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„Ich lese komische Gedichte – und Christian Maintz erklärt den Leuten, warum sie gelacht haben.“ (Harry Rowohlt)

Das ist wirklich gut. Komiktheorie und ein unnachahmlicher Rezitator, die Lyrik stammt von Robert Gernhardt, Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Wiglaf Droste, Ror Wolf, Simone Borowiak, Fritz Eckenga, Max Goldt und den Vortragenden selbst.

Manchmal lacht das Publikum an den falschen Stellen, aber so ist das halt manchmal.

[xrr rating=6/7]

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uff, verschwörungstheorie meets ökonomie. einer, der sich auskennt erklärt das weltfinanzsystem, gibt ratschlag zum anlegen und sieht das erstarkende china als bedrohung. alles soweit wahrscheinlich richtig, wenn er nur nicht so dramatisch und absolut formulieren würde. außerdem mischt er unter harte fakten weiche anspielungen und vermutungen vom drohenden reset des weltfinanzsystems und den goldhortungen der bundesbank. das stört und macht aggressiv. ansonsten interessanter und gut dargestellter einblick in ein spannendes thema.

[xrr rating=2.5/7]

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kommentierte sprüche und szenen aus den ersten staffeln, nichts neues, lohnt sich nicht. was besser ist zum hören: die tonspur der eigentlichen serie. zählt für mich zum besseren, was im deutschen fernsehen läuft. pointiert, überspitzt, grausam, ehrlich.

[xrr rating=3/10]

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jaaaaa, das kann man anhören. obwohl, naja. es geht um männer und ihre probleme mit sich selbst und anderen (vor allem frauen, klar) anhand von kleinen storys zeigt uschmann den mann als sozialen krüppel und eigensinniges monster. durchaus unterhaltsam. und er zeigt auch, warum das oft so ist und was mann dagegen tun kann. und schreiben und erzählen kann er, das beweisen schon seine hartmut und ich-romane. ob es jetzt wirklich dieses (hör-)buch braucht, darf bezweifelt werden. wer sich aber schon immer gefragt hat, warum mann manchmal so komisch reagiert, der sollte hier mal reinhören…

[xrr rating=6/10]

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„Ich spreche Marx, weil ich so aussehe, und da ist dann für Gregor Gysi nur noch Engels übrig geblieben, obwohl er nicht so aussieht“
(Harry Rowohlt)

hihi, vollkommen vulgär, menschenverachtend und erstaunlich: die sprache im marxschen- und engelschen briefwechsel ist eine andere, für unsere ohren völlig unerhörte. und wie da geschimpft wird auf andere, auf verwandte, die nicht sterben wollen (und marx somit ihr erbe nicht hinterlassen) – es ist eine wahre freude. weniger erfreulich der antisemitismus, der slawenhass, der nationalismus – man merkt es, die beiden sind kinder ihrer zeit. um so erstaunlicher, dass ihr hauptwerk, das komunistische manifest, so ganz anders, so wissenschaftlich ist. aber wahrscheinlich waren diese briefe auch nie für die öffentlichkeit bestimmt.

tipp: diese cd altkommunisten und ostalgikern schenken und sich freuen…

[xrr rating=9/10]

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hab ich gehört auf der heimfahrt von köln. die komplette CD, sämtliche gespräche mit gott. manches auch mehrmals. und gelacht hab‘ ich. und geschmunzelt. weil, du musst wissen: gott und ahne, das sind schon zwei, die reden auch manchmal richtig vernünftiges zeug und wahres, da kannst du gar nicht anders als denken. das buch hätte man auch lesen können, aber geschrieben haben die zwiegespräche nicht so richtig biss und berlinisch geschrieben macht nur halb so viel sinn wie vorgelesen, noch dazu vom meister selbst. unbedingt!

