2016-03-03_13h59_03

die schrecklichste bilderstrecke der welt gibts auch bei der berliner zeitung. seit mindestens fünf jahren auch bei der morgenpost (wir berichteten). problem ist, dass die da kommerziell ein flickr-bild verwenden, was nicht für die kommerzielle verwendung frei gegeben ist (und auch nie war).

aber wat willste machen?

ein bekannter stadtmöblist frugte vor kurzem an, dieses jenes bild für seine site zu verwenden:

Bahnhof Dresden-Neustadt (ca. 2003)

natürlich mit quellenangabe und link. meine antwort:

vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider genehmige ich Ihnen die Verwendung des unten genannten Bildes nicht. In keinerlei Form.
Es gibt genügend freiberufliche Fotografen, die auf Aufträge unter anderem von Ihnen angewiesen sind.

das war nicht die erste und wird auch nicht die letzte sein. während alle auf den pösen raubkopieren rumhacken, hat sich diese gratiskultur auch im kommerziellen umfeld ausgebreitet. und damit ist die existenzgrundlage vieler fotografen, designer, usw. verschwunden. damit man mich nicht falsch versteht: meine sachen kann jeder verwenden, steht alles unter cc-lizenz, nur eben nicht kommerziell. warum ist das nur so schwer begreiflich?

oder versteh‘ ich da was falsch?

dem spiegel gehen die bilder aus. deswegen dürfen die leser nun welche hochladen. geld gibts keins, aber namensnennung immerhin. offenbar wird ein teil der seite umgebaut nach NEON-vorbild. immerhin kann man eine creative commons-lizenz für seine uploads wählen (by-nc-nd). das geht zwar ein bisschen unter, aber begrüßenswert ist es trotzdem.

noch was: warum wird als beispiel für absolute Personen der Zeitgeschichte immer altkanzler kohl (in genau der schreibweise) aufgeführt? hat das einen speziellen hintergrund?

es ist nicht immer einfach, dass was passiert zu bewerten. und so wälze ich mich hier mit schmerzen hin und her und grüble die ganze zeit, was das alles zu bedeuten hat. vielleicht passiert hier genau das, was vor sieben jahren geschah?

kurzum, es geht um gemeingut. klingt erstmal scheiße und ist die deutsche übersetzung der commons bei flickr. da stellt die staatsbibliothek(?) der usa ihre fotos ins netz, und die nutzer sind aufgefordert, zu verschlagworten und zu kommentieren. damit diese sammlung (aktuell über 3.000 bilder) aufgewertet und besser durchsucht werden kann. also internettauglich wird. es wurde extra dafür eine neue lizenzmöglichkeit eingeführt: „Keine Beschränkungen bekannt“ / „no known copyright restrictions“ (ist aber noch nicht für die nutzer verfügbar). ob das rechtlich dicht ist, wird sich zeigen.

ist das nun eine gute oder schlechte entwicklung? ich muss nachdenken…

[später:] ich kapiere das lizenzierungsmodell nicht. warum muss das so kompliziert sein? ansonsten nette idee. aber ich sehe nicht ein, warum ich unter den bedingungen die bilder taggen soll, gibts da keine angestellten?

autofahrenpaar