Schlagwort: italien

543430 – 02/22

Rom Tag 5

letzter tag in rom, wir laufen quer durch die stadt, stossen auf den Pantheon und das Monumento a Vittorio Emanuele II, den Piazza Navona.

abends gehen wir in eine bar in trastevere, gegenüber unserem quartier, auf der anderen tiber-seite. es ist samstag abend, es ist voll, es ist warm im februar, man geht aus, straßenmusiker spielen, massen schieben sich durch die gassen und die welt ist in ordnung.

Film: Fuji Provia 100 F RDP II
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2022/02
Entwicklung: dm, Rathaus Center Pankow
Scan: Epson Perfection V330 Photo

543429 – 02/22

Rom Tag 4

Auf dem Campo de‘ Fiori bei Giordano Bruno, vorbei am Circo Massimo, usw usf – wir flüchten vor den touristenmassen und schauen durch das schlüsselloch auf dem aventin-hügel, essen kuchen bei den mönchen nebenan. und stellen fest, dass die ferienwohnung nur einmal den berg runter ist.

Film: Kodak Gold 200
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2022/02
Entwicklung: dm, Rathaus Center Pankow
Scan: Epson Perfection V330 Photo

000133 – 02/22

Rom Tag 4

um 12 uhr tickets für das vatikan-museum, fast verpasst, weil die strecke wegen einer demo gesperrt war. noch rechtzeitig geschafft. eintritt nicht billg (17 pro erwachsenem), die sammlung selbst wirkt antiquiert und lieblos, ort natürlich einmalig und sixtinische kapelle enttäuschend und supervoll. also schnell noch postkarten geschickt (es gibt da ein eigenes kleines postamt) und versäumt, in der vatikanischen apotheke nach kondomen zu fragen.

danach was essen bei Habemus Café & Bistrot in einer seitengasse – lecker.

dann mit der ubahn zum Kolosseum und Forum Romanum – wir waren zu spät und kamen nicht mehr rein, beeindruckend aber selbst von außen und von oben.

Film: Kodak TRI-X 400 @ 800
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2022/02
Entwicklung: Kodak D76 1+1 9,75min
Scan: Epson Perfection V330 Photo

000128 – 02/22

Rom Tag 2

rom in schwarzweiß, die cestius-pyramide, die straßen um den monte testaccio – leider geschlossen. eine feuerwache. aus dem Mattatoio (Museo d’Arte Contemporanea di Roma) kommt schöne musik, wir sitzen auf einer bank und lauschen.

überall stehen mietroller, man muss darübersteigen, lieferanten mit großen boxen auf den rücken auf fahrrädern navigieren gefährlich um die autos herum, es ist wie zuhause. autos parken überall oder stehen im stau.

Film: Kodak TRI-X 400
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2022/02
Entwicklung: Kodak D76 1+0 7min
Scan: Epson Perfection V330 Photo

543427 – 02/22

ROM Tag 2

zweiter tag in rom, die sonne wirft harte schatten, der überlagerte diafilm liefert ordentliche ergebnisse. besuch beim vatikan, statuen, stadtansichten, römer. überall polizei und carabinieri wegen terror sicherlich. es herrscht noch maskenpflicht in den straßen und den läden.

frische nudeln auf dem markt geholt und mit trüffelsoße verputzt

Film: Fuji Provia 100 F RDP II
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2022/02
Entwicklung: dm, Rathaus Center Pankow
Scan: Epson Perfection V330 Photo

000132 – 02/22

ROM Tag 1

besuch in rom im schönsten februarlicht. ankunft gegen 18 uhr, mit dem zug für 8€ pro person in die stadt. es ist schon dunkel, als wir die ferienwohnung suchen, dunkle schatten huschen über alte gemäuer, der tiber ist tiefschwarz, kaum was zu erkennen. noch schnell zu pewex, einer supermarktkette mit kleinen läden, die name und logo einer art intershop in der volksrepublik polen nutzt.

noch essen in der Pizzeria Remo A Testaccio, Piazza di S Maria Liberatrice und dann ab ins bett, morgen wird ein langer tag.

am ersten tag touriprogramm mit trevibrunnen,spanische treppe, tiber und kram.

