Mit der Kamera auf Arbeit, die Sonne steht weit unten. Rauhreif bedeckt die Wiese, die Panke plätschert, es ist kalt. Baustellen überall, die Autos stauen sich. Vereinzelt kommen Jogger, der Bus kommt nicht. Auf dem Ohr ein Hörbuch, irgendwann muss man dann aber doch an den Schreibtisch.

eine radkappe liegt vor der schönholzer heide in pankow
der morgendliche frost bedeckt sie mit gefrorenem tau
sie wird abgefallen sein von einem auto
sie wird lustig tanzend neben die fahrbahn gerollt sein
bis sie dann zum liegen kam und irgendwann verschwunden sein wird.
auf spanisch heißt sie tapacubos, was nach sonne und salz auf der haut klingt.


ein nebel liegt abends über der stadt, es ist november, nicht kalt, aber ungemütlich. es wird früh dunkel, der park dient vielen als durchgang zwischen pankow und niederschhönhausen, um diese jahreszeit wird nicht flaniert, es wird nach hause gegangen. niemand sitzt auf der bank, niemand will das.

Bewohner in Berlin sind aktuell aufgerufen, an einer Befragung zu ihrer Wohnsituation / Mietverhältnis teilzunehmen.

https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung.833215.php

https://www.abendblatt-berlin.de/2019/08/13/berlin-pankow-haushaltsbefragung-bitte-unterstuetzen/

Der Fragebogen ist völlig anonym, die Zustellung erfolgte ohne Adresse. Auf der einen Seite ist das vorbildlich, denn es werden sensible Daten zu Angehörigen und Einkommen abgefragt, anderseits auch kritisch, denn man hat dann keine Vergleichsdaten, zu vorherigen Befragungen etwa.

from pixelroiber (@pixelroiber@mastodon.social)

Wohnungsbesichtigung in Französisch Buchholz im Januar 2015. Bereits vor vier Jahren war der Mietwohnungsmarkt in Berlin angespannt. Entsprechend viele kamen zu den Besichtigungsterminen und man stand sich ständig im Weg. Die Wohnungen im Berliner Norden sind so durchschnittlich wie ihre Bewohner. Über die sichtbaren Mängel schweigen wir, nehmen den Bewerbungsbogen und verschwinden. Wir schauen uns an dem Tag noch andere Wohnungen an, es wird nicht besser. Treffen immer wieder die gleichen Interessenten. Die Gegend wirkt an diesem Wochenende traurig und leer, viele Geschäfte sind für immer geschlossen, die Straßenbahn rattert vorbei. Es ist Januar, ein kalter Wind weht und wir beschließen, nicht nach Französisch Buchholz zu ziehen.