das erste mal seit wochen wieder einen freien vormittag. zeit also, ganz witzige und komplett andere dinge zu machen als sonst: aufräumen, abwaschen, körperpflege, bloggen, alte bohrlöcher mit papierkügelchen stopfen, frühstücken, ein backup der wichtigsten daten, die hausverwaltung mit der fehlerhaften nebenkostenabrechnung konfrontieren, weltfrieden schaffen, endlich die unterlassungserklärung gegenüber dem berliner zoo unterschreiben („nein, die ziegen im streichelgehege stinken nicht“), decke streichen, die beteiligungsstruktur der metro-gruppe näher unstersuchen, den newsletter von bol.de abbestellen,…

berlinblueskyline

das naheliegendste ging leider nicht: ausschlafen. dafür gabs einen morgendlichen spaziergang durch den wedding. früh am tag zeigt der problembezirk sein jungfräuliches antlitz: die unterschicht trinkt sich mit plastikbecher-kaffee nüchtern und fit. es sind mehr knallgelbe spongebob-rucksäcke zu sehen als bierflaschen. und der frust der straße hat sich in die autos der mittelschicht zurückgezogen weil schlecker gerade eine lieferung bekommt. die prinzenallee staut sich bis pankow… nur die busfahrer bleiben gelassen und sind wie immer. die herbstsonne zaubert lächeln auf die gesichter der nachbarn und das leben im wedding macht wieder spaß.

absoluter soundtrack des morgens

stell dir vor, es ist sonntag morgen und du willst mit deiner freundin gemütli frühstücken gehen. und dann fällt dir ein, dass du – erstens – arbeiten musst und – zweitens – gar keine freundin hast.

szenenwechsel:
die zeitumstellung heute morgen passierte weitesgehend ohne mich. dafür war ich eine stunde zu früh auf arbeit und habe mich zum bäcker geschleppt. schon mal alleine gebruncht? sehr entspannend. niemand, der dir vorwirft, wieder viel zu viel zu essen (oder zu wenig – immerhin haben wir ja das ganze viele geld bezahlt…). und noch eine entdeckung durfte ich erleben: wenn man frühstückt, hat man den restlichen tag über weniger hunger. das ist interessant, sollte ich im auge behalten…
acht stunden sonntags arbeiten ist digital bohemian minus schnauzer minus ulkige frisur. wollte ich nur mal gesagt haben. jedenfalls hatte ich ausreichend zeit, über dieses posting nachzudenken. daneben hatte ich immerwieder eigenartige gedanken (nachwirkungen einer grippe von letzter woche):

1. der druckertreiber KANN einfach nicht die lösung meiner windows-probleme sein
2. wieviel kaffee verträgt eigentlich der menschliche körper?
3. warum erzählen mir alle frauen, mit denen ich rede, von ihrem freund?
4. warum sind eigentlich die nazis an allem schuld?
5. da fällt mir ein: gestern war ich zum ersten mal in marzahn, war gar nicht so schlimm…
6. merksatz: frauen beim weggehen kennen zu lernen ist nur eine geniale marketingidee der gastroindustrie.

in diesem sinne:

esst mehr frühstück und lest die besseren bücher!

(oder anders herum)

update: nachdenken über postings hebt nicht unbedingt deren qualitität.