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  • Carsten 22:23 on June 14, 2013 Permalink
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    The Berlin Tapes #1 – S-Bahnhof Gesundbrunnen (1987) 

     
  • Carsten 22:09 on May 20, 2013 Permalink
    Tags: , , futurismus, , , , vergangenheit,   

    Bleiben die Halbleiter Stiefkind? 

    So richtig eine Antwort fällt mir da jetzt nicht ein, als Trost kann ich aber ein paar schlechte Scans aus Jugend und Technik vom Oktober 1962 anbieten. Futurismus trifft sozialistische Ideologie. Oder so.

     
  • Carsten 09:59 on November 29, 2010 Permalink
    Tags: Achim von Borries, , Bernd Fischer, Bertram Denzel, , , , Friederike Linke, , , , , , krebs, Lars Rudolf, , Martina Gedeck, , , , tumor, , , vergangenheit,   

    Tatort: Wie einst Lilly (2010) – Murot 

    Gemessen an der Erwartungshaltung, an der medialen Präsenz dieses Tatorts im Vorfeld war es ein Flop, ein Reinfall. Dafür mit Fritzi Haberlandt und komischer Frisur. Mit Tumor und Stimmen im Kopf und alter RAF-Vergangenheit. Mit ganz viel BKA-Verschwörung und Verschleierung. Hier ist mal die Story besser als das Schauspiel. Ansonsten nur ganz viel Nebel und lange Autofahrten. Stimmung jedenfalls will nicht so richtig aufkommen.

    +++ LINK +++ Erstausstrahlung: 28.11.2010

    [xrr rating=4/7]

     
    • ortrun 19:49 on November 29, 2010 Permalink | Reply

      dooooch, bei uns war super stimmung!
      stimmt, die frisur war nicht so doll. aber sonst gab’s nix zu meckern.

  • Carsten 10:24 on May 31, 2010 Permalink
    Tags: bautzen, , , , Elisabeth Schwarz, , , , Heinz Werner Kraehkamp, , , Jürgen Prochnow, Kai Ivo Baulitz, Kommissar Stedefreund, Laura Tonke, Liane Düsterhöft, , Marie Anne Fliegel, , normannenstraße, , , , , , , Thomas Ziesch, vergangenheit, Wilfried Huismann,   

    Tatort: Schlafende Hunde (2010) – Lürsen & Stedefreund 

    Wow. Ein richtig spannender Tatort, von der ersten Minute an. Mit viel geheimdienstlicher Trickserei werden die Kommissare an der Nase herum geführt: Zersetzung, Täuschung, Überwachung. Und am Ende muss Herr Stedefreund für seinen Alleingang bluten. Sehr Forsythesk.

    Aber! Die Story um alte Stasi-Seilschaften, die noch Gift aus dem Kalten Krieg einsetzen, ist ja mal sowas von an den Haaren herbei gezogen. Dazu Waffenschmuggel an die Rebellen, um die Welt zu befreien. Hach, das wäre Stoff für einen guten Spionagethriller, aber für die Bremer Kripo? Haarsträubend.

    Link +++ Erstausstrahlung!

    [xrr rating=5/7]

     
  • Carsten 23:21 on February 10, 2010 Permalink
    Tags: 00er, , disco 2000, , google buzz, internetabhängigkeit, jahrzehnt, pulp, , sonnenfinsternis, south park, vergangenheit, ,   

    das 00er jahrzehnt – “Simpsons Already Did It” 

    noch ein paar worte zum vergangenen jahrzehnt. ist zwar viel passiert, wir hatten aber kaum zeit, das aufzuarbeiten. weil ständig neues passiert und wir drohen zu ersticken in der flut an meldungen, informationen, ereignissen. da braucht man nur einmal das internet aufzumachen und schon ist schon wieder was passiert. bumms. deswegen ist es manchmal besser für die geistige gesundheit, das internet (stellvertretend an dieser stelle für alle anderen medien) auch mal zu zulassen und mal wieder raus zu gehen.

    das mussten wir erst lernen, haben wir aber ganz gut hin bekommen. neben einer work-life-balance sollte es also auch eine internet-reality-balance geben. wenn nicht, so nennt man das internetabhängigkeit.

    inzwischen ist das gefühl der informationsüberflut einem gefühl gewichen, alles neue schon zu kennen und schon mal irgendwo gesehen zu haben. ich kann aber nicht sagen, ob das schon alterserscheinungen sind oder ob es euch auch so geht. passend dazu diese kleine episode:

    (diese south park-folge hat kulturhistorisches niveau und wird in ein paar jahren gegenstand etlicher kulturgeschichtlicher proseminardiskussionen sein, wetten?)

    so jedenfalls erging es mir heute beim anblick von google buzz, einem weiteren kurznachrichtendings. alles schon mal da gewesen. produktvariation, my ass. geht mich nichts an, lockt mich nicht hinterm ofen vor. da müsste schon was neues her.

    aber wir wollten ja über das vergangene jahrzehnt sprechen. das begann für mich am 11. august 1999. wir saßen auf dem golfplatz (nein, ich habe noch nie golf gespielt, ganz ehrlich) und guckten mit sonnenbrillen in den himmel. totale sonnenfinsternis. das licht war merkwürdig anders, twilight zone-mäßig. und wir fühlten uns komisch, ganz tief im bauch. der soundtrack, ganz klar pulp:

    dann das jahr-2000-problem, ich hab abi gemacht und das leben begann. aber das erzähl’ ich ein andernmal…

     
  • Carsten 11:45 on August 24, 2009 Permalink
    Tags: , , Alissa Wilms, analphebetismus, Bernhard Schlink, Bruno Ganz, , , Carla Berg, , David Hare, David Kross, Der Vorleser, Dieter Spenz, , Emily Berg, , , , Gerhard Bade, , Hanna Schmitz, Hannah Herzsprung, Hildegard Schroedter, , Ilana Mather, Joachim Tomaschewsky, Julia, , , Kate Winslet, Lena Lessing, Lena Olin, Linda Bassett, , , , Marthe, , Max Mauff, Merelina Kendall, Michael Berg, Peter Berg, Professor Rohl, , Rose Mather, Rudolf, senator, Sophie, Stephen Daldry, , , The Reader, Thomas Berg, , vergangenheit, Vijessna Ferkic, Volker Bruch   

    Statt Tatort: Dem Vorleser zugehört 

    Bernhard Schlink hat es nicht einfach bei mir. Sein Buch habe ich schon nicht gelesen, ich weigere mich. Liegt aber nicht am Buch, sondern am Hype drumrum. Es gab mal eine Zeit, da haben alle den Vorleser gelesen und nervten damit. Wie toll das Buch sei und wie ehrlich und ergreifend und ernst und sowieso. Bullshit Bingo. Ein ähnliches Schicksal hat auch Süskinds Parfum bei mir erlitten. Aber damit können die Autoren offenbar leben.

