kino

  • Filmkritik: Hangover (2009)

    dieser film ist lustig. ich habe fast die ganze zeit gelacht. über die gesten, witze und absurde komik. aber ich lache auch bei der nackten kanone… worum gehts? junggesellenabschied in las vegas! oder vielmehr: wilde party und die jungs wissen nicht mehr was alles passiert ist in der nacht. kennt man ja. und nun versuchen sie, den abend zu rekonstruieren. kennt man auch. fällt aber schwer. der bräutigam fehlt übrigens auch. und was machen die hühner im hotelzimmer? und der tiger?

    der film ist platt und hollywood, zugegeben. keine diskussion über die rolle der frau in der gesellschaft und die männer verhalten sich nur allzu pubertär. aber kann ja nicht immer independent kino sein, oder?

    [xrr rating=5/7]

  • lost in a nazibenz

    das ist ja wohl der größte schmarrn seit der erfindung des österreichischen films. die brachialkomiker grissemann und stermann versanden zusammen mit dem fleischgemüse strunk im panzerglasgeschützen nazibenz im alpenrepublikanischen wald und werden von einem verhaltensforschenden junggermanen gefoltert. kann es schlimmer kommen? es kommt! und zwar derbe und noch lange nicht genug. dieser film hat ungefähr die wirkung wie eine sachertorte auf eine gruppe militanter weight watchers. humor ist wenn man trotzdem lacht. und wem das nicht reicht, der schaut auch noch MahJongg & Die Frisur des Paten, auch auf der dvd. und dass wir uns jetzt nicht falsch verstehen: der film ist das absolute muss für menschen, die lange in autos unterwegs sind und auf gepflegte dialoge wert legen. ach, und übrigens: das ist kein road-movie. basta.

  • Filmkritik: Transsiberian (2008)

    “With lies, you may go ahead in the world, but you may never go back.”

    Wir müssen reden. Über einen Film, dessen Marketing komplett daneben ging und die falsche Zielgruppe ansprach. Als ich den Trailer vor ein paar Wochen sah, da dachte ich noch pft! – watt ein doofer film aber auch, den schau ich mir ganz sicher nicht an.

    Aber als mich dann gestern die Lieblingsmitbewohnerin überredete, dann ging ich eben mit. Und ich muss sagen, Transsiberian ist großartig. Obwohl Woody Harrelson eine der undankbarsten Rollen ever spielt: Einen drolligen gläubigen US-Amerikaner, der bis zuletzt nicht die Story kapiert. Und Ben Kingsley spielt einen abgebrühten Russen, wie ihn nur Ben Kingsley spielen kann. Und eigentlich sind es die Frauen, die diesen Film voran treiben, die Story immer wieder umdrehen und den Zuschauer verblüfft und entnervt im Kinosessel zurück lassen.

    Übrigens geht es auch ein bisschen ums Fotografieren. Aber nur ein bisschen. Die Hauptrolle spielt eine Eisenbahn und die Story ist eine belanglose Drogengeschichte mit Happy End. Gewürzt mit großartigen sibirischen Außenaufnahmen und alten Omas.

    Schaut ihn Euch selber an, es lohnt sich!

  • [adventsterror: tür 5]

    das wird nun wirklich gruselig heute. aber ich will mal nicht zu viel verraten und verlinke einfach nur. aber beschwert euch bitte hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

    hier gehts zum türchen nummer 5

  • ablenken in zeiten der rauhen finanzkrisen

    einige anmerkungen zum wochenende:

    (1.) burn after reading ist ein toller film. trotzdem sollte man ihn nicht sehen. nicht jetzt, nicht im kino. ich habe den fehler gemacht und es bitterlich bereut. denn dieser film muss reifen wie ein guter wein oder eine tiefe freundschaft. im winter dann, wenn er in den videotheken ist, da leiht man so einen film aus, genießt. schaut sich alle extras an und die interviews. und dann grunzt man zufrieden und geht schlafen. die story ist verworren und so richtig kapieren will man sie beim ersten mal nicht. es ist ein kleines mieses agentenstückchen, das an keiner stelle an action gewinnt. es plätchert vor sich hin und mittendrin spielen ein bärtiger george clooney und ein bezaubernder brad pitt. wie fargo, nur ohne schnee. und gestorben wird auch nicht soviel. und vielleicht ist es doch kein so guter film, auch nicht auf dvd. aber schön, dass wir mal darüber geredet haben.

    (2.) auf verschiedenen öffentlichen plätzen in berlin haben sich diverse weihnachtsmarktähnliche erscheinungen etabliert: fressbuden und krimskramstände in kleinen holzhüttchen. dazu riecht es nach gebrannten mandeln. ich fordere hiermit den berliner senat auf, dazu stellung zu nehmen.

    (3.) das leben in einer wagenburg ist ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe. es gibt strom, wasser und leckeren kaffee. und warm ist es auch in so einem wohnwagen. die gespräche sind selten alternativ, sondern erfrischend gewöhnlich-alltäglich. nur das klo ist einmal quer über den hof.

