neues aus der roiberhöhle
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Linktipp: Die Schreibmaschinisten

17.01.17

weil die ein von wir sind helden nach einer schreibmaschine mit @ fragte, bin ich auf das blog Die Schreibmaschinisten gestoßen. da gibts einiges zu entdecken:

USB-Typewriter – die digitale Schreibmaschine eine uralte schreibmaschine bekommt eine schnittstelle zum PC nachgerüstet

Die selbstschreibende Schreibmaschine - KI in einer schreibmaschine

dazu viele artikel über die schreibmaschine in musik und literatur. wirklich sehr schön, vielen dank dafür!

die angst vor der aufkommenden klutokratie

10.01.17

heute auf der startseite von faz.net. ein unrasierter christian lindner von der außerparlamentarischen opposition (APO, hier: FDP) kommentiert die steigende steuerquote und warnt vor der aufkommenden apokalypse, nennt sie kleptokratie.

**Kleptokratie:** Als Kleptokratie wird im engeren Sinn eine Herrschaftsform bezeichnet, bei der die Herrschenden willkürliche Verfügungsgewalt über Besitz und Einkünfte der Beherrschten haben und entweder sich oder ihre Klientel auf Kosten der Beherrschten bereichern. [wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Kleptokratie)

ein paar mausdrehungen weiter trollt der allseits bekannte don alphonso. thematisiert die debatte um staatssekretär andrej holm: dessen stasi-vergangenheit vermischt er mit dessen forschungen zu stadtsoziologie und gentrifizierung, in der überschrift zumindest bleibe holm der liebling der plutokraten. und dann schwurbelt er von verhinderter zwangsräumung und fisch im hausflur. leider versteht man nicht so ganz, was er sagen will, immerhin hat er schöne bilder im artikel hängen.

**Plutokratie:** Die Plutokratie oder Plutarchie ist eine Herrschaftsform, in der Herrschaft durch Vermögen legitimiert wird, also die Herrschaft des Geldes. Politische Rechte werden anhand des Vermögens vergeben. [wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Plutokratie)

irgendjemand muss noch die kommentare lesen, ich kann und will das nicht.

Berlin 2017

04.01.17

Es kam zu Widerstandshandlungen, bei denen der Renitente einem Beamten in die Hand biss.

04.01.2017 - Pankow #0021

Als eine 48-jährige Kundin um Hilfe rief, ließen die Täter von ihrem Vorhaben ab und flüchteten ohne Beute.

04.01.2017 - Neukölln #0019

Als der Verletzte daraufhin laut zu Schreien begann, flüchteten die Unbekannten ohne Beute.

03.01.2017 - Friedrichshain - Kreuzberg

Nachdem der 36-Jährige sich in Widersprüche verwickelt hatte und schließlich den Diebstahl der beiden Räder an den S-Bahnhöfen Karlshorst und Ostkreuz eingeräumt hatte, führte die Spur auf einen mutmaßlichen Hehler, der die Räder kaufen wollte.

03.01.2017 - Lichtenberg #0016

Hierbei erfasste die Frau mit ihrem Pkw die entgegenkommende 27-jährige Radfahrerin.

03.01.2017 Steglitz - Zehlendorf #0015

Als ein Nachbar auf den Überfall aufmerksam wurde und hinzu eilte, flüchtete das Duo auf die gegenüberliegende Straßenseite […]

03.01.2017 - Charlottenburg - Wilmersdorf #0014

Mehrere Zeugen nahmen in diesem Zusammenhang eine Gruppe Jugendlicher und das Wegfahren eines Autos der Fahrschule wahr.

02.01.2017 - Friedrichshain - Kreuzberg #0013

Dieser stach einmal in Richtung des Bauches seines Opfers, schubste es zu Boden und rannte mit der Beute in Richtung Karl-Marx-Straße davon.

02.01.2017 - Neukölln #0012

Trotz eines abgerissenen Kotflügels, der an der Tür des Taxi hängen blieb, soll der unbekannte Fahrer seine Fahrt mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Bismarckstraße fortgesetzt haben.

01.01.2017 - Charlottenburg - Wilmersdorf #0011

Der Fahrer hielt kurz an, die Fahrertür wurde geöffnet, jedoch wurde die Fahrt, ohne sich um das Unfallopfer zu kümmern, fortgesetzt.

01.01.2017 - Marzahn - Hellersdorf #0010

Dabei wurde ihm u.a. ein Zahn ausgeschlagen.

