Schlagwortsoldiner straße

000091 – 06/2021

spaziergang durch wedding und mitte, wo auch dieser thread entstand. die kleine olympus von 1991 ist derzeit völlig überteuert, liefert anständige und knackscharfe ergebnisse und ist wirklich mini. sofort einsatzbereit nach dem aufschieben, nur noch schnell den blitz abschalten und knips knips. das rückspulen des films dauert ewig. mit dem sucher komponieren ist für anfänger, natürlich schießen wir aus der hüfte.

Film: Kodak Gold 200
Kamera: Olympus µ[mju:]-1
Zeit: 2021/06
Entwicklung: C41 (Tetenal Colortec @ 38°C)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

geschichten aus einer viel zu großen stadt pt.16

tina veihelmann lebte mithilfe des kiezschreiberstipendiums im soldiner kiez, berlin-wedding zwischen 2006 und 2007. ein paarmal habe ich sie zu dieser zeit gesehen, wie sie auf der bank an der panke saß und sich geschichten erzählen ließ. die geschichten hat sie aufgeschrieben, kann man hier nachlesen oder in einem kleinen büchlein namens „soldiner spaziergang“. darin auch die story von den zwei künstlerinnen in der ehemaligen apotheke („labor k1“, hatte ich damals auch). und das angenehme: frau veihelmann beobachtet lediglich, hört zu und schreibt auf. sie will nichts verändern, klagt nicht an. lesebefehl für all‘ jene, die den soldiner kiez nur aus gruseligen presemitteilungen kennen.

ein kommentar

eigentlich wollte ich an dieser stelle meinen kommentar abgeben. aber warum nicht auch hier. wir haben schließlich ein referenzielles internet hier.

Vielen dank für das korrekte Einbinden meines Bildes oben. Auch ich bin gestern über den oben genannten Artikel gestoßen. Ich fand ihn nur leider unter aller Sau geschrieben und so gar nicht FAZ-Niveau. Aber das sollte der Autor mit seinem Chef klären. Viel bedenklicher fand ich die einseitige Darstellung der Wirklichkeit und die entsprechende Wirkung auf die Leser, die zu obigen Kommentaren führt.

Ich wohne seit Jahren im Soldiner Kiez und wurde bisher noch nie Opfer irgendwelcher Gewalttätigkeiten. Im Gegenteil, ich fühle mich in dieser Gegend sicher. Klar, vieles ist kaputt, dreckig und überall liegt Hundescheiße. Aber genauso siehts auch im national befreiten Friedrichshain aus. Es wohnen viele Assis hier. Die Armut, die Arbeitslosigkeit liegt in der Luft, man spürt sie. Wer ein bisschen mehr Geld hat, zieht weg. Übrig bleibt eine Unterschicht, bestehend aus Migrantenfamilien und Deutschen. Dass das nicht gerade wohltuend ist für das soziale Klima, dürfte jedem klar sein.

Leider beruft sich der Autor nur auf die Aussagen des Polizisten. Ich erlaube mir folgenden Vergleich: Würde man einen Einsatzbeamten nach einem Fußballspiel mit Ausschreitungen nach seiner Meinung zu den Fußballfans fragen, so wäre die Antwort nicht sehr kuschelig.

Was ich nicht sagen will ist, dass es die Gewalt nicht gibt. Es gibt sie, die Agression liegt in der Luft. Und auch ich lese kopfschüttelnd die Polizeiberichte. Doch die Antwort auf Gewalt kann nicht Gewalt sein. Oder wollen die Anwesenden hier einen Polizeistaat unter Führung der deutschen Herrenrasse? Da lach ich mich schlapp und empfehle einen Besuch in den urigen deutschen Kneipen in der Soldiner Straße. Da säuft sich die Herrenrasse tagtäglich den Kopf zu. Was ich damit sagen will: Das Problem wird nicht dadurch gelöst, dass Drohkulissen aufgebaut und Sündenbücke benannt werden.

Im Kiez arbeiten einige ehrenamtliche Mitarbeiter und engagieren sich für die Kids. Damit die nicht Opfer und Täter dieser Gewaltspirale werden. Und davor ziehe ich meinen Hut. Nicht vor lausigen Internet-Hetzern.

Wir haben ein Idol: Harald Juhnke

Vor drei Jahren verstub Weddings berühmtester Sohn, der Entertainer und Bonvivant Harald Juhnke. Schnell wurde ihm ein Denkmal gesetzt (Ecke Zechliner Straße / Fordoner Straße). Schön ist das aber nicht, deswegen soll es nun ein neues geben. Wie das Neue Deutschland berichtet. Und so wird es dann aussehen:

Das Denkmal (links im Bild) wurde entwurfen von Liane Wloch (rechts). Was der Monster-Broccoli dahinten macht, weiß ich auch nicht.