 'Keine Zensur!!'

flickr-gruppe 'Against Censorship at flickr'  

bisschen zusammenfassung auf spreeblick -> spreeblick-kritik

meinug von einem löscher

zooomr – eine alternative  

[update:] offenbar hat sich flickr erneut geäußert. wieder nur als forumsbeitrag und sehr, sehr schwammig. sie heult rum, dass die worte flickr und zensur zusammen verwendet werden und weist noch einmal darauf hin, dass die gesetze in deutschland das so verlangen. unsinn, meines erachtens. mehr darüber hier und hier

es gibt wohl nichts entspannteres, als morgens mit kaffee und kippe die
lokalnachrichten dieser republik zu studieren. was bewegt die stadt und
metropolregion nürnberg?

die führerlose fahrerlose u-bahn heißt lieber automatische, weil das
angenehmer klingt. trotzdem fahren noch fahrer mit, weil das vertrauen
schafft…
sauf-parties (die mit der alkohol-flatrate), werden auch hier
diskutiert. man denkt unter anderem über eine härtere sperrstunde nach.
traurig.
und landrätin gabriele pauli hat sich nicht aus- sondern angezogen (mit
lack und leder) und ließ sich ablichten für ein eher zweitrangiges
magazin. das sorgt für gesprächsstoff.
hinter das geheimniss des nazistadions bin ich noch nicht gestiegen,
aber ich bleibe dran!