[xrr rating=9/10]

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Über die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise wurde schon viel geschrieben, es gibt etliche Bücher und die Zeitungen berichten seit 2008 permanent darüber. Eine übersichtliche und verständliche Zusammenfassung bietet Hans-Werner Sinn in seinem Buch Wie es zur Finanzkrise kam, und was jetzt zu tun ist. Zwar ist das Buch schon über ein Jahr alt und dementsprechend inaktuell. Dafür gibt es lauter bunte Charts und einen unaufgeregten volkswirtschaftlichen und klugen Blick auf die Ursachen und Wirkungen. Fern von neoliberalen und antikapitalistischen Denkmustern beschreibt Sinn die Hintergründe, die Verfehlungen von Politik und Unternehmen. Klar, hinterher ist es immer einfacher, die Situation einzuschätzen und er hält sich auch nicht gerade mit Vorwürfen zurück gegenüber den Entscheidern, Heuschrecken und Banken. Doch ist das gerade bemerkenswert, dachte ich doch immer, das ifo-Institut und Herr Sinn wären knallharte neoliberale Scheißer. Aber vielleicht existiert diese Kategorisierung nur in linken Publikationen und die Realität sieht ganz anders aus. Keynes zum Beispiel steht auch nicht im Widerspruch zu anderen Theorien, sondern ist im Gegenteil sogar allgemein akzeptiert, sagt Sinn. War mir vorher auch nicht klar.

Wer also eine unaufgeregte Chronologie der Ereignisse sucht und sich für die Hintergründe interessiert, der ist mit diesem Buch gut beraten.

[xrr rating=8/10]

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„Gehen Sie mal auf einen Kindergeburtstag von einem 3-jährigen im Prenzlauer Berg. Da sitzen unter den Gästen immer irgendwelche frisch getrennten Elternteile auf dem Teppichboden, essen Lillifee-Muffins und erkundigen sich nach kleineren und billigeren Wohnungen. Viele, die sich vorher Seitenstraßen und lichte Vorderhäuser leisten konnten, müssen dann auf die Greifswalder Straße oder die Danziger ausweichen, und wenn sie ganz großes Pech haben: Hinterhaus. Das sind die stark befahrenen, lauten Straßen, wo die Mieten trotz Lebensart günstig bleiben. Das sind die Boulevards of Broken Dreams von Berlin.“

Auch wenn der Titel doof klingt und Frau Khan öfters mal ein bisschen zu viel von sich selbst erzählt: Dieses Büchlein lohnt sich. Viele kleine Gespenstergeschichten hat sie zusammengetragen, aus Erzählungen von anderen oder selbst erlebtes. Dabei lässt sie offen, ob sie an Gespenster glaubt oder nicht. Was auch völlig unerheblich ist, gibt es sie doch. In allen möglichen und unmöglichen Ecken Berlins. Im Bethanien zum Beispiel oder am Nordbahnhof, bei Pink Floyd, im tiefsten Prenzlauer Berg und am Tempelhofer Ufer: Überall Botschaften, Hinweise und Unerklärliches. Sie geht den Geschichten auf den Grund, forscht in der Vergangenheit und befragt Vormieter. Manchmal spannend, manchmal auch ein bisschen langatmig erzählt. Aber trotzdem viel zu schnell durchgelesen.

[xrr rating=8/10]

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nettes, wichtiges buch. etwas zaeh zu lesen und nicht unbedingt als bettlektuere geeignet. vieles duerfte auch dem engagierten leser schon bekannt sein, der autor schafft es aber die fakten in zusammenhang zu bringen und so ein gesamtbild entstehen zu lassen ueber den menschlichen umgang mit der natur. und die machenschaften von industrie und beeiflusster politik. erschuetternd zum teil, traurig und aufwuehlend.

[xrr rating=7/10]

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Kuttner hat mich sozialisiert. Jahrelang Sprechfunk, Dienstag nacht von 22 bis 1 auf Radio Fritz – ich meine: dieser Mann hat mich Denken gelehrt und beeinflusst wie nur wenige. Großartige Denk- und Sprechakrobatik, man kann ihm nicht dankbar genug dafür sein. Und nun das, ein Buch, beim Lesen kann man seine Gedanken leichter nachvollziehen, da wird es logischer, trotzdem ist er mir gesprochen lieber. Er denkt beim Sprechen und das hat man heutzutag nicht mehr allzuoft. Trotzdem ist das Buch natürlich großartig, er schaut sich Fernsehen und alte Ausschnitte an und hinterfragt sie kritisch und stellt auf einmal völlig neue Assoziationen her. Das muss man gelesen haben, nacherzählen geht quasi nicht. Lesen.

[xrr rating=10/10]