roiberhöhle

das richtige blog fürs falsche leben

zukunft journalismus

Feb
17
wurstteller

journalismus steckt in der krise seit der erfindung der zylinderdruckmaschine 1811. doch es gibt immer mal wieder junge frische ansätze, nach niiu 2009, den krautreportern, blendle, nun also übermedien und perspective daily. letztere haben eine schöne beschreibung unserer probleme mit heutigem journalismus:

Stell dir vor, du sitzt an einem Puzzle. Es heißt: Bild der Welt. Die einzelnen Puzzleteile: Nachrichten. Da ist ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim. Du versuchst, es an die eskalierte Demonstration linker Protestler anzulegen. Es passt nicht. Du legst es stattdessen in die Nähe des Berichts über den NSU-Prozess und beschäftigst dich erstmal weiter mit dem Teil über die drohende Hungersnot in Afrika. Irgendwann wirst du die passenden Zwischenteile schon finden …

Nach mehreren Stunden hin und her stellst du fest: Nein, die Teile lassen sich nicht verbinden. In der Schachtel waren tatsächlich Puzzleteile von unterschiedlichen Puzzles, die sich nicht verknüpfen lassen. Du beschließt, das Puzzle trotzdem fertigzustellen, nimmst den Pinsel und beginnst, die Lücken mit Farbe zu füllen. Welchen Farbton wählst du? Vermutlich tiefes schwarz, denn fröhlich sehen die Einzelteile nicht aus.

2016-02-17_13h01_59

das ganze funktioniert vorerst als crowdfunding-projekt und wir werden sehen, ob das was wird, spannend ist es in jedem fall.

“In dieser Hinsicht haben die Linken recht, selbst wenn man ihre politischen Folgerungen nicht teilen mag.”

Feb
26
heute ist was einigermaßen erstaunliches passiert: Spiegel Online gibt einer these von Sahra Wagenknecht Recht. “Verluste werden sozialisiert, Gewinne privatisiert” – was vor ein paar Jahren noch als linkes spinnertum abgetan wurde, lässt sich nun nicht mehr leugnen. erstaunlich.

Betr.: Lohnstückkosten #2

Nov
21
Heiner Flassbeck: Deutschland braucht höhere Löhne, FTD vom 20.11.2012

[…]

print stürbt

Nov
21

Frankfurter Rundschau, FTD, Impulse und Börse Online – das geht noch viel zu langsam. das letzte mal habe ich mir vor ein paar wochen eine zeitung gekauft und sie nahezu ungelesen in den papierkorb gesteckt. keine links, keine updates, schlampig recherchierte und zusammen geschriebene agenturmeldungen – solange print keine qualität mehr liefert, darf es sang- und klanglos untergehen. auch in der u-bahn: vorbei die zeiten, als alle mit BZ und Kurier und selten auch mal tagesspiegel und taz beschäftigt waren. ich finde das nicht traurig und sogar positiv für bäume. damit wir uns nicht falsch verstehen: die anforderungen an den journalismus waren noch nie so hoch, eine schwemme an infos gilt es in kurzer zeit auszuwerten und zu gewichten, das ist nicht einfach, will man kein boulevard sein. aber es ist auch eine herausforderung. und wer das schafft, der wird auch publiziert oder publiziert selbst. im internet, wo sonst?

WR097 Holger ruft an: Bei Steffen (wg. Krise)

Sep
17
unglaublich guter und spannender podcast. ersetzt ein vwl-studium (fast).

die welt kann mich nicht mehr verstehen

Jul
18
bank am alexanderplatz, mai 2009

ich habe keine ahnung. ich habe es versucht, die finanzkrise und die bankenkrise und die eurokrise und die schuldenkrise zu verstehen. ich bin gescheitert. dass die schulden eines staates etwas anderes bedeuten als private schulden – klar. dass staaten doch zahlungsunfähig werden können – ok. dass solvente staaten weniger zahlungskräftigen in der not helfen – logisch. zumal in einem gemeinsamen wirtschafts- und währungsraum – das leuchtet ein. dass aber die staaten bei banken und anderen staaten kredite aufnehmen, die wiederum selbst bei anderen banken staaten und kredite aufnehmen, die selbst schulden haben bei anderen banken und staaten… – das ist ja nur kompliziert, nicht unbedingt unlogisch. man bemüht sich ja, mir das zu erklären, hiermit zum beispiel:

