neues aus der roiberhöhle
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die autorInnen haben private fotoalben von ehemligen DDR-bürgerInnen ausgewertet und interviews geführt. daraus resultierten austellungen, vorträge und eben dieses buch. es gibt einige erkenntnisse dabei und ich stelle mal kühn die these auf, dass vieles davon gar nicht DDR-typisch ist, sondern sich auch in bundesrepublikanischen privaten alben findet:

die alben bilden kaum gesellschaftlich und politische ereignisse ab, sondern sind vielmehr urlaube, feiern oder andere private ereignisse. es gibt nicht immer eine korrekte zeitliche abfolge. manche gestalten ihre alben aufwendiger als andere. manche editieren sie über jahre hinweg. mit dem aufkommen der drogerieketten nach 1990 wurden die bilder bunt. in mehreres essays werden die erkenntnisse dargestellt, ergänzt durch viele bildbeispiele.

etwas ausführlicher legt das buch zum beispiel hier besprochen.

ich weiß nicht, ob ihr noch solche opulenten alben füllt - bei uns ist das nicht so. die privaten fotos sind auf festplatten und der cloud, leidlich sortiert. regelmäßig wird ein kalender oder ein album zu einem bestimmten ereigniss produziert, mehr aber auch nicht.

und natürlich hat sich auch der stellenwert der fotografie geändert, früher hatte meist der vater einen apparat. dann kamen die kompakten knipsen und haben die bilder in der familie demokratisiert und heute hat jedes familienmitglied ein telefon und dokumentiert aus seiner/ihrer sicht. ich find das gut, auch wenn ich persönlich noch mit dem väterlichen apparat hantiere (die bilder sind erstaunlich uninteressant für die weiteren haushaltsmitglieder, naja, so habe ich meine ruhe und die erwartungshaltung ist 0).