    Nun gab es gestern den Vorleser als Film und ich muss schon sagen, die Story hat was. Wenn ich auch noch nicht sagen kann, was genau. Zugegeben, die Rahmenhandlung mit der Affäre ist lahm, der Gerichtsprozeß selbst und die Aussagen, die Meinungen dazu sind dagegen hochspannend und hätten noch mehr thematisiert werden müssen. Meine Meinung.

    Und ganz dreist und nebenbei wurde es dann doch wieder ein Film über den Holocaust, keine Liebesgeschichte. Und Holocaustfilme gibt es nun wirklich genug bessere. Das muss man ja mal sagen. Verwirrend ist ja auch, dass die Protagonisten aus englischen Büchern deutsch vorlesen. Ein Detail für den amerikanischen Markt, aber ziemlich doof eigentlich.

    Ach und überhaupt: überbewertet, so wie das Buch.

    [xrr rating=2/7]

     
  • Carsten 11:09 on August 14, 2009 Permalink
    Tags: 1961, , , , , , , Erwin Sawatzke, , , Franziska Götze, , , Hans Kuhlke, Hartmut Schoen, , , Iris Berben, , Jule Gartzke, Katharina Kuhlke, Lavinia Kellermann, , Paul Kuhlke, , Renate Sawatzke, , , vergangenheit   

    [Film:] Die Mauer – Berlin ’61 (2006) 

    Ok, Axel Prahl war dabei, als schmieriger Möbelhändler mit Gelfrisur. Aber ansonsten? Schöne Bilder, alles in braun und grau gehalten, war offensichtlich damals so. Aber die Story? Ossifamilie kommt nach dem Mauerbau nicht mehr nach Hause, wo der Sohn inzwischen zum Vorzeigepionier rekrutiert wird. Dazu ein bisschen Notaufnahmelager und zuviel Allzumenschliches. Wenigstens das Ende ist nicht kitschig, sondern orientiert sich an der deutsch-deutschen Realität.

    Nur eine U-Bahn Station Treptower Park gab es meines Wissens nie, oder irre ich mich?

    SPONs Fazit:

    “Ein traurigerer Film über die deutsche Teilung wurde bislang nicht gedreht.”

    [xrr rating=2/7]

     
  • Carsten 22:56 on July 17, 2009 Permalink
    Tags: 1996, antje, , mp3-player, , , , , vergangenheit   

    geständnis 

    ich mag alte dinge. kleine persönliche alte dinge. das ist mein fetisch, ich kanns nicht ändern. zum beispiel notizbücher von mir unbekannten menschen, von flohmärkten oder trödlern, in denen kryptisches zeugs steht. in denen notizen und wirre daten stehen.

    1-2013-05-11 22.05.02

    das herzstück meiner sammlung ist ein büchlein von antje k., randvoll mit fotos, notizen, eintrittskarten, zeitungsausschnitten und kritzeleien. kein tagebuch, eher ein gedankenmülleimer. gefüllt im jahr 1996 in berlin-prenzlauer berg. vom stil her künstlerisch-ambitionierte studentin (wahrscheinlich lehramt) mit einem unglücklichen händchen für männer. in dem jahr hat sie nina hagen gesehen (DM 33,-), den film über den verhüllten reichstag (DM 17,50) und war auf hiddensee und in paris im dezember und im sommer in griechenland. dazu viele austellungen und filme – eintrittspreis mittwoch abend im hackeschen höfe filmtheater: DM 8,50. sowas erfährt man dann, wenn man alte notizbücher sammelt, viel belangloses, aber auch einzigartiges. und es bleibt die feststellung, dass sich manche sachen nie ändern werden:

    Eine halbe Stunde noch und der 19.7.96 ist vorbei. Dieser Tag ist vorbei und kommt nie, nie, nie wieder! Nehme mir heute noch vor, mich nicht mehr bei René zu melden. 22.8.96 – bis jetzt durchgehalten! 15.11.96 – schön, schön, schon gut.

    1-2013-05-11 22.05.45

    1-2013-05-11 22.06.16

    neulich habe ich einen mp3-player gefunden. die musikzusammenstellung war ähnlich meiner mit leichten abweichungen richtung pop und heavy. erstaunlich, wieviel man über menschen anhand ihrer playlisten erfährt. soziologen da draußen?

     
    • zonenschwabe 12:48 on July 19, 2009 Permalink | Reply

      ob sie sich doch wieder bei rene gemeldet hat, kann man nicht wissen, aber ich wurde eine halbe stunde später jedenfalls 18…
      mein gedankennotizbuch von damals (also einen tag später) könnte so klingen.
      jetzt bin ich 18. reinfeiern war doof. michaela is auch doof. alle sind doof. und führerschein hab ich auch noch nich…

  • Carsten 21:43 on April 27, 2009 Permalink
    Tags: , , , berlin (ost), , , , dokument, , , ich suche sie, , , , vergangenheit, , wolfgang lippert,   

    Lippi rockt den P-Berg 

    Der (leider) real existierende Wolfgang Lippert hat schon 1985 erkannt, dass der Prenzlauer Berg das nächste große Ding sein würde. Der spätere Wetten dass..?-Moderator stolziert da musizierend durch den Kiez und wir erkennen so einiges wieder. Mit dabei Ikarus-Busse, die Schönhauser, eine coole Lederjacke und ganz alte Straßenbahnen. und, nunja, frisuren oder so.

