Schlagwort: 2007

Filmkritik: Das jüngste Gewitter (2007)

ok. gestern abend also kino. hat nicht jedem gefallen. aber muss ja auch nicht immer. und wäre ja auch scheiße, wenn alle den selben geschmack hätten. uniformität ist auch ohne uniformen blöd. ich jedenfalls begeistert von dem film. eher ein märchen, story gibts wohl keine. und ruhig ist er. lustig bis lächerlich. großartige kamera (heißt in diesem film: sie bewegt sich einfach nicht). und sehr grotesk. oft auch bitter. so halt. also unbedingt empfehlenswert. nicht für alle, aber für einige (siehe oben). anschauen! preisfrage: warum muss man eigentlich zu unkonventionellen und grotesken filmen völlig unverständliche kritiken schreiben? und noch dazu mit philosophischem schwachsinn schwängern? steht das in den redaktionsstatuten? einige beispiele:
Die Starrheit der Kamera, die fast unbemerkt einige Male doch zoomt, die Tristesse der Dekors, die gebrochene, grau-grüne Farbpalette, die den Film beherrscht, das kalte Neonlicht und die starren, emotionslosen und kreideweißen Gesichter der Darsteller – dies alles macht den Eindruck einer Vorhölle, eines Wartens auf das ersehnte Hereinbrechen einer Apokalypse, die einem reinigenden Gewitter gleich diesen Haufen trostloser Gestalten endlich erlöst. [kino-zeit.de]
Am besten alles im ständigen Wechsel, ansonsten könnte man winzige bedeutungsvolle Details übersehen, die Anderssons existentiellen Bestands- und Notaufnahmen häufig einen doppelten Boden verleihen und sie trotz repetitiver Motive und Verlaufsprinzipien nie eintönig werden lassen. [critic.de]
Das „Niemand versteht mich“, das mehrere der Figuren dem Publikum entgegen schleudern, ist in der Welt, die Roy Andersson uns zeigt ohne Zweifel wahr. Die Kraft des Lebendigen ist in ihr aber viel stärker als die Verzweiflung und fern von Zynismus. [filmstarts.de]
Dabei sind seine Bilder auf ihre kalte Art üppiger, barocker und felliniesker als die des in diesem Sinne viel protestantischeren Franzosen… [welt.de]
…unbeteiligte Gesichter und lange statische Einstellungen erzeugen auch hier jene tragikomische Lakonie, die keiner meisterhaft zu inszenieren versteht wie die nördlichen Filmemacher. [br-online.de]
Der Film zeigt den Menschen in allen seinen Aspekten voller Selbstsucht, Arroganz, Gleichgültigkeit und Opportunismus aber auch voller Mitgefühl, Großzügigkeit, Zärtlichkeit und Liebe. [jetzt.de]
Die renitente Alkoholikerin bringt da schon mehr Druck in ihre unmittelbare Umgebung. [tagblatt.de]
…als würde Ingmar Bergman ‚The Big Lebowski‘ verfilmen. (faz)
undsoweiter. übrigens ist es auch total schick, absurde querverweise in die kritiken einzubauen. zum beispiel wurden erwähnt: Johan Wolfgang von Goethe (3x) Luis Buñuel Franz Kafka David Lynch Samuel Beckett Max Beckmann Otto Dix Aki Kaurismäki (2x) Bent Hamer Robert Bresson Federico Fellini Alexander Payne Loriot

always be among the first

sicher habe ich manchmal absurde und skurile visionen. und viele hab ich auch ohne drogeneinfluss. dass ich dabei besonders visionär bin, war mir bisher neu. doch wies mich flickr-kollege daniel.berlin darauf hin: ich habe die image-kampagne für berlin entworfen. klarer fall. wie man an diesem bildchen ablesen kann: das bild datiert vom März 2007 und ist immernoch bei flickr verfügbar. und wenn ich sowas lese, dann lächle ich nur müde. also, liebes rotes rathaus: wird langsam zeit für ein bisschen schadenersatz. bin ich garnicht so. über den betrag reden wir noch…

der regen ******* **** ***** *****

berlin säuft mal wieder. aber diesmal sinds keine jugendlichen, die sich ins delirium trinken, sondern es wird abgesoffen. und zwar im ganz großen stil. im norden von berlin laufen die keller zu. weil es soviel regnet. und: „Wer sein Haus nicht in einer Wanne gebaut hat, hat jetzt ein Problem“. das würde wahrscheinlich noch absurder aussehen als dieses haus. was auch immer, ich wünsche noch einen verregneten nachmittag! *zitat von erich kästner. bin mir nicht ganz sicher, was er damit sagen wollte. aber die bauernregel „Nasser März ist Bauernschmerz“ war mir dann doch zu plump und anstößig. zitat unkenntlich gemacht, da die erben kästners wohl zur zeit abmahnen — 05.06.12

