das bild wurde im juli 1953 aufgenommen. wir sehen ostdeutsche, die im nachkriegsberlin in den westteil pilgern, um sich klamotten und essen zu besorgen. bemerkenswert übrigens der ebene und gepflegte gehweg! ganz ohne hundehaufen.

das LIFE magazine hatte immer die besten fotografen in der ganzen welt. die fotos sind dokumente der zeitgeschichte und zählen bis heute zu den großartigsten reportagebildern überhaupt. um so erstaunlicher also die meldung, dass diese bilder nun per google-bildersuche verfügbar sind. stichwort eingeben und source:life dahinter – fertig! oder hier klicken und stöbern. und das beste:

Sämtliche Bilder von denen derzeit etwa ein Fünftel zugänglich sein soll sind für den privaten Gebrauch frei nutzbar, das Copyright bleibt jedoch bei Time Warner. Kommerzielle Nutzungen müssen beantragt werden. (heise)

(via)

…und zwar alles. so lesen wir heute erstaunt im tagesspiegel:

“In drei Städten […] soll auf ausgewählten Kreuzungen getestet werden, ob ohne Ampeln und Zebrastreifen, ohne Verkehrsschilder und ohne Bürgersteige womöglich weniger Unfälle passieren. Lediglich die Vorfahrt-Regel “Rechts vor Links” gilt weiter.”

shared spacesowas! shared space heißt das konzept und es wird vor allem in den niederlanden geprobt zurzeit. der schönste satz findet sich bei wiki: “Dem Autofahrer soll bewusst werden, dass er Teil eines sozialen und kulturellen Gefüges ist, dem er sein Fahrverhalten anpassen muss.” und das in brandenburg! wir werden sehen, wie sich das entwickelt. interessant ist das konzept allemal!

übrigens: die netzeitung schreibt heute über den niedergang des trottoirs.

und der bär wußte es schon immer besser und sagte zum tiger:

“Der Gehweg heißt Gehweg, weil man hier geht, er heißt aber auch Bürgersteig, weil hier die Bürger gehen sollen. Du bist ein Bürger.” (Janosch, 1990)

[bildquelle]

ganze zehn minuten hab ichs ausgehalten auf https://be.berlin/, eine bunte klickmich-seite mit tausenden pop-ups. und mal ehrlich: die stories fliegen zu langsam heran! eben stand da “sei recht, sei gesetz, sei berlin”. herrgottchen.

man kann auch selber mitschreiben! seine eigene berlin-geschichte! doch vorsicht, in den nutzungsbedingen steht:

5.6. : Um die Kampagne und die Stadt Berlin zu unterstützen, erfolgen sämtliche Leistungen des Nutzers unter dieser Vereinbarung unentgeltlich.

wenigstens haben wir schon den klingelton:
[audio:https://pixelroiber.de/audio/be_berlin_klingelton_140KB.mp3]

[update:] ausführlicher wird bei spreeblick gemeckert.