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Mordor kommt und frisst uns auf

Nach Hinter der Blechwand (2009) von Stasiuk ein ähnliches, und doch ganz anderes Buch. Hier reist ein polnischer Backpacker durch die Ukraine und erlebt mit verschiedenen Mitreisenden wilde Geschichten, die zu Gonzos destiliert, stark an Hunter S. Thompson und Jack Kerouac erinnern. Hinter den Sauf- und Absturzgeschichten verbirgt sich die Analyse der polnischen Geschichte, der Frage nach der Identität und Herkunft. Wieviel Polen, wieviel Europa steckt in der Ukraine? Die Geschichten triefen nur so von Alkohol, Potenzkräuterschnaps und kaputten Menschen und Städten. Aber sie erzählen auch von einer gespaltenen Beziehung beider Länder, die sich auseinander gelebt haben, wie ein altes Ehepaar und doch ähnlicher sind, als sie zugeben wollen.

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Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex (Hörbuch)

endlich wieder ein guter evers, mit vielen querverweisen zwischen den storys. das ist ja überhaupt das gute an den büchern: obwohl abgeschlossene geschichten, gibt es immer wieder überraschende momente, änderungen der perspektive, der erzählweise. verzerrte wahrnehmung und darstellung des alltäglichen ist evers große stärke. mit dem vorliegenden band ist es ihm wieder gelungen, unbedingt das hörbuch hören.

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Herr Schlau-Schlau wird erwachsen

Ein Roman aus dem Pankower Florakiez über den Kiez rund um die Florastraße. Über einen Typ in den dreißigern, der noch bei den Eltern und zwischen Tausenden Büchern wohnt. Als die Eltern ausziehen und er widerwillig mit der Realität konfrontiert wird, gerät sein bisheriges Leben aus den Fugen. Der neue Nachbar Hupe ist Orjinal und kann nur berlinern, ein Lebenskünstler mit Antworten auf jede Frage. Es taucht eine neue Frau auf, die alles auf den Kopf stellt. Ständig ist irgendwas. Dazwischen sitzt man im Café Stilbruch, im Kiosk oder in der Kneipe in im Schrebergarten. Dort sitzen die Alt-Pankower und trauern alten Zeiten hinterher, haben sich in der neuen noch nicht zurecht gefunden. Der Kiez wird aufgewertet, auf den Brachen entstehen neue Häuser, meist Wohneigentum. Die Alten müssen weg, auch das ein bitteres Thema im Buch. Soweit die Story.

Erzählt wird die Handlung in vielen kleinen absurden und gut erzählten Situationen. Mit viel schrägem Humor und ehrlicher Meinung. Das ist die Stärke des Buchs und trägt es auch bis zur letzten Seite. Denn leider wirken die Figuren, insbesondere der erzählende Hannes, etwas hölzern und eindimensional während er durch seine Geschichte stolpert.

Pankow kommt gut dabei weg, der Leser stromert mit den Figuren durch den Kiez und einmal sogar in den nahen Wedding. Selten sind regionale Romane keine Krimis, hier kommt keiner um, nur ein Tier, aber das musste sein. Nur länger hätte das Buch sein können.

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