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Schönes Berlinbuch, von einem, der im Ostteil der Stadt aufgewachsen ist, davon erzählt und im wiedervereinten Berlin seinen Platz sucht. Dazwischen, parallel zu seiner Biographie, immer wieder die Geschichte des BFC Dynamo.

Der Autor erzählt auch von seiner Wohnung am Gleimtunnel, kurz vor dem Wedding:

„Zum Glück ist es im Prenzlauer Berg noch nicht so schlimm wie im Wedding. Alle Ausländerkinder sind immer frech. Das liegt am Wedding. Dieser Stadtteil steht in einem ihm gebührenden Licht, wenn die Sonne über ihm untergegangen ist und die BEWAG mit der Stromversorgung nicht hinterherkommt. Und schon verschwindet die Sonne hinter dem Weddinger Horizont. Es wird stockdunkel. Wie schnell doch so ein Tag vergeht. Und so ein Leben. Mein Leben. Ich kann kaum noch aus den Augen gucken, liege flach und rieche nach altem Mann.“ [S. 168]

Und später, 1999, auf dem Weg zu einem Spiel zwischen BFC und Union im Mauerpark:

„Irgendwann spazierten wir zwischen dem langweiligen Gesundbrunnen-Center und der zerbröselnden Hertha-Villa singend entlang. „Roter Wedding, grüßt euch, Genossen … Drohend stehen die Faschisten drüben am Horizont! … Rot Front, Rot Front!“ Das war prähistorische Westalgie, das waren des müden Weddingers alte Lieder. Titus und ich sangen verschiedene Fassungen. Wir fanden es aber unnötig zu klären, ob es an gegensätzlichen Weltanschauungen oder am unterschiedlichen Alkoholkonsum lag.“ [S. 210]

Viele Geschichten sind stark und ehrlich und authentisch, manche sind ein bisschen verwirrend oder flach. Aber auf jeden Fall ist viel Berlin drin, viel Fußball und viel Alkohol.

[xrr rating=6/7]

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