“Über Ursprung und Zweck der Pankgrafen schreibt Walther Kiaulehn in seinem Berlin-Buch: „Irgendein Witzbold des Stammtisches hatte herausgefunden, daß es 500 Jahre zuvor eine blühende Pankgrafschaft auf dem Wedding gegeben habe. Die Bewahrung der Tradition dieser alten Rittergilde machten die neuen Pankgrafen zu ihrem Lebenszweck… Sie erklärten – auf sagenhafte Rechtstitel ihrer Chronik gestützt – irgendeiner märkischen Stadt den Krieg, nagelten einen übergroßen Fehdehandschuh an das Stadttor, erstürmten die Stadt mit viel Lärm, Knallfröschen und allerlei Feuerwerk, entfalteten auf dem Marktplatz ein großes Lagerleben und versammelten sich schließlich mit den unterworfenen Bürgern im Fackelglanz zu einer Rede ihres Großkomturs auf Kaiser und Reich, beschenkten die Waisenhäuser und Krüppelheime und fuhren am Montagmorgen vor Tag und Tau müde, verkatert und glücklich nach Berlin zurück.”

aus: Kinnigkeit, W.: Trauriges Ende einer Ritterfahrt, in: Die Zeit (28.04.1961), Nr. 18. online abrufbar unter https://www.zeit.de/1961/18/trauriges-ende-einer-ritterfahrt

zuvor im blog: neues von der panke (2007)

Die ZEIT hat einen Artikel über ein Bohrloch in der Nordsee, aus dem seit 20 Jahren Methan entweicht. Verantwortlich war damals Mobile Oil (heute: Exxon Mobile). Passiert ist seitdem nichts, die britische Regierung meinte 1998, dass das nicht gefährlich sei. Die Auswirkungen auf die Atmosphäre sind jedoch unbekannt. Nun forscht Dr. Peter Linke am Loch.

In der turkmenischen Wüste strömt bereits seit 39 Jahren Methan aus einem verunglücktem Bohrloch. Die Russen haben das irgendwann angezündet und es brennt bis heute. Das “Tor zur Hölle” in einem kleinen Video (via):

Wahrscheinlich gibt es noch mehr Löcher in der Erde, aus denen alles mögliche austritt. Für die Erde ist das unerheblich. Aber es hilft, den Lebensraum für den Menschen nachhaltig zu zerstören. Damit er nicht noch mehr Löcher bohren kann.

Gunnar Schupelius ist der Franz-Josef Wagner der B.Z.. Auch er versteht sich als Anwelt des kleinen Mannes und schreibt in seiner Kolumne, was ihn bewegt. Damit hat er es sogar schon mal in die ZEIT gebracht. Gestern regte er sich auf über das Bundeswehr-Hausverbot an einer Schule in Karlshorst. Darf er, ist ja Demokratie hier. Aber seine Kritik bleibt nicht lange dezent:

Soldaten unseres demokratischen Landes, die an vielen Orten dieser Welt für Frieden und Ordnung sorgen, werden von den Lehrern einer Berliner Schule geächtet. Das ist eine Unverschämtheit gegenüber den Angehörigen der Bundeswehr und ein schwerwiegender Bruch mit unserer Verfassung. (B.Z.: Bundeswehr-Hausverbot an einer Schule)

Da kann man natürlich anderer Meinung sein. Und weil das so ist, bittet die B.Z. um eifriges Kommentieren. Per Telefon, Mail oder twitter. Ein Kommentarfeld gibt es leider nicht. Und Herr Schupelius scheint auch nicht so viel von twitter zu halten:

Gunnar Schupelius auf twitter

bei der ZEIT gibt es einen guten artikel zur aktuellen hochschuldebatte / bildungsstreik. ich selbst streike nicht. weil ich nicht kann, ich habe keine zeit. das studium frisst die ganze zeit. echt jetzt mal. und die freie zeit muss für die familie bleiben. ganz klarer fall. aber ich bin einverstanden mit den meisten der forderungen. dass sich was ändern muss. dass bologna zumindest überarbeitet werden muss. dass die profs und mitarbeiter auch miteinbezogen werden sollten. denn die situation ist unerträglich: die lehrpläne sind zum teil diesselben geblieben, nur die regelstudienzeit wurde verkürzt. das ganze credit point system ist noch unausgereift, verlangt an manchen stellen zuwenig und anderswo zuviel aufwand. es fehlt die erfahrung, das muss dringend überarbeitet werden. vor ein paar semestern noch hätt’ ich mitgemacht beim besetzen und streiken, doch jetzt will ich endlich fertig werden und raus aus diesem unerträglichen system aus (falschem) leistungsdruck und klausurenstress. auch das womöglich eine folge von bologna: dass jeder nur an sich denkt. womöglich sollte man tiefer diskutieren: welchen stellenwert ein studium und und ein student in der gesellschaft hat. wofür das alles? führt die verschulung der universitäten nicht automatisch zu schlechter ausgebildeten fachkräften, die nur straight nach vorne denken und nicht nach rechts und links? übrigens auch der grund, warum es dieses jahr keinen adventskalender gibt hier. auch eine form des streiks. immerhin.

fröhliche vorweihnachtszeit!

Nun endlich ist die Sommerpause vorbei und Sonntags kommen wieder neue Tatorte. Für die ZEIT war er “meisterhaft und überragend”. Die FAZ dagegen ätzt: “So viel kollateraler Leberschaden war schon lange nicht mehr.” Und: “Nach dreiundvierzig Ausgaben des Duos Schenk/Ballauf ist es Zeit für eine Entziehung.”
Harte Worte für einen durchschnittlichen Tatort. Sicher, spannend war er und den Mörder haben wir auch nicht gleich ermittelt. Aber soviel erhobener Zeigefinger und Suchtprävention tut weh, auch dem Zuschauer. Und das Bier schmeckt dann schon mal gar nicht mehr. Ballaufs hilflose Liebelei mit der Psychologin stört und Schenks Sätze haben alle eine Ausrufezeichen. Außerdem nervt es, WENN IM DREHBUCH DAUERND GEBRÜLLT WIRD! Und dass Arztsöhne alle ein Alkoholproblem haben, ist ja mal sowas von klar.

[xrr rating=4/7]

Erstausstrahlung: 23.08.2009 +++ Link

Bitte auch hier mit abstimmen über die beliebtesten Tatort-Ermittler.

Herr Arnfrid Schenk von der ZEIT war im Kiez in einer Schule und hat sich da mal umgesehen. Was er da alles erlebt hat und dazu denkt, hat er hier aufgeschrieben.

Ein kleines Stück Wirklichkeit aus einem Land, das an seinen Kindern spart, aber spendabel Prämien verteilt für Autokäufe.