neues aus der roiberhöhle
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austreten!

23.10.07

meine überhaupt erste berlinerfahrung war das spacy wall-klo auf unter den linden. damals zog ich mit meinem kumpel nachts quer durch berlin und frühmorgens putzten wir uns die zähne dort. für fünfzig pfennig oder so. früher gabs auch mal öffentliche toiletten in berlin. doch dann kam wall und hat überall seine stadtmöbel aufgestellt. aber ein besuch lohnt. für fünfzig cent oder so hat man gefühlte fünf quadratmeter (schwer zu schätzen weil meist rund) ganz für sich alleine. eine halbe stunde lang. es fehlt nur der dampf beim öffnen der tür, dann wär das weltraumstation-ereignis perfekt. echt jetzt mal.

klo (rosa)

in breslau/Wroclaw gibts auch überall öffentliche toiletten (siehe bild). die sind aber noch ganz manuell und irgendwer sitzt da den ganzen tag drinnen, macht sauber und kassiert. doch das erstaunliche ist, dass es drei tarife gibt (leider kein bild davon):

  • hinsetzen
  • im stehen
  • händewaschen

ganz ehrlich jetzt. händewaschen kost’ extra. nicht viel, aber immerhin. und insgesamt ist das ganze ereignis billiger als auf einem wall-klo. das sind so die kleinen kulturellen unterschiede. über mögliche kombinationen der einzelnen tarife lass’ ich mich mal lieber nicht aus… jedenfalls viel spaß noch und immer schön hände waschen, wa?

hell yeah, i am a video producer!

19.10.07

weil die kamera auf sich warten lässt, ein bischen trash aus dem archiv. in fünf minuten gebastelt. ist richtig schnieke geworden. die bilder gibts hier und das tool hier (komplett online und frei wie freibier).

ich wünsche ein schönes und vor allem polizeifreies wochenende. zieht euch warm an. ist kalt draußen.

[update:] ich konnte es nicht lassen und hab noch eins gemacht. sehr schick geworden:

heimatreise

17.10.07

bin gerade ein paar tage zuhause gewesen. klingt absurd. also anders: bin gerade für ein paar tage in der heimat gewesen. klingt schon besser. heimat ist wohl meist dort, wo man aufgewachsen ist. seinen ersten rülpser getan, sein erstes bier getrunken und das erste mal händchen gehalten hat. ob man später irgendwann zurück in die heimat will, hängt stark von einem selbst ab und ist keine hinreichende bedingung für heimatgefühl. mir jedenfalls reichen ein paar tage im jahr. aber dafür kommen dann die erinnerung umso konzentrierter und plötzlicher wieder und scheinen einen zu erschlagen. man färt mit dem auto über die dörfer ( bin ja eher so der provinz-heini ) und entdeckt die stellen, mit denen man erinnerungen verbindet. dabei werde ich immer ein bisschen melancholisch, nachdenklich und schweige erstmal mürrisch vor mich hin. anderseits ist es auch witzig, in den alten trott zu verfallen. zu sehen, wie verinnerlicht die früheren denkstrukturen eigentlich immer noch sind. da habe ich ernstlich überlegt, mir ein auto zuzulegen! so ein quatsch. oder im elterlichen haus abends heimlich am fenster zu rauchen. wie aufregend! den nachbarn zu grüßen und einen smalltalk nach streng festgelegten regeln zu halten ( in berlin gibts dafür was auf die fresse ). überhaupt die menschen, die offenbar noch genauso leben wie vor ein paar jahren. die zurückgebliebenen. die es nicht geschafft haben. oder wollten sie es nur nicht? kann ja nicht jeder wegziehen. wird ja dann nur voll irgendwo und irgendwo anders leer. so ganz logisch gedacht. warum ist das nur so? woran liegt das wohl und geht es den geneigten lesern da genauso?

strajk!

12.10.07

_“Halt mal an, Fritz!” brüllt da der BVG Knecht, “ick schmeiß den Meier raus und hol die Polizei.” Doch die Leute riefen: “Sag mal, bist du blöd, Mensch? Wir müssen arbeiten, wir haben keine Zeit. Und wenn die da oben x-Millionen Schulden haben, dann solln’ses bei den Bonzen holen, die uns beklauen. Du kannst deinem Chef bestellen, wir fahr’n jetzt alle schwarz, und der Meier bleibt hier drin, sonst fliegst du raus!” Und da riefen alle:

“Nee, nee, nee, eher brennt die BVG! Ich bin hier oben noch ganz dicht, der Spaß ist zu teuer, von mir kriegste nüscht! Nee, nee, nee, eher brennt die BVG! Ich bin hier oben noch ganz dicht, der Spaß ist zu teuer, von mir kriegste nüscht!”_

also, wenn ihr mich fragt: generalstreik bitte. wenn, dann richtig! da mach ich dann glatt mit. aber nicht so ein lächerliches rumgestreike. das macht einen ja ganz kirre. die s-bahnen fahren trotzdem, aber im nur im 20Minuten-Takt. gurxmurx. ich fahr jetzt erstmal auf arbeit. hinsetzen und nochmal drüber nachdenken und dann aber richtig!

sportlich

12.10.07

Stadion Olimpijski we Wrocławiu

ein olympiastadion, das keines ist. aber immerhin aus den dreißiger jahren. und so könnte man denken, es wurde für die olympiade 1936 gebaut, wurde es aber nicht, wie hier zu lesen ist. Ursprünglich war es wohl auch als Austragungsstätte für die Fußball-Europameisterschaft 2012 geplant, aber man baut lieber ein neues.

jetzt mal ein bisschen literatur fürs hirn:

12.10.07

“Wir finden einen Kinderwagenparkplatz in der zweiten Reihe, setzen die Kröten in den Sand und uns an den Rand und senken damit den Hipness-Grad der gut bevölkerten Anlage sicherlich um die Hälfte, misstrauisch beäugt von den Elternpraktikanten ringsum.”

Die geschundenen Kinder vom Prenzlauer Berg Heiko Werning über Einschulung im Prenzlberg

“Aber es musste der Soldiner Kiez sein. Meine Eltern sind jeden Morgen eine Stunde gefahren, nur um mich dort hinzubringen. Am Nachmittag holten sie mich immer ab, ich war froh, endlich wieder Erwachsene zu sehen. Denn Erwachsene bedeuteten immer gute Nachrichten für mich an der Juhnke, egal, ob es nun meine Eltern oder die Uniformierten vom SEK waren, die meistens Mittwoch vorbeikamen.”

Das Geständnis Jakob Hein über “das geschundene Kind vom Wedding”