    [youtube OLaHimxmDdk]

    (via, via)

     
  • Carsten 23:44 on January 27, 2009 Permalink
    Tags: brummifahrer, , gunter gabriel, hitparade, johnny hill, , , melancholie, , , neunziger, , teddybär kanal 14, tom astor, truck stop, trucker, vergangenheit, , ,   

    was ich zu tun hatte, das wußte ich längst schon 

    wir waren so zehn, elf und spielten playmobil bei patrick, meinem großcousin. ich hasste playmobil, war eher so der lego-tüftler. aber er hatte nun mal nur playmobil. seine eltern waren waschechte prolls mit toyota irgendwas, schnauzbart, fuchsschwanz und, natürlich, deutschem country. ich weiß nicht, welcher pöse plattenboß deutsche countrymusik erfunden hat, aber gehört gesteinigt und gefedert. wir spielten jedenfalls und hörten dabei die größten trucker hits: truck stop, gunter gabriel, tom astor und johnny hill. manchmal standen wir auch an der großen straße und winkten den brummifahrern. manchmal winkten sie zurück und einmal schmissen dänische fahrer sogar süßes aus ihrer kabine. das weiß ich noch wie heute. berufswunsch damals: ganz klar, lkw-fahrer – romantisch auf dem kutschbock quer durch europa und im radio die ganze zeit trucker-musik. in der schule sprachen wir über lkw-marken und spielten auto-quartett mit schweren maschinen. es war eine friedliche zeit – ganz ohne globalisierungskritik und schadstoffausstoss. patrick habe ich schon lange nicht mehr gesehen. vielleicht fährt er da draußen in der nacht, grüßt ihn mir, wenn ihr ihn hört auf eurem cb-funkgerät, kanal 1-4…

    [youtube JBuLcozP-UY]

    (via)

     
    • Manuel 01:33 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      Geteert und Gefedert. Wenn gesteinigt, dann muss man ja nicht mehr federn, weil schon tot.

    • Carsten 13:03 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      stimmt.

      anderseits: doch! die schwere der tat verlangt eine unkonventionelle bestrafung!

    • Carsten 13:04 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      jetzt sag nicht, dass du das lied nicht kennst…?

    • Carsten 15:38 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      Einsam und immer unterwegs,
      knabbert er den letzten Keks
      Der letzte Cowboy kommt aus Gütersloh
      und sucht die Freiheit irgendwo – Irgendwo

      (Thommie Bayer)

      großartigst! was genau im fernsehen verstehst du denn nicht? soll ichs mir mal anschauen?

    • Carsten 17:22 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      diesmal vielleicht ortslieder? jeden tag ein anderes bundesland?

      I hold my head against the wind
      The night is slowly closing in
      But I won't turn back
      I'm waiting for a train to come
      A sign says It won't be long
      It's only a few hundred miles to go
      To Gütersloh
      I feel homesick

      (Fury in the Slaughterhouse)

    • Claudius 12:57 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      das video ist der hammer. könnte man deutschen sprechgesang nennen oder? weil singen tut er ja eigentlich nich wirklich. is doch aber auch kein country und kein schlager und keine volksmusik, das is noch schlimmer. das is einfach nur scheisse. wie schlecht. ich kann nich mehr…

    • ortrun 13:35 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      es gab ein lied mit guetersloh, das weisz ich genau. wenn ich laenger nachdenke, faellt mir bestimmt noch mehr ein. bei der gleichen gelegenheit, naemlich im krankenhauszimmer mit anderen maedchen habe ich auch “lass mein knie joe” kennengelernt. und das franzoesische alphabet. da war ich aber auch 10. sowas.
      ich dachte erst, ihr haettet zu zehnt irgendwas gespielt. aber ich kapier momentan auch im fernsehen nichts. ist die welt in den letzten tagen komplizierter so viel geworden?

    • ortrun 17:03 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      alles eigentlich. krimis, fuszball.
      bei der tagesschau bin ich noch nie mitgekommen.

      ich glaub, ich meinte ein anderes lied mit guetersloh. sollen wir mal wieder bei flickr lieder sammeln?

    • Claudius 18:21 on January 28, 2009 Permalink | Reply

      ne ich kenn das lied( das nennst du ehrlich lied?) nich. und soll ich dir was sagen? ich bin stolz druff!

  • Carsten 14:35 on December 8, 2008 Permalink
    Tags: , , , betrachtungen, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , sehnsucht, , , , , , , , , , , vergangenheit, , , ,   

    Kritische Betrachtung der Gruppe Rammstein mit vielen Fussnoten inside – oder: Der Arschloch-Text ohne Aussage 

    Als ich gestern seit langem mal wieder ein Video der Gruppe Rammstein im Fernsehen sah, da dachte ich so vor mich hin: Du fandest die mal toll, warst ein richtiger Fan, einer von jenen, die exstasisch auf die Bühne starren und elektrisiert mitgrölen. Da lief jedenfalls ein Livekonzert, aufgenommen in einem mittelalterlichen Theater im französischen Nimes:

    [youtube qx_ySUR_Rho]

    Und während ich vor mich hindachte und mir wieder das Konzert einfiel, auf dem ich selber war (wir wurden von unseren Eltern hingefahren und auch wieder abgeholt – muss so zehn Jahre her sein)*, da erkannte ich plötzlich die ganze Tragweite und die Ursachen für den Erfolg von Rammstein.

    Denn man muss wissen, dass der Autor nun, nach zehn Jahren, eine weitaus distanzierte und kritische Denkhaltung eingenommen hat. Daran erkennt man den aufmerksamen ZEIT-Leser**.

    Die Gruppe Rammstein vertritt jedenfalls eine durchaus unpolitische Haltung. Die Texte sind einfach , die Musik durchdacht, handwerklich perfekt, aber nicht unbedingt genial. Es wird mit Klischees gewürfelt, zitiert und angespielt. Es ist für jeden was dabei. Sogar für Leute, die die Texte nicht verstehen. Kommerziell erfolgreich, aber immer noch provozierend genug. Gerade recht für Jugendliche, um zu protestieren. Jeder nimmt sich das raus, was er in Rammstein sehen will.


