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mehr als ein westberlin-krimi im eso-millieu der 80er. ein politisches buch mit viel exzess und wilder macho-romantik. kann ich gar nicht so gut beschreiben, sollte man gelesen haben.

schon fast 30 jahre alt, aber die beschreibung von berlin passt immer noch. obwohl ich eher selten in der gegend um die potsdamer straße bin: solche abende hatten wir alle schon mal:

“Wir legten bei einem Türken, der die ganze Nacht offen hatte, einen Imbiß ein. Ein enger Schlauch, gerade genug Platz für die Kochherde, den Grill und das Buffet, und ein paar Tische, an denen die Nutten mit ihrem Kebab standen, die Junkies mit ihrem Schokopudding, die Dealer mit ihrem Mokka und die Bullen mit ihrem unangetasteten Bier. Schmutzige gekachelte Wände, Limonadenkisten, Zombies mit leeren Augen und einer Ratte unter der Jacke. Und dazu der aromatische Geruch nach gut gewürzten Suppen, Hammelfett und Raki. Jeden Augenblick konnte der Laden explodieren, aber vorher wurde Kasse gemacht.”

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ein gutes buch, ein wichtiges buch. erzählt werden die tage der novemberrevolution 1918/1919 aus sicht einer weddinger familie. die letzten kriegstage, die kämpfe auf den straßen, die demos, die hoffnungen und das leid der einwohner. die ermordung von luxemburg und liebknecht. der hunger, die krankheiten, die sehnsüchte der menschen nach frieden, essen und gerechtigkeit. erklärt werden auch die argumente der linken. warum sie revolution machen. in einfachen worten.
sicherlich könnte man kordon einseitigkeit vorwerfen – friedrich ebert wird nicht gerade positiv dargestellt und die sozialistischen matrosen werden vielleicht zu stark glorifiziert. und eine vollständige darstellung der ereignisse ist das buch nicht. dennoch bleibt es eine eindrucksvolle geschichte.

ein buch nicht nur für kinder und heranwachsende, auch erwachsene sollten es lesen.

[xrr rating=7/10]