betrachtungen über ein linkes faltblatt

die antifa gmbh hat eine handreichung veröffentlicht gegen rechts; nennt die politische lage zombie-invasion. angekuckt habe ichs mir nicht. interessant jedenfalls der verweis auf “fake-news” in den medien, was spannenderweise wird hier ein narrativ aufgegriffen, was eher rechts vermutet wird (“lügenpresse”). wenn man die begriffe austauscht, könnte das blatt auch von rechts stammen. etwas zu platt und plakativ in meinen augen – da hätte ich mehr erwartet.

wie sich immer alles wiederholt (ohne pointe)

das schrieb ich vor sieben jahren:

… Auch Tegel, dieses Betonmonster im Norden Berlins soll 2012 geschlossen werden. Viele Reinickendorfer und Pankower atmen erleichtert auf. Ob es wieder einen Volksentscheid geben wird? Oder wütende Proteste von ehemaligen Rosinenbombern? Auf jeden Fall wirds ruhiger im Bürgerpark und anderswo. Keine schweren Maschinen im Vier-Minuten-Takt überm Picknickkorb. Keine lästigen Gesprächspausen.

tatsächlich macht eine obskure splitterpartei (fdp) gerade auf sich aufmerksam mit einem volksentscheid für die offenhaltung von tegel.

verschont mich mit eurem glauben

sie feiern sich jetzt selbst dieses jahr. 500 jahre reformation, 500 jahre frieden und nächstenliebe (hahaha!) im namen allahs luthers jesus’. ach gottchen. derweil bomben sich die gottestaatler durch europa im namen ihres gottes. in amerika glauben sie an eine junge (und wahlweise flache) erde, mancherorts wird noch ausgepeitscht. und wenn mal jemand zu versöhnen sucht, ist es auch wieder nicht recht. meiner meinung nach kann jeder glauben, was er will und heiraten, wen er will. aber bitte verschont mich damit. religion sollte privatsache bleiben. auch sollte der staat aufhören, die kirchen zu subventionieren (neben kirchensteuer). und bitte kommt mir jetzt nicht mit dem pösen islam. es liegt an den fanatikern und nicht an der religion. und fanatiker gibt es überall zu viele.

(update von dem hier, Januar 2010)


B O N U S T R A C K:

vor jahren (August 2008) haben sie plasteluthers in wittenberg aufgestellt (Konzeptkünstlers Ottmar Hörl wars) und sie dann für 250,- € pro stück vertickt:

Deutschland in einem Bild (Berlin, November 2013)

Der Müll ist fein säuberlich (und wahrscheinlich getrennt) auf der Baumscheibe arrangiert. Für den Baum ist das maximal ungünstig wegen nun fehlendem Wasser, Licht, Luft. Für den Ästheten und Stadtflaneur, den Fahrradfahrer und Autofahrer ist es hingegen praktisch, kann er doch nun nach Lust und Laune flanieren und fahren. Der Müll ist zwar noch da, ob seiner Aufgeräumtheit jedoch nahezu unsichtbar beziehungsweise fügt er sich wunderbar ins Stadtbild.

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass auf Radwegen und Busspuren sowie in zweiter Reihe grundsätzlich weder kurzfristig gehalten noch geparkt werden darf.

letztens war Verkehrsaktion gegen verkehrswidriges Halten und Parken in berlin und die polizei stellt nüchtern fest:

Ein spürbares Unrechtsbewusstsein im Individualverkehr war kaum wahrzunehmen und es ist zu vermuten, dass viele der Betroffenen ihre individuellen Interessen hinsichtlich des Haltens und Parkens vor allem auf Busspuren und in zweiter Reihe regelmäßig sorglos über die Interessen der Allgemeinheit stellen.

ministerpräsidenten / staatschefs mit *geburtsdatum, sortiert (auswahl)

trump *19461
gerdschikow *1946
putin *1952
merkel *1954
gentiloni *1954
rajoy *1955
may *1956
löfven *1957
solberg *1961
sipilä *1961
orbán *1963
szydlo *1963
leuthard *1963
rasmussen *1964
kern *1966
plenkovi? *1970
vucic *1970
sobotka *1971
tsipras *1974
macron *1977
grindeanu *1973
varadkar *1979


  1. Ich möchte daraus ein kleines Datenexperiment machen, da ich denke, ein Teil der gegenwärtigen Krise im politischen Diskurs ist auch ein Generationskonflikt: Wer in den Fünfzigern/Sechzigern aufgewachsen ist, der hat wesentlich die Logik des Kalten Kriegs verinnerlicht und agiert womöglich innerhalb dieser Denkmuster. Spätere Generationen zeigen sich unter Umständen offener gegenüber Neuem im Allgemeinen. Ist natürlich eine steile These, aber vielleicht bekommen wir was brauchbares zusammen. Mehr dazu demnächst. []

#Szrenica

Wir fahren von Szklarska Poreba (Schreiberhau) mit dem Lift auf den (die?) Szrenica (Reifträger) – immerhin 1362m hoch. Oben überblickt man Riesengebirge, die polnisch-tschechische Grenze und die Täler. Es ist sonnig, aber langsam ziehen Regenwolken auf. Nur wenige Wanderer sind unterwegs an diesem Pfingstmontag. Am Gipfel steht eine Baude und eine Wetterstation. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg nach unten. Einem gepflasterten Weg, es ist anstrengend, ungefähr zehn Kilometer bergab, sodass wir am nächsten Tag noch Muskelkater haben werden. Wir kommen am Wodospad Kamienczyka (Zackelfall) vorbei, den hatten wir uns vor Jahren bereits angesehen.