    *) Es war damals ein Konzert der Sehnsucht-Tour in Dresden, das muss so 1998 gewesen sein. Ich trug da eine Jeansjacke, auf der ich mit Edding das Rammstein-Logo drauf geschrieben hatte. Ohne Scheiß!

    **) Tatsächlich habe ich ein fünfwöchiges Probeabo und lasse dies mein soziales Umfeld auch spüren. Da halte ich es ganz mit Harald Schmidt: “Ich lese die ZEIT nicht, ich lerne sie auswendig.”*** Und so muss sich der geneigte Freundeskreis meine durchaus kritischen Analysen und pointierten Betrachtungen eben anhören. Gegenrede dulde ich nicht, oder nur mit Quellennachweis (SZ, FAZ, Lufthansa-Bordmagazin, …)

    ***) An dieser Stelle Harald Schmidt zu zitieren ist sehr löblich und nur ein weiterer Beweis für meine Geisteshaltung, die durchaus manipulative und selbstkritische Ansätze aufweist, jedoch vor Autoritäten zurück schreckt.

     
    • matze 18:37 on December 8, 2008 Permalink | Reply

      gut bemerkt, deine rammstein analyse, aber ähnliche leichen haben wir doch alle im keller. mußte ich grad wieder dran denken als am letzten we herr marius müller westernhagen, vermutlich, wieder im armani anzug eines seiner konzert “events” in hamburg gegeben hat.

    • pixelroiber 19:23 on December 8, 2008 Permalink | Reply

      dem marius sein bester song ist und bleibt johnny walker – den hab ich auch immer gemocht.

    • pixelroiber 19:26 on December 8, 2008 Permalink | Reply

    • artemisia 18:07 on December 8, 2008 Permalink | Reply

      **** Ich gebe zu bedenken, dass Harald Schmidt ein Schwabe ist.

      Zu Rammstein habe ich keine Meinung.

    • pixelroiber 14:57 on December 9, 2008 Permalink | Reply

      [manchmal schreibt man sachen, die man eigentlich anders meint]

    • Donegal 00:49 on March 11, 2009 Permalink | Reply

      Die dritte Fußnote wird im Text nicht angegeben.

      Wieso soll das ein Arschlochtext sein? Und wo ist die kritische Betrachtung?

    • pixelroiber 10:16 on March 11, 2009 Permalink | Reply

      die dritte fußnote bezieht sich auf den zweiten fußnotentext.

      arschloch weil ich mich aufplustere als hätte ich was zu sagen.

      und kritisch, weil man rammstein IMMER und unter JEDEN umständen kritisch betrachten sollte. wie sowieso alles.

    • Steffen 10:11 on December 14, 2010 Permalink | Reply

      “Die Texte sind einfach”?! ick globe dit hackt…
      Bei manchen Texten stimmt das vielleicht, aber einige sind so raffiniert, dass sie nur auf den ersten Blick einfach scheinen.

      Und DAS beste Lied von Westernhagen ist auch nicht Johnny Walker – es ist vielmehr eine Menge an Liedern, z.B. “Mit 18”, “Taximann”, “Jesus”, usw.

      So!

      • Carsten 11:06 on December 14, 2010 Permalink | Reply

        Naja – Beispiele vielleicht mal? Textkostproben?

        Sex ist ein Schlacht
        Liebe ist Krieg
        Wollt ihr das Bett in Flammen sehen
        wollt ihr in Haut und Haaren untergehen
        ihr wollt doch auch den Dolch ins Laken stecken
        ihr wollt doch auch das Blut vom Degen lecken

        Mensch Leute, wir sind hier nicht in der Grundschule. Wir sind Germanistik, auf Magister, achtzehntes Semester. Menno.

    • Steffen 11:20 on December 14, 2010 Permalink | Reply

      Wenn sich an mir ein Weib verirrt
      Dann ist die helle Welt verwirrt.
      Mann gegen Mann
      Gleich und gleich gesellt sich gern.
      Ich bin die Ecke aller Räume
      Ich bin der Schatten aller Bäume.
      Mein Geschlecht schimpft mich Verräter
      Ich bin der Alptraum aller Väter.

      [zusammengeschnitten]

      Hier geht es ums schwul sein, und es wird erklärt, das Schwule auch nur Menschen sind. Alles Metaphorisch. Zwischen den Zeilen versteckt. Genial.

      • Carsten 12:16 on December 14, 2010 Permalink | Reply

        machst du dir das damit nicht ein bisschen zu einfach?

        ein weiterer interpretationsversuch dieses titels findet sich übrigens hier.

  • Carsten 19:59 on November 10, 2008 Permalink
    Tags: , al gore, , , , , , , , , eine unbequeme wahrheit, , , , folien, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , vergangenheit, , , ,   

    angeschaut 

    umweltschutz geht uns alle an! – dieser satz hat sich fest in mein hirn gebrannt. und so habe ich ein schlechtes gewissen, wenn irgendwo noch eine normale glühbirne brennt, wenn leute ihren müll nicht trennen oder wenn die klospülung ohne spülstopp arbeitet. lieber friere ich als die heizung aufzudrehen und verzichte auf ein auto. trotz allem wird der regenwald abgeholzt und die amerikaner fahren überdimensionierte autos. zum gelebten ökofaschismus gehören auch regelmäßige informationsabende und -filme. und so gabs gestern al gores unbequeme wahrheit.

    al gore redet viel. am liebsten über sich selbst. wie er mal fast präsident der usa wurde. über seine kindheit. und wie er als student dem co2 den kampf angesagt hat. er informiert seitdem über die globale erwärmung und deren folgen. dazu reist er um die welt und hält vorträge, redet mit experten und macht allerlei noch mehr solcher sachen. wahrscheinlich verfügt er über mehr powerpoint-folien als der gesamte microsoft-konzert. das ist löblich und es gibt wohl kaum einen zweiten menschen auf dieser unserer welt, der so konsequent und öffentlichkeitswirksam für den klimaschutz kämpft. er bedient sich dazu eines gut geschmierten pr-apparates. in der vergangenheit wurden auch noch mehr ungereimtheiten öffentlich. nichts dagegen zu sagen, der zweck heiligt schließlich die mittel.