[update:] fear and loathing in bad wimpfen?

dass jugendgewalt in der presse ein großes thema ist (und dort teils sehr skuril bearbeitet wird), können wir täglich lesen. doch was denken die menschen, die hautnah damit konfrontiert sind? vor einiger zeit berichtete ich über gewalt in bad wimpfen, einer kleinen stadt im süden deutschlands. eine gruppe jugendliche treibt dort ihr unwesen. und glaubt man den presseberichten ist es mehr als nur gewalt unter heranwachsenden. inzwischen wurden auch beteiligte verhaftet. die hintergründe habe ich unten nochmal verlinkt. interessant ist, dass jetzt hier heftig und ausgiebig diskutiert wird. unter anderem auch über die etwas schiefe und einseitige berichterstattung. über die fehler der stadtverwaltung. nun will ich hier keine urteile fällen, dafür bin ich zu weit weg. ich kann nur sagen, dass dringend gesprochen werden muss. das würde vielleicht die ganze sache etwas entspannen. denn allein beschimpfungen in den kommentaren bei mir auf der seite sind auch nicht das wahre, oder?

PRESSESPIEGEL



onlineportal der heilbronner stimme: 19.09.2007: Terror-Truppe stört friedliches Fest 05.01.2008: Selbst ernanntes „Terror-Team“ macht Ärger 14.01.2008: Unter Schülern regt sich Unmut gegen Schlägertruppe 16.01.2008: Erste Festnahmen im WTT-Umfeld 21.01.2008: „Es existiert kein Terror-Team“ 25.01.2008: WTT-Mitglied nun doch hinter Gitter
pixelroiber: 20.09.2007: fear and loathing in bad wimpfen (kommentare!) 07.01.2008: angriff der trüben tassen? 09.01.2008: aufruf! 16.01.2008: in eigener sache: WTT 18.01.2008: [update:] fear and loathing in bad wimpfen?
südwest presse online: 18.01.2008: Kampf gegen Schläger
nur am rande: der herr frank klaut mir meine kommentare und nennt meine seite einen chat, ohne quellenangabe. pfui spinne, dreckiger journalismus, bild-niveau, noch mal auf die journalistenschule mit ihnen!

empfehlungen des hauses:

das neue jahr dümpelt vor sich hin? neee, kaum haben wir unseren rausch ausgeschlafen, da reiben wir uns verwundert die augen. harte themen in den nachrichtenspalten und die veröffentlichten meinungen werden immer absurder. ich kann hier nicht alles kommentieren und will auch nicht zu allem meine meinung sagen. aber andere zu wort kommen lassen. das darf ich. and here we go:
  • hagen rether beim scheibenwischer jahresrückblick 2007 (via)

    … mit kritik an der islamkritik. mit bitteren kommentaren zu unserem eindimensionalen denken.
  • dem schäuble sein chor

    ..macht gerade die runde. satire, professionell und vom öffentlich-rechtlichen zdf. also doppelt bemerkenswert.
  • der batz übers fernsehen, das sozialsystem und die medien

    …unbedingt lesenswert
  • der spiegelfechter über roland koch

    … so wird politik gemacht!
  • willsagen.de sieht einen zusammenhang zwischen flugzeugen und der umweltzone in berlin

    …und über 125.000 menschen stimmen für den erhalt dieses irrsinns. da bleibt nur kopf schütteln.
es gibt noch soviele themen und es bleibt spannend. mehr dazu in den nächsten tagen.

was war.

das wars, jetzt kommt nicht mehr viel. zeit also, zurück zu blicken. und weil wir hier sehr dienstleistungsorientiert sind, gibts die zwölf wichtigsten einträge mundgerecht serviert. nach meinem gutdünken selektiert. here we go: retro
  1. JANUAR: d[r]üseneffekt -> heute nachmittag – der lieblingseintrag der spamhorden. und am meisten geklickt. damals war sturm, besonders in den medien. und es war langweilig auf arbeit. am ende kam ich dann völlig durchnäßt zuhause an.

