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Als sich der Konsumismus selber abschaffte… #10

Dec
17

kauf-nix-tag

Nov
24

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Kauf-Nix-Tag (via)

Als sich der Konsumismus selber abschaffte… #9

Mar
06

Wir gehen dahin, wo es wehtut. Und dekadente Shoppingtempel stoßen uns gleichermaßen ab wie sie uns anziehen. Irgendwo hinter Spandau ist das große Outlet Center, schon ewig, die Betreiber haben bereits mehrmals gewechselt. Riesige Parkplätze umzingeln eine pitoreske Ansammlung kleiner Gebäude – ein Markendorf, das einer brandenburgischen Gemeinde um 1835 ähneln soll1. Dabei sieht das Dorf eher wie Seahaven2 aus.

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Dem geneigten Leser mag dies gruselig erscheinen – in Wahrheit ist es jedoch viel schlimmer. Menschen schieben sich an diesem Samstagnachmittag über die Promenade von Laden zu Laden, jeder bereits mit Tüten bewaffnet, auf denen groß die Labels zu lesen sind. Und diese Menschen sind die liquide Mittelschicht, sie gehen keinen prekären oder gar keinen Beschäftigungsverhältnissen nach, sie verdienen und wollen es zeigen. Das ist kein Berliner Durchschnitt, höchstens Steglitz und Speckgürtel. Man hört auch viel ausländisch und gruselt sich vor der Vorstellung, das dies ein fester Programmpunkt auf der Europareise sein könnte.

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Entsprechend sind die Läden dann auch nicht H&M und C&A dm und Nanu-Nana3, sondern eher so Friedrichstraße, aber da kenn ich mich zuwenig aus. Dazwischen gibts auch Essen, der alten Shopingmall-Regel des Foodcourts folgend.

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Doch was ist das eigentlich, ein Outlet Center? wikipedia weiß es besser: “Fabrikläden befinden sich nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe der Fabrik.” Da wird Ware angeboten aus der letzten Saison oder das, was sich nicht verkauft hat. Zu reduzierten Preisen. Kann man nicht in den eigenen Läden machen, da man sich sonst die Preise kaputt macht4. Das zielt auf den ureigensten Jäger- und Sammlertrieb des Menschen. Denn ein rabattierter Schuh schüttet vermutlich die gleichen Hormone aus wie ein erlegtes Mammut5.

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Der Nike-Laden hatte ein technisches Problem, kurz wurde der Laden geräumt und eine Traube bildete sich davor.

Doch was meckere ich hier eigentlich so viele Zeilen lang? Ich war ja selber da und im Gegensatz zu Konsumtempeln in der Innenstadt stolpert man da nicht zufällig rein, sondern entscheidet sich bewußt für die Anreise6. Irritierend und verstörend ist das Shoppingdorf aber schon, ohne dass ich das erklären kann – ob das an dem unreflektierten Shoppen liegt, an der Künstlichkeit, an dem Fehlen jeglicher Natürlichkeit? An dieser Stelle könnte auch Anti-Amerikanismus stehen – immerhin kamen Mall und Outlet über den Atlantik – denken Sie sich ihren Teil. Das Problem sitzt vermutlich tiefer und hat mit Gesellschaftkritik zu tun. Lassen wir das für Heute und freuen uns über diese Statue, einer Ikone des Konsumismus:

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  1. schrob die Morgenpost schon 2009 []
  2. die Küstenstadt unter der Kuppel im Film Truman Show, 1998 []
  3. vgl. dazu Marc-Uwe Klings dezente Innenstadtkritik Das Kettenkarussell []
  4. in der Provinzstraße riecht es manchmal penetrant nach Essig von der Kühne-Fabrik, die haben auch einen Fabrikverkauf []
  5. siehe dazu auch Thaler et al []
  6. es gibt auch einen Shuttle aus Berlin []

Als sich der Konsumismus selber abschaffte… #7

Sep
13

Heute begeben wir uns einmal mehr in die Abgründe der bunten Warenwelt:

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Wahrscheinlich ist der Nachwuchs nachgewachsen und bevorzugt nun andere Ikonen der Spaßgesellschaft. Oder der Stuhl ist einfach kaputt. Egal, raus auf die Straße damit!

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o2 betreibt in Tschechien Telefonzellen. Was das bedeutet, überlegt Ihr Euch mal schön selbst.

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Hergot – der Erfolgs-Schokoriegel aus Tschechien. Ob es einen Zusammenhang mit Karel Gott gibt (siehe auch)?

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Versehentlich gekauft und für absolut schlecht befunden, Zucker mit etwas Orängschengeschmack…

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Nicht probiert, aber sicher nicht besser.

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Mike Tyson gibt seinen Namen für einen Energy-Drink her – mit knackigem Zitat.

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Ein Kühlregal für die Hundewurst. Also Wurst für den Hund.

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Der neue Einmachspaß für die ganze Familie in ansprechender Farbe.

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Der Polizeistaat fürs Kleinkind.

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Die Bankroiberin bekämpft das System.

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Barbie nach zu vielen Pilzen.

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Und mein Liebling: Die Plüsch-Bratwurst.

Als sich der Konsumismus selber abschaffte… #5

Aug
28

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Claim an einer Spielhölle auf dem Wedding. Fast schon zynisch, könnte man meinen: “Pathologisches Spielen wird […] unter die Abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle eingeordnet.” [wikipedia]

Regal – egal – scheißegal.

Apr
04

lidl-regal, februar 2011

ein regal im supermarkt, voll mit günstigem und überflüssigem. allein die zusammenstellung! prominent unten im bild: knusprige speckkrusten aka schweineschwarten in fett gebacken – damit vertreibt man jeden gast. rechts daneben brezeln, die schmecken wie salzstangen. darüber bad-spray und haselnuss-krokant, china-glücks-keske, weight-watchers-zeugs und ganz oben (nicht im bild) hunde- und katzenfutter.

dies nur zur dokumentation. das römische reich ist untergegangen, weil alle nur rumlagen und weintrauben gefressen haben. wir werden bald aussterben, weil wir vor dummheit gar nicht mehr merken, was wir in uns reinstopfen. da kann auch die regal-bestückung egal sein.

in tausend jahren werden intelligentere lebensformen unsere kassenzettel finden und nur mit dem kopf schütteln…