Schlagwort: Friederike Kempter

Tatort: Der Hammer (2014) – Thiel & Boerne

Hihi. Großartigster Klamauk und gute Unterhaltung. Viele Ungereimtheiten und logische Schwächen, aber der Zuschauer wird durch brachialen Humor allemal entschädigt. Dabei ist die Geschichte ziemlich absurd: Ein Irrer in Superhelden-Outfit kämpft gegen Korruption und die Drahtzieher eines Bordellprojekts im schönen Münsterland. Thiel wacht mit Handschellen an sein Bett gefesselt auf und Boerne misshandelt Schweineköpfe. Anschauen.

Filmkritik: Oh Boy! (2012)

ein schöner berlin-film. eine odyssee durch die große stadt an einem einzigen tag. ein zielloser irrt herum und findet nichts. aber nicht melancholisch, sondern mutig, offenen auges und kopfschüttelnd. voll mit groteskem humor. keine liebeserkläung an diese stadt, aber eine schöne dokumentation. wunderbar, zeitlos. ernster als herr lehmann, aber ehrlicher.

[xrr rating=7/7]

Tatort: Hinkebein (2012) – Thiel & Boerne

Klassischer Fall von Black Story: Eine nackte Tote liegt erfroren im Gebüsch, doch die Temperaturen waren gar nicht so kühl. Spuren gibt es einige, vor allem im familiären Umfeld. Dazwischen die Koketterie zwischen den Kommissaren, die schon mal besser war. Nein, überzeugend war das nicht. Unterhaltend ja, aber auf keinen Fall gut.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 11.03.2012

Tatort: Herrenabend (2011) – Thiel & Boerne

klassischer münsterfall, in dem die ermittlungen platz machen müssen für allerlei spaß und klamauk. fast (aber nur fast!) schon ein bisschen ausgelutscht. ein geschäftsmann stirbt, ermordet von einem politiker, der bereits selbst für tot erklärt wurde. von boerne, der verzweifelt, will sich den fehler nicht eingestehen und ermittelt mit. dazwischen noch die tussi von der steuerfahndung, in die sich thiel ein klein wenig verliebt. süß. und die korrupte staatsanwältin, die den kartoffelkönig deckt.

nette unterhaltung, aber lange machen sie es nicht mehr, glaube ich.

[xrr rating=6.5/7]

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 01.05.2011

Tatort: Fakten, Fakten (2002) – Thiel & Boerne

Der zweite Fall des Münster-Dous. Erstaunlich wirken sie, allen Schauspielern merkt man die Nervosität an, man ist noch nicht so recht eingespielt. Die Story ist ein monströses Beziehungsdrama, das man nicht so recht nachvollziehen kann. Dann gibt es auch noch einen Mord ohne Leiche. Alle wirken überfordert. Spätere Folgen werden dann besser, diese hier ist anstrengend.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 01.12.2002 +++

[xrr rating=5/7]

Tatort: Das ewig Böse (2006) – Thiel & Boerne

Mehrere Giftmorde passieren, es scheint einen Zusammenhang zu geben, sogar ein Hund hat es getroffen. Thiel hat Geldprobleme und Boerne läuft zu Hochform auf. Das muss man ja mögen. Die Story ist gut, die Witze Premium und die Schauspielerei für einen Tatort überdurchschnittlich. Hach, warum kann es nicht immer so sein?

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 05.02.2006

[xrr rating=7/7]

Tatort: Spargelzeit (2010) – Thiel & Boerne

Die Bauersfrau wird ermordet, Thiels Vater klaut Spargel und die Rumänen sind sauer auf die Polen. Boerne zelebriert Spargelgenuss und ermittelt auf eigene Faust. Thiel ist sauer, sperrt seinen Vater ins Gefängnis und verdonnert seine Assistentin zum Spargelstechen. Alberich fährt Porsche und die Leiche weist zu viele DNA-Spuren auf. Der Dorfpolizist ist immer mit dabei, die Dorfies sind sauer auf die ausländischen Saisonarbeiter. Es passiert viel, aber alles nur halbherzig. Ein paar gute Ideen, viel klassischer Schlagabtausch, aber die Story scheitert an ihrem eigenen Anspruch. Da wird gegen faule deutsche Spargelstecher gewettert, der provinzielle Ausländerhass angeprangert, der Spargelpreis kritisiert und – wie so oft – ein Familiendrama konstruiert, inklusive Vergewaltigung, Fremdgehen und Streit. Aber es fehlt an Dynamik, es dümpelt vor sich hin, Thiel befragt widerwillig Zeugen, schreit rum, ist abgenervt und aggressiv. Boerne trägt komische Knieschützer und kann mit Pferden. Die Staatsanwältin schreit rum. Vater und Tochter werden so lustlos und nervig gespielt wie schon lange nicht mehr. Einziger Lichtblick in diesem Tatort, in dem sich jeder auf den Sack geht: die Saisonkräfte. Scherzen und Lachen, feiern abends und einer machte auch mit der Chefin rum (wofür er schnell in Mordverdacht gerät). Die Auflösung dann semi-überraschend. Also doch, hätte man ahnen können. Nichts neues also im Münsterland, das haben wir schon besser gesehen. Ich gebe zurück ins Funkhaus. Vielleicht hat es mir nur nicht gefallen, weil ich keinen Spargel mag.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 10.10.2010 +++ Heiko Werning über „Spargelzeit“

[xrr rating=5/7]