neues aus der roiberhöhle
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cover unser deutschlandmärchen

beeindruckendes buch, stark autobiographisch. der autor schreibt über seine mutter Fatma und auch über sich. die umstände unter denen sie in der türkei in armen verhältnis groß wurde und nach deutschland verheiratet wurde. von ihrem mann, der wenig auf die reihe bekam, sodass sie ihre söhne großzog und gleichzeitig selbst arbeiten ging. wie sie sich durchschlug im fremden land. sie kommt selbst zu wort, interviewt von ihrem sohn. er erzählt aus seiner perspektive. eine bittere geschichte mit vielen rückschlägen und wenigen lichtblicken. wie Dinçer zum schreiben und theater kam, wie er seinen weg ging. exemplarisch finden sich auch seine gedichte im buch, neben sehr persönlichen fotografien aus dem familienalbum.

eine von millionen familiengeschichten, die teil deutschlands sind, aber wenig bis kaum erzählt wurden. dabei sind die kinder und enkel der sogenannten gastarbeiter längst teil der gesellschaft. und sie haben auch deutschland verändert vom muffigen fünfziger jahre ex-nazistaat zum kulturell reicheren land. auch wenn es immer noch zu viele ewiggestrige gibt (im buch sind es vor allem die brandanschläge anfang der neunziger und die nsu-mörder, die nachhallen), so werden diese die zeit nicht zurück drehen. umso wichtiger, auch stimmen zu haben, wie Fatma, die kein gelehrtes buch schreiben oder in talkshows sitzen.