Film: Kodak Vision3 (Silbersalz35 050D)
Kamera: Nikon FA
Zeit: 2022/02
Entwicklung: ECN-2 (Silbersalz35)
Scan: Silbersalz35

street art d’italia

gar nicht so einfach, zwischen den historischen gebäuden auch noch streetart zu finden, meist sind es paste-ups; graffitis gibt es keine, zumindest nicht in den altstädten. in arezzo und firenze fielen die sachen von blub auf (mehr hier):





auffällig waren auch die verschönerungen der verkehrsschilder:





und es gab einiges gemaltes, also noch richtiges handwerk:

Filmkritik: Maria, ihm schmeckt’s nicht! (2009)

witzige verfilmung von jan weilers buch (das ich nicht gelesen habe). über ein italienisch-deutsches pärchen, die im ausland (hier: italien) heiraten wollen. mit allelei (sprach-)verwirrung und klischees zu kämpfen haben (kennt man ja) und die ganze geschichte mit den gastarbeitern in deutschland nochmal aufrollen (bitter!). streckenweise platt, viel komik, aber auch nachdenkliches. solider deutscher film, christian ulmen spielt großartig und die anderen auch.

| wikipedia | imdb |

[xrr rating=5/7]

schwein auf der flucht

die süddeutsche zeitung hat heute zwei lustige meldungen und sichert sich damit einmal mehr die stellung als satiremagazin. oder ist das gar wirklich passiert und das leben selbst ist eine satire? wie dem auch sei: here we go:

Nur ein Schwein hatte dabei Schwein: Zwei der Tiere konnten wieder eingefangen und mit einem Polizeikombi zur Wache am Hauptbahnhof gebracht werden. Dort holte der Bauer, der seine Tiere inzwischen als vermisst gemeldet hatte, sie noch in der Nacht ab. Das dritte Schwein befindet sich weiter auf der Flucht. (link)

Ein Funktionär der Jungen Union legte mit einer fingierten Bombendrohung den Flughafen Verona lahm, weil er unbedingt seinen Flieger noch erreichen wollte. (link)

ach, und die kommentare in münchen sind auch nicht besser als irgendwo anders…

an meine lieben berliner

seit anfang märz einzelne aufstände, seit zwei wochen nun auch in berlin. der revolutionäre geist italiens und frankreichs weht durch die stadt. in österreich haben sie schon ihren kanzler gestürzt. die bevölkerung in der hauptstadt hält den atmen an. morgen soll es losgehen, einzelne gruppen bereiten sich vor. es wird blutig werden. es wird tote geben. barrikaden werden brennen. das alles nimmt man in kauf, für die sache. ja, welche eigentlich? mehr demokratie wagen vielleicht. oder überhaupt mal damit anfangen.

heute abend ausführlich diskutieren. oder mal wieder bei wiki schauen.

Achtzehnhundert vierzig und acht,
Als du dich lange genug bedacht,
Mutter Germania, glücklich verpreußte,
Waren es nicht Proletarierfäuste,
Die sich ans Werk der Befreiung gemacht
Achtzehnhundert vierzig und acht?

[Georg Herwegh]

denkschrift zum todestag von dedo V. dem feisten 1190

am anfang stand der fremdarbeiter gastarbeiter. wir übermenschen bundesrepublikaner* waren so nett und holten sie aus anatolien, griechenland und italien, weil wir da so oft im urlaub waren. sie kamen gerne, brachten kultur und ihre familie mit und arbeiteten auch. machten jobs, für die wir schon viel zu faul waren. zu fett gefressen. irgendwann gabs dann keine jobs mehr und irgendwer hat wohl vergessen, sie wieder wegzuschicken. das war natürlich grob fahrlässig und hundsgemein. so wurden die damaligen ausländer zu deutschen und ihre kinder auch. über dreißig jahre später sind inzwischen die kindeskinder der gastarbeiter im kritischen alter und nerven. und da wir so gerne aus- und abgrenzen, die meisten der ehemaligen ausländer aber einen personalausweis haben, sagen wir inzwischen migrationshintergrund und sind wieder zufrieden. politisch korrekt schimpfen, das finden wir ganz toll. denn immerhin wissen wir dann wieder, wer eigentlich „wir“ ist. und weils so schön ist gleich nochmal: deutsch ist, wer keinen migrationshintergrund hat. schön. so passt das wieder.

szenenwechsel: spätestens 1990 ist das deutsche reich™ zusammengebrochen. shit happens. seitdem hat sich viel getan. die grenzen sind nach allen seiten offen. wirtschaftlich läuft nichts mehr ohne das ausland. der nationalstaat ist tot. er existiert nur noch als definition für steuerfragen und in den gehirnen ewiggestriger. aber wahrhaben wollen es die wenigsten, die diskussionen und forderungen erinnern an andere zeiten.

und jetzt sagt mir mal bitte, ihr kleinen weltverbesserer und blöden nazis, wen ihr eigentlich wohin abschieben wollt? kriminelle ausländer raus? haha!

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*der autor war 1990 acht jahre alt und ist in der quasidiktatorischen langeweile der rechtselbischen ostgebiete deutschlands aufgewachsen. in diesem zusammnhang also ein „wir“ zu benutzen, ist schon eher subversiv.

meta-ebene: die diskussionen gehen mir alle tierisch auf den sack – wenn ich sehe, mit welchen argumenten und schlußfolgerungen da gehandhabt wird, könnte ich kotzen. verlinkt wird hier aber dennoch nüscht, das wäre ja noch schöner.

update: dagegen empfehle ich diese diskussion hier