„Sicher werden Sie deine Adverbien zählen, deine Obwohls und die Länge deiner Ellipsen messen… Das ist ihr Job. Aber du, du schneiderst dir kein Abendkleid, du schreibst ein Buch! Kümmere dich nicht darum, was man über dich schreibt, ob gut oder schlecht. Meide die Orte, an denen über Bücher gesprochen wird. Höre auf niemanden. Wenn sich jemand über deine Schultern beugt, spring auf und schlag ihm ins Gesicht. Schwing keine Reden über deine Arbeit, es gibt nichts zu sagen. Frag dich nicht, warum und für wen du schreibst, sondern denke, dass jeder deiner Sätze der letzte sein könnte. Laß ihn an die Tür klopfen, er wird schon die Lust verlieren.“

~ Philippe Djian: Pas de deux (Lent dehors), 1991, S.435f ~

Wir fahren von Kreuzberg nach Neukölln mit dem Fahrrad. Durch die Hasenheide, vorbei am Sommerbad Neukölln und dem Tempelhofer Feld. Es ist der 21. Juni, es ist sehr lange hell, viele sind unterwegs. Das Kopfsteinpflaster nervt mit dem Fahrrad. An der Ecke liegt ein umgefallenes Mofa, hier war sicher mal eine Eckkneipe, auf den Wänden großflächige Graffitis.