    doch der film begeht in meinen augen einen schwerwiegenden fehler: er ist zu sehr usa-zentriert. zwar wird china als weitere dreckschleuder erwähnt, doch es gibt schließlich auf der ganzen welt genug ökosünden. al gore denkt noch zu sehr nationalstaatlich: die usa sollten das uns das, die amerikaner sollten mehr strom sparen und weniger benzin verheizen. undsoweiter. doch globale erwärmung hat nicht nur globale auswirkungen, sondern auch globale ursachen. denn wie war das? umweltschutz geht uns alle an!

    ansonsten netter film, wenn auch ein bisschen zu moralistisch. ich trenne jetzt noch ein bisschen müll…

     
    • pixelroiber 11:15 on November 11, 2008 Permalink | Reply

      ich habe noch mal darüber nachgedacht. eigentlich stört mich eher die al gore-zentriertheit im film. und dass nordamerikaner sensibler werden müssten mit umweltthemen, ist ja klar. soll mal schön die neue regierung anfangen. schließlich hätten wir sie unter anderem auch dafür gewählt!

    • artemisia 11:12 on November 11, 2008 Permalink | Reply

      Naja. Der Gore ist nun mal Amerikaner, und seine Landsleute haben eben noch nicht verstanden, dass Umweltschutz sie alle angeht, während wir bei jeder Normalglühbirne erröten. Also finde ich seine USA-zentriertheit schon mal den richtigen Ansatz. Die Frage ist ja auch, ob wir uns von ihm 'was sagen lassen würden?!

    • Sabrina 14:27 on December 9, 2008 Permalink | Reply

      Die Glühbirnen sind nun verboten: . Vamos a ver wo uns das noch hinführtn – politisch verpflichtete Öko-Bürger? Ob das mal so effektiv ist.

  • Carsten 10:48 on September 11, 2008 Permalink
    Tags: , , , , Der Mann ohne Vergangenheit, , , dvd-abend, , , , , , , , , , Markku Peltola, Mies vailla menneisyyttä, , vergangenheit,   

    Filmkritik: Der Mann ohne Vergangenheit (2002) 

    gestern den mann ohne vergangenheit von kaurismäki gesehen. intelligente story und absurd-bittere humorige dialoge. aufgefallen sind die markanten synchronstimmen. aber großartig auch das licht im ganzen film, die farben! die kameraeinstellungen und die ausstattung. zeitlos wirkt der film, ruhig, aber nie langweilig. und sozialkritik findet sich auch. mehr braucht es eigentlich nicht für einen klasssiker. ansehen!

     
  • Carsten 16:48 on June 19, 2008 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , mehrwehrtdienst, , , , , , , , , vergangenheit, , , ,   

    140 zeichen p0rn 

    in der aktuellen ausgabe der mindestens haltbar geht es um peinliche jobs in der jugend. das brachte mich auf einen text, der schon lange geschrieben werden wollte:

    das bewerbungsgespräch im herzen berlins entpuppte sich als infoveranstaltung. mit dreißig leuten quetschten wir uns in einen kleinen raum voller rechner. an den rechnern saßen dieselben leute wie wir und arbeiteten. kurze einführung ins thema, blabla. ich hab garnicht richtig zugehört. die ersten bewerber standen wutschnaubend auf und verließen grußlos das büro. andere lachten irritiert oder spielten das ist-mir-alles-scheißegal-spiel. es ging um mehrwertdienste per SMS. was diese worthülse bedeutete ging mir dann am ersten arbeitstag auf. ich nahm den job natürlich an, brauchte das geld, freiberufliche festanstellung sozusagen. dann einteilung in schichten und los gings.

    am ersten tag sollte ich einer tussi über die schulter schauen und lernen, was man denn so schreibt. was folgte, waren die schrecklichsten stunden meines lebens, guantanamo ist wahrscheinlich nix dagegen. ich sitze also neben einem attraktivem mädel und schaue irritiert auf ihre sätze, die sie ins system hämmert. es sind kurze, knappe sätze. 140 zeichen mehrwert-SMS mit erotischem inhalt. ab 18. irgendwo da draußen in der welt sitzt einer und schreibt für knapp zwei euro eine SMS und die frau neben mir beantwortet sie, ohne gefühlsregung, quatscht nebenbei mit den anderen oder knabbert an ihrer stulle. und ja, ich war verwirrt. mein sexueller horizont erweiterte sich innerhalb einer stunde um 150%.

    und dann war ich dran. erst zögerlich, dann voller abscheu, schrieb ich auf, was mir einfiel. im grunde musste man nur das schreiben, was der kunde hören wollte. er gab ja die richtung vor, ich reagierte und meine sätze platzten fast vor geilheit. meistens war ich eine frau mitte zwanzig und zu allem bereit. naja, zu fast allem. ein paar tabus hatten wir schon, kinder und tiere und so. aber ansonsten gings immer rund. die teamleiterin saß mir im nacken und verlangte qualität.

    nach einer woche war ich genauso abgebrüht wie die kollegen und schrieb die sätze, so als hätte ich nie was anderes in meinem leben getan. vielleicht hasste ich mich selbst, ob meiner verdorbenheit und unaufrichtigkeit – immerhin glaubten die kunden ja, mit “echten” frauen zu simsen. aber im grunde war mir es nach einer woche egal. es ging ums geld. sehr üppig war der job nicht bezahlt, aber immerhin konnte man rund um die uhr arbeiten gehen. ein paar perverse waren auch dabei mit irgendwelchen abgefahrenen fetischen, aber irgendwann wird auch das normal. und kurioserweise waren auch frauen dabei. dann war ich meist ein mann in seinen besten jahren. klar, oder? einige kunden haben sich verliebt und wurden so zu stammkunden. übrigens war uns auch untersagt, von liebe zu sprechen. ganz in echt! traurig das alles.

    aber ich habe es ausgehalten. fast zwei jahre. gewissensbisse? nö. abstumpfung? wahrscheinlich. aber irgendwann wird auch ein arschfick per sms so langweilig wie jeder andere job. arme menschheit.