    (4.) die idee, am sonntag gemütlich zu ikea zu fahren, hatten auch andere, gar nicht so wenige menschen. entsprechend voll war der hotdog-stand. das kollektivgewurmel fand seinen höhepunkt an den kassen und trug sozialistische züge. und jetzt gretchenfrage an die geneigte leserschaft: wer bitte hat keine orgel vreten-lampe zuhause stehen? kartoffelschips in der geschmackrichtung dill sind echt ein kulinarisches highlight!

    (5.) das haus der vorstellungen in der torstraße 166 will besucht werden. uns es lohnt sich. der eintritt ist frei, unbedingt die kamera mitnehmen! bilder von mir folgen.

    dieser text ist offline entstanden, braucht ihr links? nö, oder?

  • was machen wir morgen? erotikkino und spielhalle überfallen!

    come onin neukölln ist aber auch immer was los. so überfielen gestern zwei unbekannte ein erotikkino. wären sie bekannt gewesen, hätte man sie vielleicht erkannt. nachdem sie die 57-jährige angestellte überrumpelt hatten, flüchteten sie in unbekannte richtung. hätte man die richtung gekannt, wüßte man jetzt, wo sie sind…

    im wedding schmunzelte man tagelang über den zockerräuber, der erst 800 euronen in einer spielhölle verpulvterte und sie anschließend überfuhl.

    was lernen wir daraus?

    • angestellte in weddinger spielhöllen sind nur halb so alt wie in neuköllner erotikkinos
    • roiber flüchten nach der tat gerne in unbekannte richtung. fahren da auch öffentliche verkehrsmittel hin? die webpräsenz der bvg findet nichts. ich fordere hiermit den berliner senat auf, dazu stellung zu nehmen!
    • raubkommissar ist ein tolles wort
    • erotikkino klingt gruselig
    • schubsende räuber wirken nicht überzeugend, da hilft auch kein messer
    • der berliner polizeibericht ist nach wie vor sehr empfehlenswert

    ich wünsche ein ruhiges wochenende!

  • Filmkritik: Der Mann ohne Vergangenheit (2002)

    gestern den mann ohne vergangenheit von kaurismäki gesehen. intelligente story und absurd-bittere humorige dialoge. aufgefallen sind die markanten synchronstimmen. aber großartig auch das licht im ganzen film, die farben! die kameraeinstellungen und die ausstattung. zeitlos wirkt der film, ruhig, aber nie langweilig. und sozialkritik findet sich auch. mehr braucht es eigentlich nicht für einen klasssiker. ansehen!

  • kurze filmreviews

    lange keinen popkulturellen content mehr produziert, deswegen hier das ultimative montagnachmittag-rumdumwohlfühl kinoprogramm. oder anders gesagt: ein paar dvds, die in der videothek rumstehen, dich vielleicht interessieren und du dich fragst, was ich davon eigentlich halten soll. here we go:

    sweeney todd ist ja wohl ganz großer mist. so eine art sleepy hollow, nur gesungen, was nicht unbedingt dem film dient. die story über einen süßsauren seemannsfriseur mit gruseliger frise (johnny depp) ist ungefähr so erheiternd wie die frauen schön. aber bei tim burton geht es bekanntlich nie um ästhetik. aber das schlimmste, ich sagte es bereits, ist das gesingse im film. immer, wenn es spannend wird, trällert einer los. annehmbar sind die gewaltszenen, da spritzt nur so das blut und der betrachter ekelt sich. das war wohl nix. ganz anders und doch besser ist dagegen Charlie und die Schokoladenfabrik – auch wieder von und mit depp/burton. kinderfilmiger und damit glaubwürdiger. ganz ohne blut, dafür aber mit ganz viel zucker. und ohne gesang. fast wie Nightmare Before Christmas, der aber immer noch ganz weit oben ist auf meiner persönlichen skala. ganz anders und doch aber auch empfehlenswert ist juno – tiefgängige teenieklamotte mit ernstem hintergrund und einer großartigen hauptdarstellerin.

  • anschauen!

    ein richtig guter film, seit langem mal wieder. vinci heißt er, aber wenn du jetzt denkst tom hanks und dan brown, dann irrst du. ist nämlich ein polnischer film von 2004! Juliusz Machulski führt regie und sein vater Robert Wieckiewicz spielt ganz wunderbar großartig die hauptrolle. es ist eine verzwickte gaunerkomödie voll polnischem witz und augenzwinkerndem charme. großartig!

  • kurze wahrheiten #2

    • “schadenfreude” ist ein lehnwort im englischen und meint dort dasselbe #
    • farin urlaub erklärt den schwäbischen grundfehler #
    • am samstag spielen die Mothers Little Helpers in berlin und ich hab da keine zeit (beziehungsweise muss ein gewisser jemand da schon im bett sein) #
    • SPON hat ausnahmsweise mal recht: der film once ist gequirlter mist. echt jetzt mal #
    • SPON hatte heute (und nicht nur heute) totalen quark geschrieben. und alle schreiben ab #
    • der pfeilgiftfrosch ist nur bedingt gefährdet und PETA darf man nicht immer glauben #
    • schmeißt heute schon eure mäuse weg #
    • wie der spruch Brot für die Welt – Fleisch für mich zum karrierekiller wird #

    [die erste ausgabe der kurzen wahrheiten war auch schon heiß diskutiert…]