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Neun

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polen in den jahren der transformation nach der politischen wende, kurz vor 2000: kleinkriminelle in warschau suchen das glück, das große geschäft, wollen mitmischen bei den großen. gewalt und erpressung, drogen, schiebereien. so ganz genau erfährt der leser nicht, um was es geht. erzählt aus den perspektiven der handelnden, warschauer straßen werden zur bühne. die vergangenheit blitzt hier und da auf, das leben früher wird verglichen mit dem heutigen. der leser erfährt wenig, die protagonisten werden lebendig. großartig geschrieben, sehr düster.

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Stalin. Die geheimen Aufzeichnungen des Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili

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was für ein großartiger mist: die fiktive biographie stalins, von den jugendjahren bis zum attentat auf trotzki, seinem ewigen antagonisten im exil. der diktator analysiert und interpretiert sein leben, seinen werdegang, wie er zu dem wurde, was er ist. er vermittelt uns ungeahnte abgründe und abscheulichkeiten, schwächen und fehltritte. und er fürchtet vor allem eines, dass trotzki stalins geheimstes verbrechen entlarvt, daher setzt er alles auf dessen tod.

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Die Sprache des Feuers (Hörbuch)

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eine feuerorgie der gewalt. ein ehamliger bulle ist jetzt schadensregulierer bei einer versicherung. als er einen hausbrand untersucht stößt er auf viele ungereimtheiten und verstrickt sich immer mehr in ein komplott. schnelle, harte, lineare erzählweise, ein bisschen hintergündiges zu physik und chemie des feuers und eine menge dunkler typen. dieses hörbuch macht spaß, auch wenn es keinen hohen literarischen anspruch hat. manchmal braucht man das.

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Ich Ratten

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2013-08-030

Haha, so langsam komme ich hinter den Humor von Max Goldt und (hier) Stephan Katz. Nicht ganz einfacher Stoff, man hält es für platt aber nach längerem Nachdenken entfalten es seine Tiefgründigkeit. Mein Liebling hier: die Menegnlehreboys und die Geschichte mit dem Bierfilz. Da geht mir der Hut hoch.

[xrr rating=5/7]

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Fratze

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Komisches, verstörendes Buch vom Fight Club-Autor. Einem erfolgreichen Model wird das Gesicht weg geschossen, nun zieht sie durch die USA zusammen mit einer Drag Queen und einem Schönling. Sie klauen Medikamente und konsumieren sie. Das alles mit Rückblenden und Vorgriffen und am Ende ist alles ganz anders. Es gibt keine Stereotypen, es gibt nicht mal Meinungen. Alles wird über den Haufen geworfen. Und dazu kluge Sprüche. Ein bisschen wie bei Coupland:

Weil wir so in unserer Kultur gefangen sind, in unserem Dasein als Menschen auf diesem Planeten, ausgestattet mit einem Gehirn und mit denselben zwei Armen und Beinen wie jeder andere. Wir sind so gefangen, dass jede Fluchtmöglichkeit, die wir nur erdenken können, auch bloß Teil der Falle ist, in der wir sitzen. Alles, was wir wollen, sind wir gezwungen zu wollen.

Vielleicht kein großer literarischer Wurf, aber erschütternd und nachdenklich und spannend. Lesen.