Hihi. Großartigster Klamauk und gute Unterhaltung. Viele Ungereimtheiten und logische Schwächen, aber der Zuschauer wird durch brachialen Humor allemal entschädigt. Dabei ist die Geschichte ziemlich absurd: Ein Irrer in Superhelden-Outfit kämpft gegen Korruption und die Drahtzieher eines Bordellprojekts im schönen Münsterland. Thiel wacht mit Handschellen an sein Bett gefesselt auf und Boerne misshandelt Schweineköpfe. Anschauen.

Die SZ schreibt:

“Der brave Schweizer Kommissar, Dialoge wie aus dem Museum und Formulierungen von anno dazumal: Den dritten Luzerner “Tatort” kann man sich gut in Schwarz-Weiß vorstellen.”

Besser kann man diesen Tatort aus der Schweiz nicht beschreiben. Gähnend langweilig, hölzerne Dialoge und eine Story vom ahnungslosen Kleinbetrieb, der von Wirtschaft und Politikern hintergangen wird – das funktioniert eher im ZDF, zu eindimensional. Aber schöne Jacken haben sie.

[xrr rating=3/7]

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Definition des Begriffs Ghost Jobber in der Berliner Zeitung (der Rest des Artikels ist auch lesenswert):

“Ein Ghost Job ist eine Stelle, meistens in einer großen Firma, die längst überflüssig geworden ist, aber bei irgendeiner Umstrukturierungsmaßnahme hat irgendein 23-jähriger Unternehmensberater vergessen, diese Stelle abzuschaffen. Nun ist dem Ghost Jobber niemand mehr vorgesetzt, er muss niemandem Zahlen präsentieren, er kommt zur Arbeit, nur für den Fall, dass es mal einen arbeitsrechtlichen Prozess gibt, er will sich dann nichts vorwerfen lassen müssen, aber es ist alles so schrecklich egal. So egal.”

Klassischer Fall von Black Story: Eine nackte Tote liegt erfroren im Gebüsch, doch die Temperaturen waren gar nicht so kühl. Spuren gibt es einige, vor allem im familiären Umfeld. Dazwischen die Koketterie zwischen den Kommissaren, die schon mal besser war. Nein, überzeugend war das nicht. Unterhaltend ja, aber auf keinen Fall gut.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 11.03.2012

Ein ständig wiederkehrendes Motiv: Den versagenden Kommisar (hier: Leitmayr) plagen Selbstzweifel, Schuldgefühle und Versagerängste, er zieht sich zurück, wird zornig, lässt sich nicht helfen. Wird von Vorgesetzten unter Druck gesetzt. Das zerrt an den Nerven des Zuschauers und hilft auch dem dünnen Plot nicht weiter. Zu Ende rafft er sich wieder auf, doch der Tatort ist im Eimer. Nö, das war schon mal besser. Und die junge hübsche Kollegin war auch nicht mehr als eine Fußnote.

[xrr rating=5/7]

++++ Erstausstrahlung: 26.02.2012 ++++ Link ++++

wieder mal bukow und seine düstere vorgeschichte, die sich nun endlos verkompliziert hat, aber nur nebenbei passiert. der eigentliche fall ist spannend, es geht um einen gefangenenausbruch und anschließenden mord. die bösen sind hier etwas zu eindimensional geraten und bukow spielt den sheriff, sein kollege mit der frisur muss ihn zurück halten. etwas merkwürdig und befremdlich auch die szenen im gefängnis.

++++ Erstausstrahlung: 20.02.2012 ++++ LINK

ja, ok. eine entführung, die familie des opfers will erst keine polizei einschalten, willigt dann aber ein. ballauf und schenk sehen paralellen zu einem ähnlich gelagerten fall und stoßen auf viele ungereimtheiten. alles ein bisschen launig und wenig ambitioniert gespielt. da haben wir schon besseres von den beiden gesehen.

+++ Erstausstrahlung: 08.01.2012 +++ LINK +++

[xrr rating=4/7]

nach dem schlechten ersten fall mit Ulrich Tukur nun der zweite um einen mysteriösen selbstmord in der provinz. düster, beklemmend, verstörend. david lynch trifft edgar wallace.

die dorfbewohner mauern, der tumor spricht, die polizei ist korrupt und die kessler zwillinge tanzen – ein absurder, abgefahrener und dunkler tatort seit langem. diese woche noch schnell in die mediathek

+++ Erstausstrahlung: 04.12.2011 +++ Link +++

[xrr rating=7/7]

ein mann stirbt im nachtzug von warschau nach frankfurt. bei der ankunft flüchtet ein bekannter drogenkurier und gerät ins visir der kommisare. der zweite fall mit Joachim Król und Nina Kunzendorf als Steier und Mey. großartig, dicht und spannend. Steier ist angeschlagen und geplagt von angstzuständen, Mey ist allzu offen und bändelt dann auch noch mit dem bundeswehr-schönling an (Benno Fürmann!), nur um an infos zu kommen. am ende war dann alles ganz anders. bitte mehr davon.