  2. FEBRUAR: ubahnfahren im fieberwahn IIIIIIIV – fast eine woche quälte ich mich krank auf arbeit und schrob darüber. kann man lesen.

  3. MÄRZ: chaostage hannover [fragmente] – cebit in hannover. ich war dabei und schreibe alles auf. sehr wirr.

  4. APRIL: ging dann los mit dem tagebuch eines innenministers und wurde politisch. das ist es bis heute. wobei ich ein ausgewogens themnsprektrum will aus politik und schwachsinn. kein gegensatzpärchen? na denn…

  5. MAI: inneres zerwürfniss – demonstrieren in zeiten des terrors. eine entscheidungshilfe.

  6. JUNI: bedenkliche nachrichten aus dem netz – flickr wurde böse und das internet verlor ein weiteres mal seine unschuld. trieb mich zeitwesie woanders hin, bin aber wieder zurück. ein bitterer nachgeschmack bleibt. und die erkenntnis, wieviel dynamik eine kritische masse an nutzern schaffen kann. auch negative für den jeweiligen dienst.

  7. JULI: impressiv – ich war im museum und muss darüber schreiben. reflektion 2.0 – so geht das.

  8. AUGUST: aus. vorbei. – der eintrag, als wo das internet starb. aber nur bei mir. manchmal erschrecke ich vor meinen eigenen gedanken.

  9. SEPTEMBER: fear and loathing in bad wimpfen – eine meldung über die Wimpfener Terror-Truppe (WTT), schließt mit der forderung überwachungsstaat! jetzt! so absurd kann das leben sein.

  10. OKTOBER:: strajk! – die bahn streikt irgendwie. aber die züge kommen an. nur später.

  11. NOVEMBER: hier schreibt der kulturpessimist noch selbst – sehr verkopfte abrechnung mit dem begriff flatrate.

  12. DEZEMBER: Hey little world! You know… – einmal mehr gedanken über netzkultur und die nutzer. ansonsten gabs nur weihnachtskalender.

Hey little world! You know what you’re getting // Oh please little world! He’s kicking your head in // He’s got ‚em all lined up and ready to go // They’re all lined up and I told you so // Hey little world! Back in the ocean again

gerade wurde ich auf über 30 geschätzt. an manchen tagen ein kompliment. heute voll daneben. denke ich doch schon die ganze zeit über mich und mein leben nach. nicht sehr schön, sag ich euch. vielleicht denke ich auch zuviel. aber alles im alkohol zu ersäufen bringt nichts. meine gedanken also, gedacht irgendwann anfang dezember im trüben jahr 2007: wozu das alles im internet? liest ja doch keiner. bringt kein geld und bei jeder story fängst du von vorn an. feedback ist rar und die konkurrenz unüberschaubar groß. egal, was du machst im netz, es wird untergehen in der schieren masse. trotzdem macht die masse als ganzes das ganze (bessere) netz. es gibt einen schönen satz, der mir immer wieder einfällt: "…it symbolizes the hope and enthusiasm of an entire generation…". und deswegen poste ich meine gedanken auch jetzt und hier. weil es sicher irgendwen da draußen gibt, der genau das gleiche denkt. weil ich das jetzt denke, gerade zeit hab und mir nichts besseres einfällt. weil es zu kalt ist um rauszugehen und ich mich um das thema erbrecht drücken will (keine angst, ist nur vorbereitung für uni). was wäre ich wohl internet, ohne die netten menschen, die ich hier kennen gelernt habe? ohne die ganzen tools, die seiten, die dienste, die mich jeden tag neu überraschen. die links! die ideen, die bilder und die texte. es summiert sich alles zu einem großen teil in meinem leben, auf den ich nicht mehr verzichten möchte. bin ich abhängig? womöglich. aber ich führe auch ein offline-leben. und, man glaubt es kaum, ich habe immernoch freunde. die frage aber, die sich immer wieder stellt: willst du ewig so weitermachen? das internet lebt von neuen ideen, input, updates. es gibt keinen stillstand. der flow verlangt opfer. jeden tag, stündlich und steht niemals still. das ist gut, aber manchmal wünsche ich mir weniger tempo. denn irgendwann bin auch ich mal über 30 und komme vielleicht nicht mehr hinterher. ahh, egal, sicher ist dann sowieso alles zu spät… [update:] nachdem ich jetzt zwei pizzen gegessen und einen kaffee getrunken habe, gehts insgesamt besser. war wohl doch nur der hunger. ich mach jetzt erbrecht. ideas anyone? hab ich schon danke gesagt?