     
    • c.h. 11:27 on June 20, 2008 Permalink | Reply

      jetzt weiß die caro auch gleich wie wir uns kennen gelernt haben…

    • c.h. 11:31 on June 20, 2008 Permalink | Reply

      nicht wie, wo meinte ich natürlich …!

    • Caro 12:18 on June 20, 2008 Permalink | Reply

      Das wusste ich doch eh schon. (Aber nicht weil ich damals simse an Männer im besten Alter schrieb und Geld dafür bezahlte.)

      Aber traurig ist das wirklich, dass manche Menschen ‘nur’ verbal ‘Sex’/Liebe haben und dann auch noch per SMS.

    • c.h. 12:49 on June 20, 2008 Permalink | Reply

      hab ich das erzählt? kann mich wohl schon wieder mal nich erinnern an das was ich so alles erzählt hab…

      rede wohl manchmal einfach zu viel. oder geht das anderen auch so dass sie nich mehr wissen was sie so erzählt haben?

    • Caro 13:41 on June 20, 2008 Permalink | Reply

      Vielleicht frage ich ja auch so gut/dreist/direkt???

    • pixelroiber 17:37 on June 20, 2008 Permalink | Reply

      na hier gehts ja ab!

      mir gehts meist so, dass ich manchmal komplette gespräche vergesse. und gesichter. und namen. zum beispiel wäre ich gerne cineast. aber das wird wohl nix. anderseits heißt es bei tocotronic:

      Und um das alles zu begreifen
      Wird man, was man furchtbar hasst, nämlich Cineast
      Zum Kenner dieser fürchterlichen Streifen

      um bösen blicken vorzubeugen, sage ich sachen wie: “…ich hör’ DIR nie zu…” – das funktioniert (meistens).

      aber zurück zum text: any anmerkungen?

    • c.h. 18:27 on June 20, 2008 Permalink | Reply

      ja aber wenn du sagst “ich hör DIR nie zu” (was du übrigens tatsächlich immer sagst) dann hilft dass doch nicht das bereits von dir gesagte nicht zu vergessen. ich frage mich übrigens gerade wie das bei frauen ankommt die man gerade kennenlernt. ich hör dir nie zu. man soll doch arschloch sein hab ich gehört.käme wohl ganz gut an bei frauen. da caro die einzige frau ist die hier kommentiert bitte ich um hilfe…

    • Caro 10:24 on June 23, 2008 Permalink | Reply

      Also ich persönlich steh nicht auf Männer die sich als A-Loch gebärden. Andererseits sind die besser als diejenigen, die erst nett tun und dann doch eines sind.

      Um ungehobelte Kerle toll zu finden muss frau glaube ich jünger sein. Ich würde dann lieber single bleiben…

    • pixelroiber 10:33 on June 23, 2008 Permalink | Reply

      wieso spricht eigentlich niemand vom umgehobelten mann?

    • c.h. 11:16 on June 23, 2008 Permalink | Reply

      die leben ja wahrscheinlich nicht mehr, bzw nicht mehr lange… (ganz schlechter witz)

    • Manniac 13:31 on June 25, 2008 Permalink | Reply

      Das tragische, finde ich, sind in erster Linie die Preise. Sexchats sind mit Sicherheit billiger zu bekommen als diese teuren SMS.
      Eigentlich mag man da doch den Stammkunden irgendwann empfehlen, es vielleicht doch mal mit Therapie zu versuchen? Genauso, wie man Spielsuechtigen dazu raten sollte, oder Alkopholabhaengigen.
      Gar nicht so sehr, weil es krank waere, dass sie auf Sex, Spiele oder Alk stehen, sondern weil die Abhaengigkeit sie finanziell ruinieren kann…

    • pixelroiber 16:24 on June 25, 2008 Permalink | Reply

      ja. oder eben aufklären. dass dahinter nur ein blöder student sitzt und eben nicht die frau fürs leben. denn das ganze system beruht auf suggestion: wir durften natürlich nie sagen, wer wir wirklich sind, wo wir wohnen undsoweiter. immer nur schwammig/mehrdeutig antworten. rechtliche grauzone eben. mit gesundem menschenverstand ist das nicht zu erklären. psychologen anwesend?

  • Carsten 15:17 on June 19, 2008 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , krombacher, , , , , , , , , , , , vergangenheit, , , , , ,   

    nachgedacht 

    lese gerade einen artikel bei jetzt.de. es geht um virales gedöns. böse firmen bezahlen noch bösere firmen dafür, videos im internet bekannt zu machen. die videos sehen so aus, als wären sie echt (dh benutzercontent), kommen aber eigentlich aus bösen agenturen und vermitteln eine werbebotschaft. das ist ja mal voll der skandal. und die bescheuerten nutzer merken es garnicht, im gegenteil, sie sind darüber hinaus noch so plemplem und schicken den mist auch noch weiter.

    mal ehrlich: ein gutes video bleibt ein gutes video, auch wenn es viral ist und eine werbebotschaft vermittelt. dann schickt man es auch gerne rum. und je offensichtlicher die botschaft, desto schneller erkennt man auch ein “bezahltes” video. heißt im umkehrschluß: wenn es erfolg haben soll, muss die botschaft indirekter, versteckter daher kommen. dann steigt aber auch die gefahr, dass sie nicht gelesen werden kann und das schöne geld verpufft im nirwana. und warum regt sich eigentlich jetzt.de auf? ist deren mutter, die SZ nicht in der vergangenheit durch besonders üble klickstrecken aufgefallen (dazu auch hier)?

    der unterschied zwischen fernsehen und internet ist, dass ich mir im netz die clips raussuchen kann, die ich sehe. und gute virale spots auf youtube sind nun mal besser als die hundertste waschmittelreklame im tv oder herr jauch, der sein bier mit regenwaldtränen verdient.

