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diesmal ein etwas verwirrter kommentar auf einem ausrangierten fernseher in der stettiner. in der nähe stand dann noch mehrmals putin geschrieben. bald kommen die seperatisten nach berlin und dann gibt es sogenannte wahlen und wir müssen alle wodka trinken. wehret den anfängen.

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eigentlich wollte ich nichts schreiben zu anti-amerikanismus, antisemitismus, rassismus und russenhass. aber es ist wohl nötig: hört auf, eure persönliche unzufriedenheit in geopolitischen und religiösen konflikten zu katalysieren. klar ist alles scheiße, was in der welt passiert. aber es hilft niemandem, wenn ihr die platten erklärungsversuche der medien noch weiter abstrahiert und längst überwunden geglaubte feindbilder beschwört.

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denkt nach und ignoriert propaganda, zeigt mit dem finger auf die hetzer, egal wo sie sitzen. die welt ist komplexer als dass man sie in gut und böse klassifizieren kann. schafft geheimdienste und rüstungskonzerne ab.

in diesem sinne: https://www.youtube.com/watch?v=rwj6SoWMfXQ

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stell dir vor, du bist berufspendler zwischen russland und ukraine und musst einen russischen konvoi aus hunderten lkws überholen. auch keine schöne vorstellung. allerdings könnte es sein, dass die berufspendler nicht mehr über die grenzen pendeln. überhaupt, wenn ich mir die bilder anschaue von den straßen und städten in der ost-ukraine (außer den kaputten) – soviel anders als bei uns siehts da auch nicht aus, wenn ich die mir jedenfalls anschaue, dann denke ich, mann ey, warum machen die das? ich meine, mal abgesehen von internationalem geplärre, wie muss es den einwohnern da gehen? abgeschottet, isoliert, der alltag geprägt von unsicherheit und angst. ich will hier gar nicht groß westliches und russisches eierschaukeln thematiseren. nur, dass es immer verlierer gibt, egal wer gewinnt.

Ab heute läuft die Serie Im Angesicht des Verbrechens jeden Freitag in der ARD um 21.45 Uhr. Gab’s im Frühjahr schon mal bei ARTE und ist richtig, richtig gut. Erzählt wird die Geschichte einer Berliner Familie, der Sohn ist Polizist und sucht den Mörder seines Bruders, kämpft gegen das organisierte Verbrechen. Die Tochter ist die Frau eines erfolgreichen Mafiosis. Nebenbei gibt es noch ein paar andere Handlungsstränge, etwa die zwei Ukrainerinnen, die das große Geld in Deutschland erwarten und sich doch nur prostituieren müssen. Teilweise ein bisschen pathetisch, aber nie schmalzig wird die Geschichte erzählt. Es gibt Spannung, auch Action, aber vor allem ist die Story gut, die Schauspieler sind großartig und selbst die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein Krimi.

Wer also an den nächsten Freitag Abenden noch nichts vorhat: mal wieder Glotze einschalten.

[xrr rating=6/7]

in bad hersfeld, irgendwo zwischen göttingen und frankfurt/main wird gesammelt. für bedürftige, arme und kinderreiche familien und rentner in der ukraine, rumänien und berlin-wedding. organisiert wird das ganze vom christlichen hilfsdienstes bad hersfeld. ab mittwoch können die pakete im wert von jeweils 10€ in verschiedenen supermärkten der region abgegeben werden. steht alles hier.

nun sammelt westdeutschland also wieder für berlin. doch nicht der kommunismus wird diesmal bekämpft, sondern kinder- und altersarmut. wäre es nicht so ernst und dringend, könnte man über diese situation lachen. denn jeden samstag, von 11-13 uhr ist essensausgabe vor der kirche st. pauls an der pankstraße. die aktion laib und seele findet dabei großen zuspruch:

Zu den angebebenen Terminen nutzen jeweils 100 bis 250 Menschen aus dem Einzugsbereich der Gemeinden dieses Angebot. Sie müssen bei ihrem ersten Besuch einen Nachweis ihrer Bedürftigkeit vorlegen, dann bekommen sie für die Folgebesuche eine Karte ausgestellt.

Der Bedarf ist groß und die Gemeinden freuen sich über Unterstützung bei der Beschaffung der Lebensmittel am Tag vor der Ausgabe ebenso wie bei der Ausgabe der Lebensmittel. Auch Lebensmittelspenden sind erwünscht, deren Gültigkeitsdatum darf nicht vor dem Ausgabetermin abgelaufen sein und sie müssen ungekühlt zu lagern sein. (quelle)

und auch wenn ich sonst nicht so der religionsliebhaber bin, hier hat die kirche zu ihren anfängen zurück gefunden. unterstützenswert, nicht nur von bad hersfeld aus.

kaum ist der bart ab, da gibts auch schon eins auf den hinterkopf: kollege ritter liegt im krankenhaus und stark und weber ermitteln im subsubunternehmersubventionierungssumpf. die hintergründe erinnern leicht an marina lewyckas „caravan“. diesmal hats den fleischkönig erwischt, kurze zeit später verkauft der sohnemann firmenanteile an die pösen ukrainer und die bulgaren sind plötzlich alle weg. welche rolle spielt die exfrau und mutter, warum ist die chefsekretärin die putzfrau von letzter woche und warum sieht gammelfleisch so verlockend frisch aus? viele fragen bleiben unbeantwortet bei diesem berliner tatort. und ganz eigentlich gehts ums rauchen: der juniorchef kaut nikotinkaugummis, um am ende wieder zu quarzen und den nervösen strohmann sieht man nur mit zigarette. was wollen uns die drehbuchschreiber damit sagen? und: ist der pathologe wirklich neu oder hat er sich nur erfolgreich versteckt in vergangenen folgen? es bleibt spannend bis zum nächsten mal. dann ist ritters bart hoffentlich wieder nachgewachsen und der kopf verheilt.

Link — Erstausstrahlung!

[xrr rating=6/7]