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2014-03-12 23.45.03

“Nach Krakau kam ich zum Studium; es war Herbst, wie immer, wenn ein neues Studienjahr anfängt. Ich kam zum Studium, ein löbliches pragmatisches Unterfangen, aber es ging mir auch um etwas anderes. Halb unbewußt verlangte es mich auch danach, meine Stadt wiederzufinden, jene Stadt, von der ich wußte, daß sie für immer verloren war. Aber wir suchen ja oft etwas, was nicht mehr da ist.”

war natürlich im reisegepäck bei unserer fahrt in die wohl schönste stadt mitteleuropas. voll mit errinerungen an seine studentenzeit im kommunismus. an die unannehmlichkeiten des alltags, aber auch an die süße jugend. in blumigen wort beschreibt er eine welt, die so fremd und entfernt ist, dass man sich verwundert die augen reibt. dabei ist das alles nur ein paar jahrzehnte her. der besuch in krakau macht klar, dass die stadt nicht alles von dem im buch beschriebenen flair verloren hat. dieses buch ist kein einfaches, man muss sich zeit nehmen für die sätze, mehrmals lesen, aber es lohnt sich.

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schon ein paar jahre alt, von 2000. aber immer noch gut lesbar. die geschichte der menschheit aus der wirtschaftlichen perspektive, hat man so kompakt und übersichtlich selten. zumal die gewichtung der einzelnen themen eine ganz andere ist als in politischer oder historischer betrachtung.

wobei er seinen betrachtungsfokus auf sämtliche wirtschaftsräume ausrichtet (asien, amerika, afrika, europa), eben dort hin, wo mehr passiert ist. liest sich stellenweise so, wie sich die civilization-reihe spielt. hochspannend.

klar, er kann vieles nur anreißen und andeuten, details und ereignisse weglassen, muss ein paar schritte zurück gehen, um das gesamtbild zu sehen.

seine theorie vom walzerschritt der wirtschaftsgeschichte ist ganz nett, wirkt aber ein wenig konstruiert, was sie ja auch ist.

[xrr rating=6/7]

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darf man über dieses buch, hitlers mein kampf, lachen? somuncus antwort: nein, aber man kann gar nicht anders. und er betont wie wichtig es ist, sich mit dem buch auseinander zu setzen, weil: “wie können wir in der gegenwart gewappnet sein, wenn wir die ereignisse noch nicht einmal kennen, was sollen wir damit in der zukunft erst anfangen?”. es wird gelacht über “die formulierungen der täter, nicht über die opfer“.

und es gelingt ihm hervorragend, hitler und seine schriftlichen ergüsse aus der tabuzone heraus zu zerren ins grelle scheinwerferlicht der wirklichkeit und grammatikalische, sprachliche und vor allem logische fehler zu enttarnen und bloßzustellen. er tut das auf eine kabarettistische, oft genug lustige weise, indem er natürlich österreichisch vorliest und nebenher kommentiert. ein beispiel für den geistigen zustand des autoren ist dieser satz:

[…] es liegen die eier des kolumbus’ zu hunderttausenden herum. nur die kolumbusse sind eben seltener zu treffen […] jedes tier paart sich nur mit einem genossen der gleichen art: meise geht zu meise, fink zu fink, der storch zur störchin, feldmaus zu feldmaus, hausmaus zu hausmaus, […] es wird aber nie ein fuchs zu finden sein, der seiner inneren gesinnung nach, etwa humane anwandlungen gänsen gegenüber haben könnte […]

…bitter ist daran, dass es danach im buch zu rassentheroretischen grausamkeiten kommt.

dieses hörbuch verhöhnt nicht die opfer des nationalsozialismus, sondern erinnert uns daran, mit offenen augen und ohren durch die welt zu gehen. auf ungerechtigkeiten und hass zu zeigen und einzugreifen, wenn dummheit wieder mal die oberhand gewinnt.

[xrr rating=10/10]

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Der Autor zieht über die grossen Bücher meiner Kindheit her, dafür bekommt er eine negative Bewertung, ganz klar.
Da wird Karl May als Schwul verspottet, der Schatzinsel der Zauber genommen und zu den Inhalten sagt er kaum etwas. Die Idee eines solchen Buches war gut, aber der Autor sicherlich der falsche. Vermutlich hatt er die Kindheit ohne Lesen verbracht und versteht den Zauber nicht.
(aus einer amazon-kritik)

das lässt viel erwarten. ganz so lustig und böse ist es dann aber doch nicht. dafür hat herr schäfer viel zu viel respekt. und manchmal sind seine rezensionen auch eher langweilig. zumindest aber ist seine auswahl sehr interessant. ein paar habe ich auch schon gelesen und die will ich hier nach und nach hinschreiben:

Ken Kesey: Einer flog über das Kuckucksnest

Rainald Goetz: Irre (1986)

Philippe Djian: Betty Blue: 37,2 Grad am Morgen. (1988)

Douglas Coupland: Generation X

Harry Rowohlt: Pooh’s Coorner

[xrr rating=6/10]