ermächtigungsgesetz 2.0

ScanImage001 copy das gesetz ist noch garnicht beschlossen, da will man es schon ausweiten. was da auf heise und golem etwas holprig formuliert daher kommt ist in wahrheit eine der größten sauereien ever. erst beschließt der bundestag auf höchst merkwürdige weise ein gesetz und der bundesrat verschachert die daten gleich mal an die industrie. zumindest steht das seit einer woche als vorschlag im raum. dazu bitte auch hier lesen. morgen entscheidet der bunderat. jetzt also noch schnell terrorzeugs ins internet stellen. und ab januar dann nur noch internet-café.
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung - www.vorratsdatenspeicherung.de
disclaimer: die überschrift mag anstößig wirken. doch einmal will ich den nazivergleich auch bringen. —————- Now playing: Leonard Cohen: Democracy

jetzt gehts los

wir lieben studien. und noch mehr lieben wir zeitungsmeldungen über eben diese studien. denn wissenschaft muss in verdaubare häppchen gepackt werden. damit der mündige bürger sie auch versteht. zur zeit kursiert in den redaktionen die studie Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2007. im auftrag des senats hat die HU berlin einiges geleistet. nämlich herausgefunden, dass es weiter bergab geht im nördlichen wedding. das finden wir natürlich schade. sind aber dennoch anderer meinung. die redaktionen finden das aber toll und schreiben wie wild voneinander ab. drei beispiele: tagesspiegel: berlin baut um (04.11.2007) welt.de: soziale unterschiede in berlin werden immer größer (21.11.07) tagesspiegel: wo berlin aufsteigt und welchem kiez der absturz droht (22.11.2007) soldiner-kiez-bashing ist also gerade wieder ganz groß. die probleme gabs schon immer, geändert hat sich nicht viel. quartiersmanager geben ihr bestes und die anwohner sind auch unzufrieden mit der situation. aber was hilft da verteufelung und ausgrenzung? klar, den finger in die wunde bohren. das ist wichtig. aber von vornherein ganze stadtteile aburteilen und ausgrenzen? nur weil der begriff soldiner kiez so griffig scheint? meine liebe herren journalisten. bitte mal vor ort recherchieren. so schwarz-weiß ist die welt dann doch nicht. und drogen gibts auch in zehlendorf. noch was: solange wir solche videos senden, gibts uns. wir geben nicht eher ruhe, bis ihr uns akzeptiert! [youtube bv_Id5gfmek] —————- Now playing: The Members – The Sound Of The Suburbs

empfehlungen des hauses:

ich weiß, leseempfehlungen riechen immer nach bevormundung und intellektueller angeberei. noch dazu ein link auf einen artikel der zeit. aber diese story über und aus dem prenzlberg ist ganz groß. also lesen oder mund halten. und mal wieder im wedding wohnen. zeit.de – Bionade-Biedermeier. Von Henning Sußebach ========================================================== jetzt noch schnell packen, aktion läuft nur bis zum samstag. macht doch mal was. weihnachten im schuhkarton ========================================================== und weil ich garnicht so bin, noch ein veranstaltungs-hinweis für morgen und das wochenende:
==================== Wiederaufbau für Kreditanstalt is opening on Nov 15 at 9 p.m. and you are very much invited. ==================== „Business. Always business.“ –The Greek ==================== Wiederaufbau für Kreditanstalt Mauerstraße 68, Ecke Leipziger U2 Mohrenstraße, U6 Stadtmitte ====================
(link und mehr infos)

hier schreibt der kulturpessimist noch selbst:

den ball flach halten, abflachende wirkung, flachbildschirm – kein wort wird mehr vergewaltigt wie flach, in allen seinen unerträglichen beugungen und zusammensetzungen. die krönung des ultraflachen sind die flatrates. wiki eiert rum und wird sich nicht klar über den ursprung des begriffs. sicher wieder ein sch(w)eineanglizismus. mögen wir zwar nicht, sagen aber dann doch hin und wieder handy. nun, seit wann also flatrates? den anfang machte das fernsehen. da gibts seit jahrzehnten unbegrenzt rotz für eine läppige gebühr. wird zwar nicht gerne gezahlt, aber die gebührenknechte bemühen sich. dann kamen der öffentliche nahverkehr, das telefon und internet. und wohl auch saufen. also soviel wie möglich für einen festpreis. das konzept allerdings ist mindestens so alt wie der urknall: seitdem gibts kohlenstoff, soviel wie du eben bist. also nix sonderlich neues. den höhepunkt bildet zweifelsfrei die praxisgebühr. und so dringt die flatrate in alle unsere lebensbereiche ein und unterhölt das eiserne gesetz vom preis. denn: können wir den wert einer sache überhaupt noch schätzen, wenn er ständig und überall verfügbar ist? wird der kaffee besser, wenn er immer gleich nachgebrüht wird? wird ein zoobesuch aufregender mit einer jahreskarte? was kommt als nächstes? die gammelfleisch-flat beim örtlichen discounter? wohnen in einer wohnung für einen monatlichen festpreis? irgendwann muss das ein ende haben, verehrte leserschaft. denn wenn wir den wert einer sache garnicht mehr einschätzen können, was sind wir dann überhaupt noch selber wert? wann kommt die flatrate auf die flatrates? es wird zeit, dass wir uns darüber gedanken machen. die kulturflatrate scheint mir da der falsche weg. —————- Now playing: Knorkator – Alles ist Scheiße

angemahnt

heute wird mal nicht demonstriert, sondern mahngewacht. und das in über 40 städten dieser republik. also hingehen und informieren (oder andersrum) und lichter und laternen mitbringen und so zeugs. in berlin darf es keine lichterkette geben, aber die veranstalter munkeln von spontanen lösungen. es bleibt also spannend. 17uhr gehts los. bis nachher. ps: nicht soviele leute fotorafieren. das ist so unglaublich kontraproduktiv. [update:] boingboing teilt mit, dass scroogled jetzt auch in der deutschen version vorliegt: eine lesenswerte geschichte, in der google böse (geworden?) ist. unbedingt lesen:
„Jetzt bist du eine Person von Interesse, Greg. Du wirst googlebelauert. Du lebst jetzt ein Leben, in dem dir permanent jemand über die Schulter blickt. Denk an die Firmen-Mission: „Die Information der Welt organisieren“. Alles. Lass fünf Jahre ins Land gehen, und wir wissen, wie viele Haufen in der Schüssel waren, bevor du sie gespült hast. Nimm dazu die automatisierte Verdächtigung von jedem, der Übereinstimmungen mit dem statistischen Bild eines Schurken aufweist, und du bist …“ „Scroogled.“
dazu passt dann folgendes filmchen. das kann man garnicht oft genug verlinken. deswegen noch einmal: [youtube NLlGopyXT_g] —————- Now playing: Tod und Mordschlag – Paranoia

jetzt mal ein bisschen literatur fürs hirn:

„Wir finden einen Kinderwagenparkplatz in der zweiten Reihe, setzen die Kröten in den Sand und uns an den Rand und senken damit den Hipness-Grad der gut bevölkerten Anlage sicherlich um die Hälfte, misstrauisch beäugt von den Elternpraktikanten ringsum.“
Die geschundenen Kinder vom Prenzlauer Berg Heiko Werning über Einschulung im Prenzlberg
„Aber es musste der Soldiner Kiez sein. Meine Eltern sind jeden Morgen eine Stunde gefahren, nur um mich dort hinzubringen. Am Nachmittag holten sie mich immer ab, ich war froh, endlich wieder Erwachsene zu sehen. Denn Erwachsene bedeuteten immer gute Nachrichten für mich an der Juhnke, egal, ob es nun meine Eltern oder die Uniformierten vom SEK waren, die meistens Mittwoch vorbeikamen.“
Das Geständnis Jakob Hein über „das geschundene Kind vom Wedding”

belangloses:

es gibt viel zu viel zu wissen. und täglich kommen tausende irrelevante fakten hinzu. selektieren und schnell vergessen wird immer wichtiger. deshalb hier und heute ein paar tatsachen, die hundertprozentig gurxmurx sind und komplett überflüssig im hirn:
  • die bvg verkauft gebrauchte u-bahnen, straßenbahnen und busse. zugreifen. denn die preise sind garantiert ökonomisch statt astronomisch.
  • am wochenende verwüsteten wildschweine einen friedhof. jetzt wird scharf geschossen. so was aber auch.
  • schöne neue welt: diebe fangen mit flickr
  • der zebrafish heißt zebrabärbling und kann ganz tolle sachen…