Mit der Kamera auf Arbeit, die Sonne steht weit unten. Rauhreif bedeckt die Wiese, die Panke plätschert, es ist kalt. Baustellen überall, die Autos stauen sich. Vereinzelt kommen Jogger, der Bus kommt nicht. Auf dem Ohr ein Hörbuch, irgendwann muss man dann aber doch an den Schreibtisch.

Ein Spaziergang am Montag – dem ersten Arbeitstag des Jahres – vom Alex bis zur Weberwiese.

ein paar schnelle skizzen im regierungsviertel im überraschend warmen dezember. es ist früh dunkel, aber es gibt auch tolles licht.

eine radkappe liegt vor der schönholzer heide in pankow
der morgendliche frost bedeckt sie mit gefrorenem tau
sie wird abgefallen sein von einem auto
sie wird lustig tanzend neben die fahrbahn gerollt sein
bis sie dann zum liegen kam und irgendwann verschwunden sein wird.
auf spanisch heißt sie tapacubos, was nach sonne und salz auf der haut klingt.

friedrichshain im november 2019: aus der hipster-kaufhalle an der warschauer kommen die metalheads in ihren kutten und werden heute abend spaß haben. die m10 hat ersatzverkehr, die busse sind überheizt und voll, aus der sbahn strömen mehr partyhungrige, sie alle haben ein ziel: den samstag abend zu dem ihren machen.

in der koloniestraße, ecke kühnemannstraße in berlin gesundbrunnen gibt es ein hotel. das war früher mal ein wohnhaus und jetzt kommen schulklassen und touristen. darüber müssen wir uns aufregen, denn in wohnhäusern, die nun hotels sind, kann keiner mehr wohnen.
schaut man sich die bewertungen an, so hat man viel amüsemang. denn oft sind die gäste vom fluglärm genervt – was ziemlich witzig ist, es kommen vermutlich viele mit dem flugzeug angereist.

Screenshot von google.de

19.09.2016 bei maskworld.com in der Oranienburger Str., Berlin

throwback in september 2016: wir sind in mitte verabredet weil wir da was vorhaben. den maskenladen gibts schon ewig, über die oranienburger gibts ein schönes buch. die gegend nervt wegen touristen und schickimicki. das altersheim gegenüber den hackeschen höfen wurde weggentrifiziert, nachdem es in den 90ern selbst gentrifiziert hat. und die freimaurerloge wurde abgerissen. die synagoge glänzt in der abendsonne, grillgeruch aus dem monbijoupark und im aufsturz gibts viel bier. im zosch in der tucholskystraße sitzen die spanier und der burger wird kalt. gegenüber hat sarah wiener eine bäckerei. der späti ist noch auf, die straßenbahn rattert und ab und zu sieht man noch frauen. das tacheles ist abgerissen, eine gruppe angetrunkener aus der provinz torkelt vorbei. es nieselt leicht und in dem indischen restaurant werden die letzten tische geräumt.

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Der Wikipedia-Artikel "Hanswurst" beschreibt die typischenn berliner Szene-Nachbarn: "Sein Kostüm bestand aus einer roten, offenen Jacke mit bauschigen Ärmeln, blauem Brustfleck und mitten darauf zwischen den roten, grün eingefassten Hosenträgern ein grünes Herz. Er trug eine weite gelbe Hose, die nur bis zu den Knöcheln reichte, dazu niedrige derbe Schuhe aus Leder und einen breiten Ledergurt mit großer Schließe aus Metall, auf dem Kopf den grünen Spitzhut und am Gürtel ein hölzernes Schwert."

Wir fahren von Kreuzberg nach Neukölln mit dem Fahrrad. Durch die Hasenheide, vorbei am Sommerbad Neukölln und dem Tempelhofer Feld. Es ist der 21. Juni, es ist sehr lange hell, viele sind unterwegs. Das Kopfsteinpflaster nervt mit dem Fahrrad. An der Ecke liegt ein umgefallenes Mofa, hier war sicher mal eine Eckkneipe, auf den Wänden großflächige Graffitis.