     
  • Carsten 14:36 on April 15, 2008 Permalink
    Tags: , , , arbeitnehmer, arbeitnehmerfreizügigkeit, , besprechung, , buchbesprechung, , , , , , , freizügigkeit, , , , , , , , , , , , , marina lewycka, , , , , , , , , vergangenheit, ,   

    lasst uns mal reden. über arbeit. pt.1 

    in den nächsten wochen werden wir uns mit einem wichtigen thema beschäftigen: arbeit. vergangenheit, gegenwart und zukunft der arbeit werden wir beleuchten, alternativen aufzeigen und nach hintergünden forschen. eigentlich wollte ich schon anfang des jahres damit anfangen, aber es kam soviel arbeit dazwischen, deswegen jetzt erst. den anfang macht eine kleine buchbesprechung über arbeit anderswo:


    ich habe es verschlungen. es ist weder komisch, auch keine liebesgeschichte, und um kultur gehts auch nicht. es geht ums überleben. die handlung ist schnell erzählt: eine handvoll osteuropäer (und ein afrikaner) machen sich auf den weg nach england um geld zu verdienen. weil es da besser bezahlte jobs gibt. doch schnell merken sie, dass die bessere bezahlung durch reichlich abzüge und windige chefs zusammendampft und die jobs knochenarbeit sind. sie merken schnell, dass sie verheizt werden, das große geld machen andere.

    es geht um arbeit, die protagonisten sind hochmotiviert und wollen geld verdienen. nicht illegal, sondern durch ehrliche, harte arbeit. dafür sind sie bereit, jeden noch so miesen job anzunehmen. die miesen “personalvermittler” (aka menschenhändler) nutzen deren situation aus und sind neben den arbeitgebern die profiteure. nicht jedoch die arbeiter.

    lösungsansätze bietet das buch nicht, dafür ist es viel zu sehr roman. einmal tritt ein gewerkschafter auf, doch dessen anliegen versteht keiner und er verschwindet ungesehen eine seite weiter. marina lewycka ist eine lesenswerte beschreibung gelungen. eine beschreibung der sehnsüchte, der hoffnung und der verbitterung.

    und fährt man im zug oder im bus nach osten oder kommt von dort, dann sieht man sie: die modernen wanderarbeiter, die frauen, die männer. sie arbeiten in ganz westeuropa, teilweise illegal. weil es da jobs gibt, weil da das große geld lockt. arbeitskraft ist schon immer dorthin gegangen, wo arbeit ist, keine frage. die globalisierung und die öffnung des arbeitsmarkts waren da nur katalysatoren. doch zu welchem preis? es leiden die familien und die arbeiter selbst.

    ein erster lösungsansatz wäre sicher, die arbeitsbedingungen zu verbessern und die bisher illegalen beschäftigungsverhältnisse zu legalisieren. also eine ausweiterung der arbeitnehmerfreizügigkeit. das würde die arbeit zwar verteuern und damit die produkte. doch letztendlich liegt es auch an uns verbrauchern, die immer billig einkaufen müssen.

    meinungen dazu?

     
  • Carsten 17:58 on February 25, 2008 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , vergangenheit, , zurück in die zukunft   

    hallo zukunft! 

    schreibe gerade aus der vergangenheit und bezahle dafür echt viel geld. die sondergebühr für den übergang ins internet spar ich mir. hat sowieso keine zukunft, das internet. viel zu bunt und zu schnell…

     
    • Caro 13:18 on February 26, 2008 Permalink | Reply

      Das ist echt lustig. Ja, damals. Wir waren noch Pioniere. Die T-online-Nr. bestand aus Telefonnr. in Kombi mit der Zugangs-Pin, … und Modems signalisierten singend den Übergang ins Internet. Während des Einwählens konnte man noch schnell einen Espresso machen…

    • pixelroiber 13:41 on February 26, 2008 Permalink | Reply

      so t-online und btx kenn’ ich garnicht. war das mit telefonhörer irgendwo drauflegen?

      aber mit modem war ich auch lange zeit unterwegs. die einwahlgeräusche stecken mir immernoch in den knochen. huar! und noch jetzt wache ich manchmal schweißgebadet auf – die angst vor dem plötzlichen verbindungsabbruch…

    • Caro 14:24 on February 26, 2008 Permalink | Reply

      nee, in btx habe ich nicht wirklich ‘gemacht’. aber ich sach nur: computerspiele… bzw. am fernseher so stäbchen hoch und runter schieben, die ein tennis-spiel simulierten. das konnte man auch letztes jahr in einer “installation” im hamburger bahnhof spielen. meine vergangenheit wird kunst-happening.

    • pixelroiber 14:54 on February 26, 2008 Permalink | Reply

      das kenn ich! gabs vor jahren mal in berlin am alex: klick!

      und: meine pixelige vergangenheit wird zum wandteppich.

  • Carsten 16:13 on October 31, 2007 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , schornstein, , , , vergangenheit, , , ,   

    über Nacht kam die Erinnerung 

    fürs gemüt II

    es wird kalt in deutschland. der sommer ist vorbei. es riecht jetzt überall in der stadt nach schornstein. ich mag das. diesen beißenden geruch von verbrannter kohle und holz. er steigt in die nase und kriecht ins mittelhirn. dort döst er vor sich hin und signalisiert: ist kalt draußen, junge. mach deine jacke zu, komm vom spielplatz nach hause und trink deinen kakao. und bind’ dir doch endlich mal den schal um, den ich dir letztens geschenkt habe.

    als ich das erste mal nach berlin kam, roch es auch überall so. auch im wedding. und so denke ich jedesmal an lauschige nachmittage und frühabende. die heizung knistert vor sich hin und der kaffee dampft. ach, romantisch. doch, vorbei. bald. oder zumindest soll es immer weniger kohleheizungen geben.