01.01.2017 - Pankow #0009

Filmkritik: Captain Fantastic (2016)

03.01.17

leider etwas zu vorhersagbares märchen über eine aussteigerfamilie, die alles moderne ablehnt, aber unbeabsichtigt durch den tod der mutter mit dieser moderne konfrontiert wird. was nach cultureclash und amüsant klingt, ist leider traurig und wenig substanziell. die kapitalismuskritik darf der/die achtjährige vortragen, sodass das publikum schmunzelt, danach folgt nur dezente konsumkritik und scherze über fettleibigkeit. am ende bleiben schöne landschaftsaufnahmen, musik und die selbstbestätigung der amerikaner auf ihr selbstbestimmungsrecht. es hätte ein kritischer film werden können, so ist es nur seichte unterhaltung.

zehnjähriges jubiläum, trotzdem keine freude: ein absatz

09.12.16

als ich vor zehn jahren mit dem bloggen anfing, war alles ganz anders. musik war auf dem pc oder dem mp3-player und wurde noch nicht gestreamt. filme lieh man sich in der videothek (die auch nicht umbenannt wurde, als es nur noch dvds und später bluerays gab). das internet erfand sich gerade neu und hieß web 2.0. es wurde wirklich interaktiv (auch so ein wort, was nicht mehr benutzt wird), soziale netze feierten ihren durchbruch (und sind bis heute nicht sozial). es gab noch keine smartphones, das internet war stationär, man loggte sich ein und checkte seine mails. heute bekommt man nur noch werbung in den posteingang oder unangenehme nachrichten. es gab noch icq, dann lange nichts und jetzt whatsapp und viele andere. rss fristete schon damals ein nischendasein, genau wie pgp und tor. wir zogen los, um zu fotografieren, luden die bilder auf flickr und freuten uns einen ast über likes und kommentare - asynchron natürlich. heute sind wir irgendwo und teilen das auf instagram, twitter oder nur privat im messenger. alles passiert im jetzt und morgen ist es schon archiv. unzählige dienste kamen und gingen - kennt noch jemand google buzz? das bloggen war noch neu und aufregend, heute wird man dafür schief angelächelt. filterblasen entstanden und platzten, online-bekanntschaften gaben sich die virtuelle klinke in die hand. heute leben wir alle in unseren blasen und definieren uns über die blödheit der anderen. es gibt keinen austausch mehr, nur noch hass. neue generationen sind heran gewachsen und nutzen ganz andere dienste und wir verstehen es nicht - oder kann mir einer snapchat erklären? es ist alles so normal geworden, so beliebig und gar nicht mehr aufregend. zeit, sich ins private zurück zu ziehen. anzuerkennen, dass analoge freundschaften besser sind als virtuelle. selbst facebook funktioniert vorwiegend lokal, das globale dorf ist gescheitert. auch ich habe keine lust mehr, alles zu veröffentlichen. vielleicht bin ich alt geworden, abgestumpft. immerhin zehn jahre älter, das geht nicht spurlos an einem vorbei. der körperliche verfall beginnt. man muss aktiv was dagegen tun. das ist nicht mehr das locker-leichte studentenleben von einst. und so stapeln sich die nichtssagenden instagram-bilder hier im blog und das persönliche wird rar. politik ist wichtiger geworden, aber öffentlich seine meinung sagen? vermutlich noch wichtiger, aber wozu? inzwischen hat jeder ein facebook-profil und eine meinung und die ist meist rechts oder links oder scheiße. es gibt kein grau mehr, alle sind entweder dafür oder dagegen oder mindestens meta. guck mal, ein lustiger panda auf einer rutsche oder böhmermann hat wieder gepupst. oder ein orangener tüp ist präsident. dieses jahr ist das jahr der negativen rückkopplung. vor zehn jahren lachten wir über die bielefeld-verschwörung, heute ballern reichsbürger auf polizisten. wir sind auf die straße gegangen gegen studiengebühren und vorratsdatenspeicherung, heute feuern nicht nur rechte gegen die amadeu antonio stiftung. ich bin müde und bezweifle das bloggen. aber was sonst hilft gegen die lethargie? vielleicht sollte ich in eine partei eintreten und karriere machen. wer weiß, bei den gestalten? ich habe nur angst, auch eine gestalt zu werden. und frau merkel bleibt kanzler, aber du kannst nicht dagegen sein, weil die merkelgegener alles nazis sind. oder bayern. es gibt keine antworten und lnagsam bezweifle ich, dass es noch fragen gibt. lassen sie uns in zehn jahren noch einmal reden. vielleicht haben wir da antworten.