kino

  • Filmkritik: Ladykillers (2004)

    Der Film der Gebrüder Coen ist ein Remake des gleichnamigen Films von 1955. Eine Bande um Professor G.H. Dorr, gespielt von Tom Hanks, gräbt sich im Keller einer gutmütigen alten Dame in den Tresorraum eines Kasinos und raubt die Einnahmen. Alles ist perfekt geplant und geht auch gut. Wenn nicht am Schluß die Alte alles entdecken würde – jetzt muss sie beseitigt werden und das gestaltet sich schwieriger als gedacht.

    Eine schöne Roiberpistole im Stil von Oceans Eleven und folgende, nur geht hier so manches schief. Die Bandenmitglieder sind leider nicht die hellsten und so wird es manchmal grotesk. Die Figuren sind meist übertrieben gezeichnet, aber gerade das macht den Film so liebenswert.

    Vielleicht nicht der beste Film der Coen-Brüder, aber sehenswert allemal.

    [xrr rating=6/7]

  • Vincent will Meer

    toller film über drei unperfekte und ihre rolle in unserer gesellschaft. über den ausbruch aus ihren vorgezeichneten wegen und ein vertörendes, klischeehaftes und unerwartetes ende. mutig und federleicht und schön. manchmal etwas haklig und nervig in der story, aber gut gespielt. ein bisschen wie ein märchen.

    [xrr rating=6/7]

  • Filmkritik: Stichtag – Due Date (2010)

    man muss due date / stichtag mit hangover vergleichen und damit enttäuscht sein. warum? hier haben wir einen klassischen road movie, dort hatten wir eine sauf-rekunstruktion. in beiden filmen spielt Zach Galifianakis einen eigenwilligen sensiblen einfallspinsel, der sämtliche weiteren hauptdarsteller verblassen lässt. in diesem fall robert downey jr., der hier einfach nur nervt, weil es die rolle eben vorschreibt. mehr als ein paar witzige situationen bleiben nicht.

    [xrr rating=4/7]

    anmerkung: vor kurzem startete hangover part: II, es bleibt also spannend…

  • Filmkritik: Banksy’s Exit Through The Gift Shop (2010)

    woweezowee. endlich mal gesehen und gar nicht mal so doof gemacht. mit dem fiktiven dokufilmer, der selbst zum streetartisten wird. mit den großen der szene, mit banksy selbst natürlich und kunstmarktkritik. nun könnte man dem großmeister geltungszwang und hybris vorwerfen ob soviel selbstbezogenheit. aber lassen wir das. hören wir lieber auf die taz:

    “So weitet sich sein um drei Ecken gedachtes Straßenspektakel zur multiperspektivischen Bestandsaufnahme eines Kunstschlussverkaufs.”

    +++ imdb +++ official +++ wikipedia +++

    [xrr rating=6/7]

    bonustrack: was ganz ähnliches hatte ich hier auch schon mal…

  • Filmkritik: A Serious Man (2009)

    tragisch, komisch, frustrierend: das leben des Larry Gopnik ist kein einfaches – der uni-dozent und reihenhäusler verliert frau und geld und dann noch den geliebten seiner frau. die kinder nerven, nehmen drogen und der nachbar schießt auf juden. das ist großartig, trocken, bitter, witzig, da kommt man aus dem staunen nicht mehr raus und ist enttäuscht, dass der film so schnell vorbei ist.

    den coen-brüdern ist ein abermaliges meisterwerk gelungen, zwar gescheitert an der kinokasse, aber unbedingt empfehlenswert.