+++ Erstausstrahlung: 20.11.2011 +++ LINK +++

[xrr rating=7/7]

woweezowee! ein tatort über eine begehrte frau, deren zahlreiche verehrer sich in chaträumen unter nicknamen zoffen. in schweden ist wieder die tollwut ausgebrochen und männer werden gepfählt. ein bisschen haarig das ganze aber sehr spannend inszeniert. henning mankell schrob die vorlage und das merkt man. ganz anders als sonst. obwohl noch fragen offen sind – was sollte der anfall auf dem klo von borowskis kollegin? warum müssen psychos immer altarähnliche räume mit photos an den wänden haben? hatte das zweite mädel mit dem hundebiss nun ebenfalls tollwut, oder musste der hund unschuldig sterben? wie schuldig ist der pöse pharmakonzern wirklich? und warum hat borowskis handy eine ausziehbare antenne? alles nicht so einfach.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 06.11.2011 +++

[xrr rating=6/7]

Unglaublich schlechtes Stück um einen gehetzten Hamster im Laufrad. Künstler sterben nach Buchvorlage und der Steve Jobs-artige Autor will nichts damit zu tun gehabt haben. Schlimm sowas, zumal Frau Blum noch illegal im Bodensee angelt und Herr Perlmann zu schnell fährt. Am Ende wird getackert.

Ein Tatort über Literatur, passend zu Buchmesse. Mit viel Bodennebel, allerlei verdächtigem und noch mehr Ungereimtheiten. Aber leider grottenschlecht, vorhersehbar und damit langweilig.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 16.10.2011 +++

[xrr rating=2/7]

Klassischer Fall, unkonventionelle Mordmethoden und ein Kommissar zwischen Arbeit und Kinderbetreuung: Solider Tatort aus Stuttgart, wenn auch ein bisschen langweilig, banal und vorhersehbar. Ich weiß nicht, so richtig werde ich nicht warm mit den beiden, großartige Entwicklungen in den Charakteren sind wohl nicht mehr zu erwarten, oder?

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 09.10.2011

[xrr rating=5/7]

Etwas gefühlsbetonter Fall um das frühe Ableben älterer Menschen. Frau Sänger darf nicht mitmachen, weil sie psychisch angekratzt ist, löst dann aber doch die Morde. In ihrem fünften Fall wirken beide ein wenig profillos, fast nervig und öde. Der Fall ist gut konstruiert, die Auflösung dagegen wenig glaubwürdig.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 17.10.2004

[xrr rating=4/7]

wow, richtig spannender film, gut gebaute story. aber vor allem ein großartiges duo. batic ist schwer angeschlagen und hat alles vergessen, leitmayr versucht ihm zu helfen, aber er kommt nicht an ihn ran. batic soll eine polizistin umgebracht haben, flüchtet, wird selber verfolgt. beklemmende, düstere szenen, voll kafka und dostojewski. bisher bester fall der münchner!

++++ Erstausstrahlung: 13.12.2009 +++ LINK +++

[xrr rating=7/7]

vermutlich der schlechteste tatort seit langem, aber nicht unbedingt langweilig. eher wie ein besonders brutaler autounfall: es passiert und man kann einfach nicht wegschauen. fasziniert und angewidert guckt man sich das spektakel an und es wird immer noch grotesker. da treten theo zwanziger, michael ballack und joachim löw auf und spielen sich selbst. zwanziger hat sogar ein bisschen text. da werden frauenfußballerinnen völlig klischeehaft dargestellt und am ende wars der gärtner. manchmal musste man einfach wegschauen, so gespielt und klotzig war die story und die dialoge…

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 19.06.2011

[xrr rating=1/7]

aber zum glück gibt es ja twitter, da ging es hoch her und es war allemal spannender als der #tatort selbst. meta-fernsehen quasi.

#tatort-Status von @tinoseeber
#tatort-Status von @tinoseeber