sie haben mich wieder unter kontrolle. genauer: meinen kopf. mit allerlei werkzeug bearbeiten sie ihn von innen und quälen mich mit unerträglichen schmerzen. meine stummen schreie verhallen ungehört im raum. mit blutleeren augen starre ich sie an, doch sie lachen mich aus, wollen mich zermürben und haben sichtlich spaß daran. ich erhöhe meine tägliche dosis chemikalien, doch es bringt nichts. wann werden sie aufhören? ich habe extra wegen ihnen meine lebensgewohnheiten umgestellt: nikotin nur noch in homöopathischen dosen, vitamine in rauhen mengen, mehr als zehn stunden schlaf. doch eines werden sie nicht schaffen: mich zum arzt zu prügeln und mich krankschreiben zu lassen! basta.

4 thoughts on “ubahnfahren im fieberwahn, Teil III

  1. mein lieber herr roiber,
    mit sorge vernehme ich diese neuigkeiten. passen Sie bitte gut auf sich auf. krankschreiben ist keine schande. ich weiß sehr wohl, dass mitarbeiter wie Sie unentbehrlich sind, aber es gibt dinge, die noch wichtiger sind als Ihre arbeit. und dazu gehört ganz sicher Ihre gesundheit. denken Sie einmal an sich. und grüßen Sie die fiebermonster von mir.

    mit den besten genesungswünschen,
    Ihre staatsministerin im postministerium

  2. die redaktion gratuliert zur beförderung! amtsanmaßung würden wir Ihnen nämlich nie unterstellen! sicher haben Sie geistreich taktiert und den richtigen leuten die hand geküsst! jetzt ist unser respekt vor Ihnen nunmehr ins unermessliche gesteigert. nebenbei gefragt: wie geht es claus bei der ganzen geschichte? er müsste doch ordentlich sauer auf Sie sein? oder trägt er es mit fassung? oder haben Sie ihm ordentlich geschmeichelt?

    mit den ehrlichsten wünschen,
    Roiber
    (schon fast wieder gesund)

  3. das wars, jetzt kommt nicht mehr viel. zeit also, zurück zu blicken. und weil wir hier sehr dienstleistungsorientiert sind, gibts die zwölf wichtigsten einträge mundgerecht serviert. nach meinem gutdünken selektiert. here we go:

    JANUAR: d[r]üseneffekt -> heute nachmittag – der lieblingseintrag der spamhorden. und am meisten geklickt. damals war sturm, besonders in den medien. und es war langweilig auf arbeit. am ende kam ich dann völlig durchnäßt zuhause an.

    FEBRUAR: ubahnfahren im fieberwahn IIIIIIIV – fast eine woche quälte ich mich krank auf arbeit und schrob darüber. kann man lesen.

    MÄRZ: chaostage hannover [fragmente] – cebit in hannover. ich war dabei und schreibe alles auf. sehr wirr.

    APRIL: ging dann los mit dem tagebuch eines innenministers und wurde politisch. das ist es bis heute. wobei ich ein ausgewogens themnsprektrum will aus politik und schwachsinn. kein gegensatzpärchen? na denn…

    MAI: inneres zerwürfniss – demonstrieren in zeiten des terrors. eine entscheidungshilfe.

    JUNI: bedenkliche nachrichten aus dem netz – flickr wurde böse und das internet verlor ein weiteres mal seine unschuld. trieb mich zeitwesie woanders hin, bin aber wieder zurück. ein bitterer nachgeschmack bleibt. und die erkenntnis, wieviel dynamik eine kritische masse an nutzern schaffen kann. auch negative für den jeweiligen dienst.

    JULI: impressiv – ich war im museum und muss darüber schreiben. reflektion 2.0 – so geht das.

    AUGUST: aus. vorbei. – der eintrag, als wo das internet starb. aber nur bei mir. manchmal erschrecke ich vor meinen eigenen gedanken.

    SEPTEMBER: fear and loathing in bad wimpfen – eine meldung über die Wimpfener Terror-Truppe (WTT), schließt mit der forderung überwachungsstaat! jetzt! so absurd kann das leben sein.

    OKTOBER:: strajk! – die bahn streikt irgendwie. aber die züge kommen an. nur später.

    NOVEMBER: hier schreibt der kulturpessimist noch selbst – sehr verkopfte abrechnung mit dem begriff flatrate.

    DEZEMBER: Hey little world! You know… – einmal mehr gedanken über netzkultur und die nutzer. ansonsten gabs nur weihnachtskalender.

Mentions

  • Carsten

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