Schlagwortkreuzberg

000038 – 01/2021

spaziergang mit a. im tiergarten und ein spaziergang durch kreuzberg.

Film: Kodak ProImage 100
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2021/01
Entwicklung: C41 (Tetenal Colortec @ 30°C)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

000036 – 01/2021

besuch in neukölln und kreuzberg, eine demo am hermannplatz. schnee in den straßen, die sonne scheint grell, januar in berlin.

Film: Kodak ProImage 100
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2021/01
Entwicklung: C41 (Tetenal Colortec @ 30°C)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

betrunkener sand

„…man muß auch das Positive sehen, dachte er, immerhin ist bald Weihnachten, fiel ihm die Bemerkung von Karl aus der letzten Nacht ein, und er mußte lachen, obwohl er nicht genau wußte, warum.
„Warum lachst du?“ fragte Chrissie. „Nur so“, sagte Frank.
„Aha“, sagte Chrissie und schaute wieder in ihre Tasse. „Ich dachte, bald ist Weihnachten“, sagte Frank. „Das hat Karl gestern gesagt.“
„Ach so. Sehr lustig!“
„Geht so“, sagte Frank, und dann schwiegen sie.
~ aus: Der kleine Bruder

in den letzten wochen nochmal die regener-bücher über karl schmidt, frank lehmann und die bande gehört. ein ganzes universum ist das, in etwa vergleichbar mit herr der ringe oder star wars. die bücher sind nicht ganz chronologisch über einen zeitraum von 15 jahren erschienen und unterscheiden sich literarisch und perspektivisch. alle beschreiben sie ein westdeutschland (bremen) und westberlin (kreuzberg) der 80er jahre, das inzwischen so fremd und weit entfernt ist wie das auenland.

es sind die dialoge, regener lässt die protagonisten allen sinn und unsinn faseln, ihre sicht auf die dinge. dazu die gedanken von frank (und später karl). das sind auch keine gewinner, es muss sich in der welt zurecht gefunden werden, später in der kunstwelt. es muss überlebt, aber vor allem gelebt werden. es wird viel getrunken und geraucht. dabei mäandern die themen zwischen oberflächlich und tiefen gedanken. und vor dem kneipenfenster passiert die große weltgeschichte.

„Moment, Moment“ , sagte er. „Das gilt aber nur, wenn man die Zeit als etwas Absolutes nimmt. So geht das aber nicht. Meiner Meinung nach ist das wie mit einer Sanduhr. Der nüchterne Sand rinnt schneller raus als der betrunkene Sand, und deshalb ist mit betrunkenem Sand die Zeit langsamer.“
~ aus: Herr Lehmann

trivialitäten treffen große fragen. provinz trifft großstadt, die großen fragen werden behandelt im kleinen. vieles bleibt offen und zwischen den büchern ergeben sich ungereimtheiten, aber das ist nicht der punkt. vielmehr geht es um die dialoge, das sind – obwohl oft unzusammenhängend und wirr – die wahren stars der bücher.

und, natürlich sind die hörbücher besser, vom autor gelesen.

Einfach mal mit dem Fahrrad in der zweiten Reihe parken (Oranienstraße, Berlin-Kreuzberg)

Das Video ist bereits zwei Jahre alt, an der Situation hat sich nichts geändert.

https://www.youtube.com/watch?v=KoB99RB0KLw

In Zeiten immer mehr und größerer Autos in den Innenstädten stellt sich die Frage, wem die Straßen gehören. Ob jeder Bewohner das Recht auf ein eigenes Auto und Parkplatz hat oder ob das nicht in Zeiten von hoher Feinstaubbelastung und etlichen Unfällen ein Anachronismus ist? Theoretisch müssten die Straßen breiter und mehrspuriger werden, um den Andrang befriedigen zu können. Oder aber wir entscheiden uns für weniger automobilen Individualverkehr, massive Aufrüstung des ÖPNV und mehr Fahrradfreundlichkeit. Es ist an Ihnen, werte Leser, zu entscheiden, wie wir uns in Zukunft fort bewegen wollen.