der zweite film aus meinem experiment mit sehr altem filmmaterial (siehe auch teil 1). diesmal belichtet bei ISO 800 und tageslicht und dies auch dem Labor so kommuniziert. leicht bis mittelstark verrauscht, hier kann ich leider immer noch nicht sagen, ob das am film selbst, am alter oder am entwicklungsprozeß liegt. aber ich habe ja noch vier versuche.

themen sind diesmal coronabedingt ausflüge in die nähere umgebung:

– bürgerpark pankow
– friedhof pankow III hinterm bürgerpark
– s-bhf wollankstraße

Film: Kodak T-MAX P3200 (TMZ 5054) abgelaufen am 09/1989
Kamera: Nikon F4s
Zeit: Juni 2020
Entwicklung: dm, Rathaus Center Pankow (6,70 €)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

auf unserem ausflug nach wünsdorf kommen wir auch an der baustelle zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) vorbei. gespenstisch leer ist es und da sonntag ist, gibts auch keine (sichtbaren) bauarbeiten. nur sicherheitsleute, die uns außen rumlaufen lassen, solange wir nicht „die nasen an die scheiben drücken“ – hatten wir nicht vor, die sind nämlich ziemlich dreckig. überhaupt erinnert nicht mehr viel an eine baustelle, es hat eher den eindruck eines lange verlassenen gebäudes. gras wächst zwischen den bodenplatten, staub überall. eine stille beherrscht die szene. sommerliches vogelgezwitscher gibt es hier nicht.

am 31. oktober diesen jahres ist eröffnung. mit neun jahren verspätung. viele witze wurden gemacht, viel wurde dikutiert, das wird dann endlich und hoffentlich vorbei sein. schön ist er nicht geworden, eher zeitlos-funktional. keine ahnung, wie es innen aussieht, man hofft auf mehr ergonomie als in tegel und schönefeld. flughäfen sind keine wohlfühl-oasen, sie sollen funktionieren. und alsbald eröffnet werden.

es gibt auch ein video vom ausflug:

das folgende ist ein experiment. auf ebay kaufte ich mir 6 längst abgelaufene filme, laut verkäufer zumindest teilweise kühl gelagert. abgelaufen heißt hier vor über 30 jahren, im jahr 1989. da stand die mauer noch, deutschlands gab es zwei und die sowjetunion sowieso. George H. W. Bush war gerade 41. präsident geworden. die kamera ist übrigens aus der selben zeit.

der film selbst ist ein multispeed, d.h. er kann bei verschiedenen ISO-werten belichtet werden, entsprechend muss man dann die entwicklung anpassen. seit ein paar jahren wird er wieder unter dem selben namen produziert. da ich nicht selbst entwickle, sondern in die drogerie trage, ist mir das aber egal. sollte es jedoch nicht.

der film selbst hat noch keine DX-codierung, ich stellte die kamera also auf ISO3200 und zog meine runde um den zoo und die gedächtniskirche an einem lauen maiabend. im grunde ist er gar kein ISO3200-film, sondern heißt nur so, wie hier beschrieben ist.

dann gab ich ihn zum entwickeln, ohne zu kommunizieren, wie sie ihn entwickeln sollen oder wie ich ihn belichtet habe. und jetzt bin ich so schlau wie vorher, das ergebnis ist ernüchternd und ich weiß nicht, ob es am alter des films liegt oder an der falschen entwicklung.

aber zumindest gibt es ein ergebnis, alle 37 bilder sind geworden, wenn auch körnig oder unterbelichtet. eine auswahl der ergebnisse unten. der nächsten rolle gönne ich tageslicht und professionelle entwicklung statt der drogeriekette.

die papierabzüge hat dm/cewe übrigens total verkackt, da sind auf einem abzug jeweils eine hälfte von einem und vom nächsten bild. sieht aber total schick nach absicht und independent arthouse film noir aus. will jemand eine schöne postkarte bekommen?

Film: Kodak T-MAX P3200 (TMZ 5054) abgelaufen am 09/1989
Kamera: Nikon F4s
Zeit: 27.05.2020
Entwicklung: dm, Rathaus Center Pankow (7,95 €)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

[UPDATE:]
11.07.20 Teil 2

Besuch am Potsdamer Platz und Streifzug durch den Wedding. Balkone scheinen meine Leidenschaft gewesen zu sein.

