Falls du einen Bibliotheksausweis der Berliner Büchereien (voebb) hast:

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Super ist bspw. Gamer Girl (2016) von Irena Jukić Pranjić

Christopher Lauer in der faz über Wernher von Braun. Lauer zerlegt den Mythos vom genialen Erfinder – Braun war wohl eher ein guter Manager. Im Artikel dieses schöne Zitat:

Es ist im Übrigen auch heute nicht unüblich, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Firma inkompetente leitende Angestellte und Geschäftsführer nicht offen herausfordern, sondern aus der Situation das Beste machen und um die Inkompetenz ihrer Vorgesetzten herum arbeiten.

https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/raketenkonstukteur-wernher-von-braun-15976616.html

Wohnungsbesichtigung in Französisch Buchholz im Januar 2015. Bereits vor vier Jahren war der Mietwohnungsmarkt in Berlin angespannt. Entsprechend viele kamen zu den Besichtigungsterminen und man stand sich ständig im Weg. Die Wohnungen im Berliner Norden sind so durchschnittlich wie ihre Bewohner. Über die sichtbaren Mängel schweigen wir, nehmen den Bewerbungsbogen und verschwinden. Wir schauen uns an dem Tag noch andere Wohnungen an, es wird nicht besser. Treffen immer wieder die gleichen Interessenten. Die Gegend wirkt an diesem Wochenende traurig und leer, viele Geschäfte sind für immer geschlossen, die Straßenbahn rattert vorbei. Es ist Januar, ein kalter Wind weht und wir beschließen, nicht nach Französisch Buchholz zu ziehen.

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Polen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, das war wohl eine wilde Zeit, die vieles hinweg gefegt hat, viel neues gebracht hat, aber vor allem auch Unsicherheit und Armut. Im Gegensatz zur ehemaligen DDR gab es kein reiches Westdeutschland – man war auf sich gestellt. Die Reportagen stammen aus den späten Neunzigern, Anfang Nuller. Nowak geht dahin, wo die Menschen leiden, er besucht die Abgehängten und Alleingelassenen, Kranken, Kaputten. Trotz allem ist viel Hoffnung in den Menschen.

Die Reportagen sind frei von Wertung, Gefühlen, Eindrücken, es kommen ausschließlich die Protagonisten zu Wort, der Autor hält sich zurück. Das sind keine schmalzigen #relotius-Stücke, das sind handwerklich tolle Reportagen.

Leider ein wenig stiefmütterlich lektoriert, es sind einige Fehler drin.

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Eigentlich hat Simon Sahner bei 54books bereits alles zu diesem Buch geschrieben (“Internetbashing-Nazikitsch-Mashup”). Und wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, greift bitte nicht zu diesem Ziegelstein.

Über 22 Stunden bzw. 800 Seiten zieht sich eine lahme Geschichte um ein eigentlich spannendes Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die Nazis schon Computer gehabt hätten? Kurzum: schlimm. Ob man dazu soviel Seiten benötigt hätte für diese Idee, sei dahin gestellt, jedenfalls zieht es sich endlos.

Im Mittelpunkt ein zurückgewiesener Analyst, eine schüchterne Programmstrickerin, die keine richtige Nazis sind, dafür glühende Mitläufer, und nach und nach die Dimensionen der Naziherrschaft begreifen. Und immer wieder offensichtliche Kritik an Überwachung, Automatisierung und KI. Man ahnt es, der Autor will uns warnen, dass jene Systeme, die wir längst haben, in den Händen von Diktatoren Schreckliches anrichten. Platt und dumpf fühlt sich das an und die Sprachverdrehung (Parole statt Passwort, Datensilo statt Cloud) wirkt anfangs spaßig, später eher peinlich.

Dazwischen unreflektierte Vergewaltigungsszenen und sexuelle Dominanzphantasien, die nicht hätten sein müssen. Ansonst wirkt alles sexuelle merkwürdig antiquiert. Und die Differenzierung zwischen pösen Nazis und Mitläufern folgt einem Geschichtsbild, das stark an die 50er Jahre erinnert. Das muss man dem Autor vorwerfen, Platz und Zeit hatte er genug.