    Schwerpunkte mit bis zu 50% Kohleheizungen liegen hier in einzelnen Bezirken des Innenstadtbereiches mit geschlossener Altbebauung, in Prenzlauer Berg, in Teilen von Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg. Auch die Altbaubereiche von Pankow, Weißensee, Treptow und Köpenick weisen z.T. noch über 30% Kohlebeheizung in der Wohnbebauung auf. [quelle]

    In Zukunft sollten die in Berlin erfolgreich begonnenen Maßnahmen (Fernwärmeausbau, verbrauchsorientierte Heizkostenabrechnung, Verdrängung der Kohleofenheizungen und Verbesserung der Wärmeisolation von Gebäuden) fortgesetzt werden und durch verstärkte Nutzung der Sonnenenergie und Erneuerung veralteter Heizungsanlagen ergänzt werden. [quelle]

     
    • Caro 10:19 on November 1, 2007 Permalink | Reply

      Der Geruch von Kohle- bzw. Holzöfen hat schon ‘was Heimeliges. Aber über die CO2-Emissionen darf man nicht wirklich nachdenken. Wohnste Wedding? Dann wink ich Dir ab jetzt täglich auf dem Weg ins Büro. Vielleicht muntert Dich das auf?

    • pixelroiber 11:14 on November 2, 2007 Permalink | Reply

      dann wink ich zurück. falls wir uns sehen zwischen all dem co2…

  • Carsten 12:58 on August 31, 2007 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , vergangenheit   

    angesehen 

    ostPUNK! / too much future (2006)
    Regie: Michael Boehlke, Carsten Fiebeler
    http://www.toomuchfuture.de (imbd)
    ********************************
    Am Ende kommen Touristen (2007)
    Regie: Robert Thalheim
    (imbd)
    ********************************
    zwei deutsche fime wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. trotzdem ähneln sie sich, indem sie sich mit vergangenheit beschäftigen. vergangenheit wie sie wahrscheinlich nur in diesem land eben nicht vergangenheit sein kann. der eine berichtet unaufgeregt und differenziert über das leben in OÅ›wiecim, besser bekannt als auschwitz. mit jungen und engagierten schauspielern wird versucht, ein stück normalität darzustellen. doch der film scheitert genau wie seine protagonisten und heraus gekommen ist netter spielfilm mit kulturellem anspruch plus zarter lovestory. mehr auch nicht. im übrigen ist das dämliche lächeln der hauptdarstellerin schon nach zehn minuten nur noch nervig. der andere film erzählt von punk in der ddr. das ist das land, dass so spießig war, dass selbst honecker vor lauter langeweile am ende einfach gestorben ist. ein paar punks gab es aber dennoch und in dem film kommen sie noch einmal zu wort, guido knopp-mäßig werden sie interviewt, erzählen mit glasigen augen von früher und von ihrem leben. das klingt spannend, ist aber leider nicht. denn obwohl punk zu sein in der ddr das wahrscheinlich spannendste war, sind die geschichten dann doch eher ernüchternd. aber die bilder! der schnitt! ein traum. echt jetzt mal. viel besser als bei der unvergleichlich aufwendigeren clash-doku letztens. aber dafür ins kino? nein, das kann ich wirklich nicht empfehlen. bei beiden filmen nicht.

     
  • Carsten 13:06 on August 15, 2007 Permalink
    Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , vergangenheit, , , , ,   

    armes land 

    Die falschen Käufer für seinen Pkw suchte sich ein 30-Jähriger heute Vormittag in Neukölln aus. Der Mann hatte gegen 11 Uhr auf der Hermannstraße ein vor ihm fahrendes Fahrzeug mehrfach angehupt und den Insassen seinen “Golf” laut rufend zum Verkauf angeboten. Statt auf das Angebot einzugehen, entpuppten sich Fahrer und Beifahrer als Polizeibeamte in Zivil und stoppten ihn. Der 30-jährige Mann war stark angetrunken und hatte keinen Führerschein. Den hatte er nach einem Unfall unter Alkoholeinwirkung vor zwei Monaten abgegeben. Die Beamten brachten ihn zur Blutentnahme und schrieben eine Anzeige. Den “Golf” nahmen sie doch noch mit; damit der 30-Jährige nicht noch einmal betrunken fährt, wurde der Wagen beschlagnahmt. [link]

    BLÖDonline zitiert einen 22-jährigen und findet das wahrscheinlich noch witzig:

    Nicht alle jungen Menschen erwiesen sich als geschichtsfest

    “Das ,R‘ in DDR steht für Republik, Bonn war die Hauptstadt. Hitler war der Boss, ließ eine Mauer um sein Reich bauen. Wenn die Ostdeutschen in den Westen wollten, mussten sie ein Formular ausfüllen. Berlin war mal DDR, Sachsen gehörte glaub ich auch dazu.”

    [link]

    und am wochenende gabs im wedding action. die berliner zeitung schreibt:

    In der Buttmannstraße in Wedding kam es bei einer Festnahme zu Tumulten. Das ist dort öfter so, sagen Anwohner

    der rbb dreht einen film:

    Um die wütende Menge in den Griff zu bekommen, musste die Polizei Verstärkung anfordern. Der Ort des Geschehens: die Buttmannstraße. Hier leben Menschen unterschiedlichster Herkunft: Sozialer Zündstoff. Das Problem: für die Straße fühlt sich keiner verantwortlich.

    und einen tag später dann die diskussion. unbedingt lesen!

    Wir sind sehr erfreut über die große Resonanz auf unser Thema. Wir werden in der Abendschau heute erneut darüber berichten und nach Lösungskonzepten fragen. Einige Kommentare mussten wir wegen offen ausländerfeindlichen Inhalts löschen. Dennoch wollen wir die wichtige Diskussion möglichst offen und kontrovers zulassen.

    ein paar zitate, ein bischen diskussion. und das im sommerloch. trotz oder wegen ist doch eigentlich egal. erst verblöden wir uns freiwillig mit medienscheiße und dann kloppen wir uns. und am ende ruft einer nach dem starken staat und wills endlich mal wieder wissen. nee, das ist doch doof. nervt voll. echt jetzt mal.

     
    • c 16:57 on August 16, 2007 Permalink | Reply

      ich bin selbst ausländer aber zuviel ausländer auf einem haufen is nich gut… ha ha

      bitte mehr solche filme!

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