[youtube dEOr0jhB5zo]

[youtube RRUd0Dg5kh4]

so weit so gut, nur was sind die schlüsse aus den neu gewonnenen erkenntnissen? austritt aus europa? zurück zur d-mark? leider sind deutsche medien da nicht sehr ausgewogen, meint robert misik, entsprechend die reaktionen in der ausländischen presse. nur hilft uns das kein bisschen weiter.

verbranntes geld

Feb
15
in diesem video sieht man, wie die ungarn ihr altes geld verheizen (via)

[youtube pAkrjWe0myo]

das ist an sich nichts sonderlich spannendes. nur so schön parabelesk.

kein spekuliertes brot für die welt

Dec
06
wenn banker sich verzocken, so stürzt das zwar hin und wieder das weltfinanzsystem in den abgrund, auf die realwirtschaft schlägt es aber nur gedämpft durch. gut, arbeitslosigkeit, kurzarbeit und steuererhöhungen sind nichts schönes, aber 1929 sah das schon anders aus.

ganz anders in den nicht wohlstandsernährten ländern. die sehr umtriebigen foodwatcher haben eine kampagne, auf die ich gerne hinweise: dass nämlich nahrungsmittelspekulationen die preise für nahrungsmittel treiben und diese somit unerschwinglich werden. dazu gibt es auch dieses kleine filmchen:

[youtube wtgRO1RrxKg]

www.Haende-weg-vom-Acker-Mann.de

das war 2009 (2)

Dec
10
dies nun war das zweite jahr in der krise. mittlerweile haben wir uns dran gewöhnt und es geht wahrscheinlich auch in den nächsten jahren noch kriselnd weiter. zwar ist das system noch nicht zusammengebrochen, aber man arbeitet dran. immerhin hat sich deutschland nun eine schwarzgelbe regierung gegönnt, damit das volk wenigstens wieder ordentlich eindreschen kann auf konservative und liberale. war ja immer schwierig mit rot und grün und rotschwarz. am schönsten zu beobachten war die opelrettung. ein krimi, wie ihn dan brown nicht besser schreiben hätte können. inklusive russen und arabern und einer überforderten regierung. und am ende kommt doch alles anders. herrlich. hoffen wir gemeinsam auf noch ein paar monate krise. denn konjunktur kann jeder.

[youtube _NXBzyxKF0U]

Notizen vom Stammtisch #2

May
03
Gewalt löst keine Probleme. Doch ohne Protest verspüren die Regierenden auch keinen Handlungsbedarf. Es ist das alte Dilemma und es scheint nahezu unlösbar. Und auch wenn es der Protestforscher in kluge Worte fasst, das Problem bleibt:

An Wut mangelt es nicht. Zu Hause, am Stammtisch, in der Mittagspause auf der Arbeit – da schimpfen die Menschen. Der moralische Kredit der Wirtschaftseliten ist verspielt, niemand glaubt diesen Leuten mehr irgendetwas. […] Protestbewegungen sind Teil einer demokratischen Kultur, durch die sich ausgegrenzte Interessen immer wieder Gehör verschaffen. Aktuell droht aber eher eine Erosionskrise. Dazu gehören vielfältige Ausgrenzungserfahrungen: auf dem Arbeitsmarkt, in abgehängten Regionen, in einer verfallenden öffentlichen Infrastruktur. Hierzulande wenden die Menschen solche Erfahrungen aber eher gegen sich selbst – etwa in Depressionen, Sucht oder Suizid. Wir erleben einen Zerfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts – keine Explosion, sondern eine Implosion. (taz)

Kein Ausweg, nirgends. Und nun ist auch die Party in Kreuzberg vorbei und die BSR räumt die Scherben auf. Was wir brauchen, ist aber eine Strukturänderung. Denn es kann nicht sein, dass die alten Männer, die nachweislich für die Krise verantwortlich sind, damit so einfach durchkommen. Und doch wird allgemein so getan, als wär nichts gewesen und so weitergemacht wie bisher.