Film: Ilford 100 Delta Professional
Kamera: Olympus OM-10
Zeit: April 2004
Scan: Epson Perfection V330 Photo

Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am Alex, eine Kutsche am Fernsehturm, die Berlinale am Zoo Palast, das Stelenfeld – viel hat sich nicht geändert seitdem.

Film: C83 200 CA24
Kamera: unbekannt
Zeit: Anfang 2008
Entwicklung: Schlecker, Soldiner Str. 65-66 (3,19 €)

Ein Filmdreh in der Buttmannstraße, Tauben an der Panke, Besuch im Naturkundemuseum. Den Film habe ich im tiefsten Bayern entwickeln lassen.

Film: Kodak FB 400-8
Kamera: unbekannt
Zeit: Oktober 2005
Entwicklung: Schlecker, 93462 Lam (5,93 €)

Besuch im Tierpark Berlin und im Mauerpark. Wahrscheinlich mit Tele, starke Abschattungen am Rand spricht nicht für gute Qualität des Glases.

Film: Kodak FB 200-6
Kamera: unbekannt
Zeit: Juli 2005
Entwicklung: Rossmann, Schönhauser Allee 101 (5,35 €)

Irgendwo in Berlin auf einem Friedhof, auf dem Bahnsteig, am Potsdamer Platz, in den Rehbergen, am Amtsgericht Wedding. Die Kamera hat Lichteinfall.

Film: 400N H32 CH25
Kamera: Praktica BC 1 + Sigma 28-70mm
Zeit: Herbst 2010
Entwicklung: drospa, Steglitz (4,33 €)

da passiert endlich was dank UA und spiegel cover story. aber das wird unangenehm.

Keine Fingerabdrücke und DNA-Spuren von Amri im Tat-LKW (heise online)

Der Untersuchungsausschuss im Bundestag entdeckt massive Hinweise auf Manipulationen bei den Anschlagsermittlungen – Landeskriminalamt eng mit islamistischer Szene verwoben

es ist februar, ungewöhnlich warm und sonnig, die gegend ist voll touristen, obwohl es wenig zu sehen gibt, man schiebt sich über die bürgersteige, zum bahnhof, zur spree. einheimische gehen ihrer wege. im bahnhof eine große schlange vor edeka.

Mit der Kamera auf Arbeit, die Sonne steht weit unten. Rauhreif bedeckt die Wiese, die Panke plätschert, es ist kalt. Baustellen überall, die Autos stauen sich. Vereinzelt kommen Jogger, der Bus kommt nicht. Auf dem Ohr ein Hörbuch, irgendwann muss man dann aber doch an den Schreibtisch.

Ein Spaziergang am Montag – dem ersten Arbeitstag des Jahres – vom Alex bis zur Weberwiese.

ein paar schnelle skizzen im regierungsviertel im überraschend warmen dezember. es ist früh dunkel, aber es gibt auch tolles licht.

eine radkappe liegt vor der schönholzer heide in pankow
der morgendliche frost bedeckt sie mit gefrorenem tau
sie wird abgefallen sein von einem auto
sie wird lustig tanzend neben die fahrbahn gerollt sein
bis sie dann zum liegen kam und irgendwann verschwunden sein wird.
auf spanisch heißt sie tapacubos, was nach sonne und salz auf der haut klingt.


ein nebel liegt abends über der stadt, es ist november, nicht kalt, aber ungemütlich. es wird früh dunkel, der park dient vielen als durchgang zwischen pankow und niederschhönhausen, um diese jahreszeit wird nicht flaniert, es wird nach hause gegangen. niemand sitzt auf der bank, niemand will das.

friedrichshain im november 2019: aus der hipster-kaufhalle an der warschauer kommen die metalheads in ihren kutten und werden heute abend spaß haben. die m10 hat ersatzverkehr, die busse sind überheizt und voll, aus der sbahn strömen mehr partyhungrige, sie alle haben ein ziel: den samstag abend zu dem ihren machen.

in der koloniestraße, ecke kühnemannstraße in berlin gesundbrunnen gibt es ein hotel. das war früher mal ein wohnhaus und jetzt kommen schulklassen und touristen. darüber müssen wir uns aufregen, denn in wohnhäusern, die nun hotels sind, kann keiner mehr wohnen.
schaut man sich die bewertungen an, so hat man viel amüsemang. denn oft sind die gäste vom fluglärm genervt – was ziemlich witzig ist, es kommen vermutlich viele mit dem flugzeug angereist.

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