    +++ wikipeadia +++ imdb

    [xrr rating=7/7]

  • Filmkritik: Happy-Go-Lucky (2008)

    ein Freund schrieb mir im Juli 2008:

    du musst unbedingt ins kino und happy go lucky anschauen! wenn möglich in der omu version! toller film! der wird dir gefallen. hat mich die ganze zeit an die duloks mädchen erinnert…

    Und nun, zweieinhalb Jahre später auf DVD gesehen: Poppy hat Spaß in ihrem Leben und lässt sich das nicht nehmen, nicht vom Diebstahl ihres Fahrrads, nicht von ihrer schwangeren Schwester auch nicht vom chronischen Männermangel und dem mies gelaunten Fahrlehrer. Im Gegenteil, sie fühlt sich heraus gefordert und hat noch mehr Spaß. Das ist ganz schön anstrengend, diese Frau wäre in der Realität kaum zu ertragen, im Film wirkt es künstlich und übertrieben. Sicher, die Schauspieler sind toll, spielen wunderbar zusammen und sogar der Fahrlehrer zeigt Menschliches. Aber: Worum geht es eigentlich? Was ist der Punkt? Den ganzen Film über wartet man auf eine Story, aber nein, es passiert nichts, erzählt werden ein paar Tage im Leben einer hyperaktiven Frau, mehr ist nicht.
    War der Knaller auf einer Berlinale – ganz ehrlich: das macht mir Angst.

    +++ imdb +++ wikipedia +++

    [xrr rating=3/7]

  • Filmkritik: Fuks (1999)

    ganz lustiger film über einen, der sich an seinem vater rächen will, indem er ihn als bösewicht überführen will, mit allerlei basteleien, wanzen und mehr. aleks fährt in seinem maluch umher, kennt keine furcht und ist verliebt in sonia. erinnert ein bisschen an ocean eleven und konsorten, dazu viele details. und ein wunderbarer polizist. kann man sich ansehen. auch auf youtube, da aber ohne untertitel.

    [xrr rating=5/7]

    imdb | wikipedia (pl)

  • We didn’t cross the border. The border crossed us.

    gerade noch trailer bei death proof / planet terror, jetzt schon ein eigener film: fiktion frisst fake sozusagen. die story ist totaler schrott, die schauspielerischen leistungen orientieren sich grob an gar nichts, offenbar hatte man aber viel spaß am set. desperado trifft politische realität an der mexikanisch-us-amerikanischen-grenze. wem from dusk till dawn gefällt, der hat auch hier seinen spaß. wer obsessive gewalt als filmisches mittel akzeptiert, der wird sich freuen. alle anderen: finger weg. sonst sind sie ab. denn machete kriegt sie alle, und alle auf einmal. mit seiner – nunja – machete.

    [xrr rating=6/7]

    | imdb | wikipedia | fünffilmfreunde |

  • Filmkritik: Rezerwat (2008)

    Ein toller Film über Warschaus armen Stadtteil Praga. Über einen Photographen, der sich erst die Kamera klauen lassen muss von einem Kind, damit er lernt, gute Bilder zu machen. Und die Bilder werden noch richtig entwickelt, nix mit Digital. Über Trinker, die jeden Tag vor dem Haus sitzen, aber um telefonische Terminabsprache bitten. Wie ein Märchen: verfallene Häuser, Armut, Gewalt, aber auch viel Herzlichkeit und Freundschaft. Und am Ende wird alles ein bisschen gut.

    Leider nur mit deutschen Untertiteln, also ohne Synchronisation.

    LINKS: wikipedia +++ imdb

  • Filmkritik: Was nicht passt, wird passend gemacht (2002)

    eine der deutschesten angewohnheiten ist es, sich über deutsche filme aufzuregen. wie provinziell sie sind, eindimensional und platt. das stimmt aber gar nicht. viele filme deutscher produktion sind erstaunlich gut und durchaus sehenswert. sicher, es gibt auch viel müll, von diversen fernsehproduktionen mal ganz abgesehen. dieser film hier siedelt sich irgendwo dazwischen an. klassisches bauarbeiter-im-ruhrpott-millieu, ein toter pole und ganz viel stress – der plott ist so platt wie der pott. aber! die schauspieler spielen gut und die umsetzung ist auch gelungen. ein lustiger film, natürlich nicht sehr tiefgängig, aber das will er gar nicht sein.

    [xrr rating=4/7]