Das eigentlich erschreckende ist doch, dass wir diese Krise überhaupt nicht spüren. Es gibt sie und alle reden darüber, doch sie ist nicht greifbar. Das Leben geht weiter wie zuvor. Die Bahnen fahren, Geld abheben ist möglich und die Preise sind auch noch nicht gestiegen. Sicher, Kurzarbeit in den Unternehmen, Auftragseinbrüche, steigende Arbeitslosigkeit, Minijobs werden knapp – alles Zeichen für den drohenden Untergang? Oder Zeichen dafür, wie Unternehmen auf entsprechende Pressemeldungen reagieren, so genannte Self-Fulfilling-Prophecy-Effekte? Alles heißer Dampf? Wenn aber doch nicht: Wer trägt die Verantwortung und wer zahlt dafür?

“Wir zahlen nicht für Eure Krise!” hieß es vor ein paar Wochen auf den Demos in Berlin und Frankfurt. Doch ich befürchte, dass wir zahlen müssen. Alle, ohne Ausnahmen und alle zukünftigen Generationen bis in alle Ewigkeiten, Amen. Denn die Rettungspakete und die abgewrackten Autos wollen finanziert werden. Teuer, mit Schulden. Da gibt es keine Alternative. Können wir uns überhaupt noch leisten, eine Wahl zu haben? Oder ist dies der Anfang vom Ende des Kapitalismus, wie einige behaupten? Wie kam es eigentlich dazu, dass alle von Krise sprechen?

Lange vor dem Internet bereits haben sich in der Finanzbranche virtuelle Märkte etabliert, die mit ihren Vorgängern nicht mehr viel gemeinsam haben. Es wird gehandelt mit Werten, die real gar nicht existieren. Mit Optionen auf Tatsachen, deren Eintreten von dem Handel mit diesen Optionen beeinflußt wird. Wann fing das alles an? Ich habe keine Ahnung und bin beileibe kein Finanzmarktexperte. Doch spätestens nach der Asienkrise, nach dem Platzen der Internet-Blase vor ein paar Jahren hätte man es wissen müssen. Damals schon hätte man nach ebenjenen Regulationsinstrumenten schreien müssen, die Heute diskutiert aber doch verpuffen werden. Weil alles nur so halbherzig angegangen wird, dass man sich nur wundern kann, dass überhaupt noch irgend etwas funktioniert.

Müssen wir Angst haben? Ich weiß es nicht. Niemand weiß das. Vorsichtshalber lenken wir uns lieber ab mit der Schweinegrippe und schieben Panik, wenn der Nachbar mal wieder Schaum vorm Mund hat. Natürlich wird unser Leben weiter gehen. Nur wahrscheinlich auf einem niedrigeren Niveau. Und das wurde sowieso mal Zeit. Die Wikipedia meint dazu lapidar:

Die Grenze des beschränkten Wachstums kann abrupt oder durch Sättigung asymptotisch erreicht werden. (wikipedia)

Ziemlich schnell müssen wir uns also entscheiden, wie wir in Zukunft leben wollen. Ob dann noch der unterfinanzierte Plasma-TV im Wohnzimmer stehen wird, bleibt fraglich.

Die BSR jedenfalls wird morgen die letzten Spuren des Protestes von den Straßen kehren, somit sichern die Systemkritiker wenigstens Arbeitsplätze in einem System, das sie eigentlich bekämpfen. Und man kann diesen (scheinbaren) Widerspruch gar nicht oft genug wiederholen. Oder, auf einer anderen Ebene: Wen sollen Punks anschnorren, wenn alle das punkige Lebensgefühl angenommen haben?

Es bleibt verzwickt, aber denken hilft. Auch in einer schweinekrisigen und finanzverseuchten Welt, machen wir das Beste draus.

woran merkt man, dass finanzkrise ist? #2

Apr
18
…die leichten frauen des stöhnenden gewerbes auf der oranienburger betreiben nun aggressives marketing in eigener sache, indem sie jeden potenziellen kunden einfach mal anquatschen. ist mir so vorher noch nie passiert. gerade mit dem anwalt telefoniert, ob derartige kaltaquise überhaupt rechtens ist. anwalt meint, ich solle mich doch nicht so prüde aufführen…

woran merkt man, dass finanzkrise ist?

Mar
03
beim discounter um die ecke gibts geld und goldbarren zum spottpreis…