Farbe: braun

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Tod auf der Donau

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die geschichte eines mitarbeiters auf einer donaukreuzfahrt. eigentlich ein roman, trotzdem lernen wir auch die donau von der quelle bis zum delta kennen. ihre geschichte, die geschichte der angrenzenden länder und städte. das kreuzfahrtschiff bietet amerikanischen rentnern eine unvergessliche reise. es ist auch die geschichte junger osteuropäer, die ihren platz in der welt finden. eine geschichte europas, immerhin fließt die donau durch zehn länder. natürlich wird auch das popkulturelle phänomen „kreuzfahrt“ behandelt (siehe dazu auch hier). aber nicht nur, eigentlich ist es auch ein krimi, das hätte gar nicht sein müssen. erhöht aber die spannung.

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Eine Messe für die Stadt Arras

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kleines büchlein über die hässliche fratze fanatischer religiösität. die geschichte spielt im mittelalterlichen arras, wird erzählt von einem jungen adligen. nachdem die pest in der stadt wütete wird sie nun von religiösem eifer ergriffen, in der folge kommt es zu judenverfolgungen, progromen und hexenprozessen. der rat der stadt demokratisiert sich, seine entscheidungen jedoch sind von willkür und rache geprägt. erst der externe fürstbischoff kann dem treiben ein ende setzen und erlässt allen ihre sünden.

gelesen im urlaub im juli 2020, als die welt von der corona-pandemie heimgesucht wird. gibt es parallelen? eher nicht, auch wenn vereinzelt mit dem finger auf china gezeigt wird, oder nachbarn denunzieren. die seuche wird eher nüchtern und wissenschaftlich betrachtet. trotzdem treten wirrköpfe und fanatiker auf die bühne; einige laufen ihnen hinterher und bezweifeln die öffentliche meinung. also vielleicht hat sich doch nicht viel geändert.

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Olaf G.

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eine gezeichnete liebeserklärung an Olaf Gulbransson (1873-1958), einem norwegischen maler, grafiker und karikaturist, der vor allem für die deutsche zeitung simplicissimus arbeitete und in der nähe von münchen lebte.

100 Jahre nachdem Gulbransson nach deutschland kam, besuchen Fiske und Kverneland seine stationen, von münchen nach tegernsee und berichten über diese reise in comic-form. es wird viel bier und calvados getrunken und vor allem schwein gegessen, sie stoßen dabei an ihre grenzen, das ist sehr witzig. vor allem aber erzählen sie das leben und werk des großen künstlers. teilweise mit originalgrafiken und karikaturen Gulbranssons und seiner freunde. dieser bruch mit den verschiedenen stilen (es werden auch foros der reise nachgemalt) macht den band sehr eindrucksvoll und liebenswert. ein kleiner schatz.

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Luischen (Hörbuch)

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Die kurze Erzählung wird gelesen von Gert Westphal. Es geht um eine unglückliche Ehe, der ältere und beleibte Gatte wird von der Gattin und ihrem Liebhaber öffentlich bloß gestellt, die Tragik endet tragisch. Schön schnörkelig und doch gerade heraus geschrieben, voll toller Worte. Wobei es Besseres gibt im Werke Manns.

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Berliner Orte: Westend bis Köpenick

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nette sammlung von artikeln über berlin aus den zwanzigern. leider ist die auswahl nicht sehr gelungen, einige artikel wirken fast hundert jahre später seltsam, da man die protagonisten nicht mehr kennt bzw. der kontext fehlt. ansonsten gilt: tucholsky muss und sollte man immer wieder lesen, seine einschätzungen zu politik und gesellschaft sind zeitlos und treffend.

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Der Omega-Punkt

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verstörende geschichte um einen jungen mann, der einen film über einen alten mann drehen will. dieser wohnt alleine in einem haus in der wüste, typ einsiedler. der junge mann besucht ihn, will nur kurz das projekt durchsprechen und bleibt immer länger. es wird für beide eine zähe erfahrung. die tage vergehen, es passiert nichts. das filmprojekt rückt in weite ferne. die tochter des alten mannes kommt, es wird noch zäher, sie verschwindet.

es passiert nicht viel in diesem buch, aber die beschreibungen der gefühlswelten und gedanken, der situation machen das buch groß. am ende bleibt ein vertsörter leser zurück.

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Nullnummer (Hörbuch)

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endlich wieder ein besserer eco. es geht um eine redaktion, die ein paar ausgaben einer neuen zeitung entwerfen soll, damit der auftraggeber ein politisches druckmittel in der hand hat. eigentlich ist jedoch die rahmenhandlung eher nebensache, im kern es geht es um die frage, wie nachrichten gemacht und verbreitet werden, wer wie aus welchen gründen manipuliert. das ist stark. außerdem wird die geschichte der stay-behind-organisationen nach dem zweiten weltkrieg erzählt, ihre rolle in italien beleuchtet. ein bisschen wie im foucaultsches pendel, nur nicht so umfangreich.