tag 3

homeoffice und freiwillige isolation mit dem kinde, nur zum einkaufen oder spazieren raus.

es ist komisch, wenig menschen um sich zu haben, keine flachen witze machen zu können

in wenigen tagen hat sich vieles verändert und es wird sich noch mehr ändern.

gleichzeitig wissen, viel privilegierter zu sein. nicht tauschen wollen mit den pflegern und ärzten und anderen plötzlich systemrelevanten menschen.

nicht wissen, wie lange noch. nichts machen zu können, nichts machen zu sollen.

über die provinz lachen ist einfach. die provinz zu entdecken dagegen ist schwieriger. diese stadt hat 100.000 einwohner und ebenso viele tankstellen. schnieke einfamilienhäuser stehen neben mittelgroßen mietskasernen, es gibt viel platz und hinter den häusern ist feld. ich stolpere über weitläufige betriebsgelände von miele und bertelsmann und tankstellen. der bus kommt alle 20 minuten, ein taxi zu rufen ist unmöglich. also laufe ich zum bahnhof, es gibt kaum menschen, sie schauen scheu. es gibt auch keine läden. laut wikipedia soll es eine altstadt geben, aber nur wo? die schönheit dieser stadt entfaltet sich wohl in den herzen der menschen – so hoffe ich – in ihren straßen jedenfalls nicht. da sind nur tankstellen.

es ist februar, ungewöhnlich warm und sonnig, die gegend ist voll touristen, obwohl es wenig zu sehen gibt, man schiebt sich über die bürgersteige, zum bahnhof, zur spree. einheimische gehen ihrer wege. im bahnhof eine große schlange vor edeka.

es ist anfang februar und wir besuchen die katalanische hauptstadt für ein paar tage. es ist selbst für barcelona sehr warm, die sonne knallt. wir fahren mit dem bus auf den Montjuïc und schauen runter. wir entscheiden uns gegen die seilbahn und laufen richtung strand. es ist sonntag, die einheimischen liegen am strand, einige wenige baden. ein typ verkauft cocktails, es ist entspannt.

Mit der Kamera auf Arbeit, die Sonne steht weit unten. Rauhreif bedeckt die Wiese, die Panke plätschert, es ist kalt. Baustellen überall, die Autos stauen sich. Vereinzelt kommen Jogger, der Bus kommt nicht. Auf dem Ohr ein Hörbuch, irgendwann muss man dann aber doch an den Schreibtisch.