Schlagwortachtziger

Lippi rockt den P-Berg

Der (leider) real existierende Wolfgang Lippert hat schon 1985 erkannt, dass der Prenzlauer Berg das nächste große Ding sein würde. Der spätere Wetten dass..?-Moderator stolziert da musizierend durch den Kiez und wir erkennen so einiges wieder. Mit dabei Ikarus-Busse, die Schönhauser, eine coole Lederjacke und ganz alte Straßenbahnen. und, nunja, frisuren oder so.

[youtube OLaHimxmDdk]

(via, via)

pornos in den siebzigern

schon wieder so ein film, dessen marketing komplett am thema vorbei und damit auch an mir ging: Die Torremolinos Homevideos (Torremolinos 73), eine groteske geschichte übers geldverdienen in wirtschaftlich schwierigen zeiten. angesidelt im verklemmten spanien der siebziger jahre, gibt dieser film auch einblicke in die pornobranche damals. mit dem großartigen dänen Mads Mikkelsen als …äh… dänischer pornodarsteller eben.

übrigens: der film zeigt auch die anfänge der kleinen revolution der medien damals: super8-kameras wurden erschwinglich und ganz normale menschen zu produzenten. diese entwicklung beschleunigte sich bis zu uns und dank youtube & co. sind wir jetzt zusätzlich noch sender.

schaut ihn euch an und lasst euch nicht von der sehr nuttigen aufmachung abhalten. der film ist viel witziger als gedacht.


… lesen Sie auch diesen interessanten Beitrag zur Geschichte der Pornoindustrie in den Achtzigern…

bilder aus einem untergegangenem land

GDR AFTERNOON
[GDR AFTERNOON 1987 by phillygdr, license]

im flickrstream von phillygdr finden sich noch mehr tolle bilder aus dem alltag der ehemaligen ddr. aufgenommen in den siebzigern und achtzigern des vergangenen jahrhunderts. viel politisches und viel berlin. in für die damalige zeit typischen farbverzerrungen. klickt euch mal durch. es lohnt sich.

länger, besser, mehr: pornos in den achtzigern

ein anonymer leser bat mich, etwas über die situation der pornoindustrie in den 1980er jahren zu erzählen. nichts lieber als das! here we go:

die geschichte der pornoindustrie ist, wie jede geschichte, immer auch die geschichte des klassenkampfs der technischen und sozialen entwicklung.

im zuge der enttabuisierung der gesellschaft seit den späten sechzigern und (damit einhergehend) den radikalen ansätzen in den filmen des new Hollywoods [1] kam es zu einer breiteren akzeptanz des pornofilms. wurden bisher die filme eher in zwielichtigen schmuddelkinos konsumiert, so führte die einführung der videokassette zu einer kleinen revolution am heimischen fernseher. plötzlich waren die pornos abendfüllend [4] und es entwickelte sich eine mächtige industrie. wobei angemerkt werden muss, dass vermutlich der porno zum siegeszug der videokassette führte [2,3].

wie auch immer, es entstand eine lukrative branche, jene gut geölte maschinerie, die wir heute kennen (und schätzen) mit milliardenumsätzen und richtigen stars [4]. es entstanden auch die zahlreichen subgenres, die jede denkbaren (und undenkbaren) gelüste befriedigen sollen [4]. und natürlich verbesserten sich die aufnahmetechniken [3]. ob es dagegen zu einer steigerung der qualität in bezug auf die handlung kam, darf ernsthaft bezweifelt werden. seriöse und quantitative untersuchungen hierzu fehlen bisher.

QUELLEN:
[1] wikipedia.org: Stichwort New Hollywood
[2] KREYE, Andrian: Das andere Hollywood
[3] COMPART, Martin: Vom Meat- zum Moneyshot. Die Geschichte des Pornofilms
[4] wikipedia.org: Stichwort Pornofilm

i’ve got the spirit, but lose the feeling

Its getting faster, moving faster now, its getting out of hand,
On the tenth floor, down the back stairs, its a no mans land,
Lights are flashing, cars are crashing, getting frequent now,
Ive got the spirit, lose the feeling, let it out somehow.

nicht besser als der strummer letztens, aber anders.* und ehrlich gesagt, so gut kannte ich joy division vorher garnicht. die liefen eben immer so nebenbei. das wird sich ändern bei mir. aber zum film: großartige schwarzweiß-aufnahmen, jede kameraeinstellung ein meisterwerk für sich, die musik passt zum film und andersrum. die schauspieler spielen gut, doch verlieren sie sich in der story, genau wie der protagonist. alle sind ein bisschen kopflos und schauen verwirrt. ist wohl gewollt, aber für den zuschauer irritierend. grönemeyer spielt auch mit, hab ihn garnicht erkannt. und es wird viel über musik geredet. der verfall von curtis rückt zunehmend in den mittelpunkt und der zuschauer leidet mit. diesmal sinds keine drogen, die den verkannten künstler zerstören (oder er sich selbst), sondern seine krankheit. mit frauen hält er sich auch zurück, habe nur zwei gezählt. so richtig rock’n’roll also nicht, er war mehr so der künstler. das macht ihn nur noch spannender. und die musik sowieso. dieser film war längst überfällig!


* das schöne am bloggen ist ja, dass man überhaupt nicht erklären muss, über was man eigentlich schreibt. und strukturiert schreiben können andere!

kültür

dies buch lag immer rum bei c. wollte es eigentlich schon immer mal ausleihen und lesen. immer vergessen oder mich nicht getraut. egal. jetzt hab ich es jedenfalls in ein paar tagen ausgelesen und bin immernoch ganz gerührt. ein wirklich witziges und authentisches buch. steckt soviel wahrheit drin, soviel von einem selbst. um was gehts? ein anfang zwanziger kommt zur bundeswehr und eigentlich hat er ja keine lust. seine freunde mag er zwar aber er merkt, wie sie sich alle langsam auseinander leben. und dazwischen steckt dann ganz viel humor, situationskomik, militärkritik, achtzigerjahre, kate-bush-kritik und serbisches reisfleisch. schön auch die szene, in der die punks von berlin schwärmen… danke, sven regener!

ich habe keine ahnung von fernsehen. aber einen ganzen sender ‚Factual-Entertainment Kanal für Männer‘ zu nennen, ist dann schon wieder große kunst! gestern abend sind wir da hängengeblieben. die ludolfs waren angesagt. vier spacken schrauben an autos rum. das ist nicht schön. dazu reden sie auch noch wirres zeug. und eigentlich machen sie sich vor der kamera lächerlich. ob sie das merken? oder gar wollen? kein ahnung, jedenfalls ist das der untergang des abendlandes. diesmal in echt.