bilder aus dem sonnigen und warmen oktober irgendwo in brandenburg. die zorki zwingt zu viel konzentration – blende, zeit und auch noch schärfe. farbnegativfilm verzeiht zum glück vieles

Film: dm Paradies 400 (abgelaufen 2016)
Kamera: Zorki 4
Zeit: 2020/10
Entwicklung: dm, Rathaus Center Pankow (3,75 €)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

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ISBN: Farbe:

die geschichte eines mitarbeiters auf einer donaukreuzfahrt. eigentlich ein roman, trotzdem lernen wir auch die donau von der quelle bis zum delta kennen. ihre geschichte, die geschichte der angrenzenden länder und städte. das kreuzfahrtschiff bietet amerikanischen rentnern eine unvergessliche reise. es ist auch die geschichte junger osteuropäer, die ihren platz in der welt finden. eine geschichte europas, immerhin fließt die donau durch zehn länder. natürlich wird auch das popkulturelle phänomen „kreuzfahrt“ behandelt (siehe dazu auch hier). aber nicht nur, eigentlich ist es auch ein krimi, das hätte gar nicht sein müssen. erhöht aber die spannung.

also ein spannender film. irgendwas mit entropie und kausalität und invertieren. zurück in die vergangenheit. und dem bösen oligarchen. es wird geschossen, es gibt viel bums. am anfang ist dann einer tot. aber spielt die oligarchenfrau mit? wir werden es sicher gewußt haben. am anfang ist mumbai. plutonium wird transportiert. krachbumm, zukunft. zehn minuten, rückwärts, vorwärts. wie so eine stoiber-rede. und die yacht in vietnam und überhaupt.

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ISBN: Farbe:

kleines büchlein über die hässliche fratze fanatischer religiösität. die geschichte spielt im mittelalterlichen arras, wird erzählt von einem jungen adligen. nachdem die pest in der stadt wütete wird sie nun von religiösem eifer ergriffen, in der folge kommt es zu judenverfolgungen, progromen und hexenprozessen. der rat der stadt demokratisiert sich, seine entscheidungen jedoch sind von willkür und rache geprägt. erst der externe fürstbischoff kann dem treiben ein ende setzen und erlässt allen ihre sünden.

gelesen im urlaub im juli 2020, als die welt von der corona-pandemie heimgesucht wird. gibt es parallelen? eher nicht, auch wenn vereinzelt mit dem finger auf china gezeigt wird, oder nachbarn denunzieren. die seuche wird eher nüchtern und wissenschaftlich betrachtet. trotzdem treten wirrköpfe und fanatiker auf die bühne; einige laufen ihnen hinterher und bezweifeln die öffentliche meinung. also vielleicht hat sich doch nicht viel geändert.

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der zweite teil setzt die story des ersten nahtlos fort. viele kleine geschichten, seitenhiebe auf aktuelle entwicklungen, diskussionen, anspielungen und zitate, ergänzen die eigentliche story um kiki und peter, seinen maschinen und weiteren obskuren charakteren in dieser nicht allzu fernen zukunft. ein großer spaß für jung und alt, muss ich nochmal hören. kann man auch immer wieder hören. und auch wenn das vorlaute känguru nicht dabei ist, so ist es doch wieder dabei. aber hört selbst.

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ein buch über pankow! da wohnt einer in der esplanade in einem ehemaligen botschaftsbau, ist rechtsanwalt und hat eigentlich alles. nur ist ihm seine frau weggelaufen und ein alter freund taucht auf. wir tauchen ab in eine geschichte über freundschaft und die wirren der nachwendezeit. alles beginnt in rostock, wo zwei jungs zusammen aufwachsen, die mauer fällt und alles ist aufregend und anders.

die große geschichte wird im kleinen erzählt. die ausschreitungen in rostock-lichtenhagen bspw. bekommen sie nur am rande mit, später ist es ähnlich mit dem 11. september, dem g8-gipfel in heiligendamm – es bleiben markierungspunkte in der geschichte, mit denen man sich als leser gut identfiziert.

man zieht nach berlin in den abgerockten altbau schönhauser ecke bornholmer und hat eine gute zeit, die liebe wohnt auch schon mit und später kommen die kinder, der freund ist irgendwann weg, man hat sich aus den augen verloren. gut erzählt in verschiedenen rückblenden und zeitebenen, immer aus sicht des protagonisten thomas.

am rande ist es auch eine erzählung von gentrifizierung und verdrängung, von depression und rechtssystem, aber nie aufdringlich. und die besten grillhähnchen gibts im wedding, klar.

dias aus der hüfte mit der Agfa Sensor Optima 200. der weg zur und von der arbeit. im regnerischen september.

Film: Fuji Sensia II 100
Kamera: AGFA Sensor Optima 200
Zeit: 09/2020
Entwicklung: dm, Garbatyplatz 2 (1,95 €)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

bekanntlich habe ich dieses jahr nach über zehn jahren wieder mit analoger fotografie angefangen. etliche filme sind belichtet und es gibt eine eigene kategorie. begonnen hat es im frühjahr mit corona, nach dem herumlungern im homeoffice mussten die abendlichen spaziergänge mit aktivität gefüllt werden. eine kamera musste her, was besonderes. die gebrauchtpreise der Nikon F5 sind leider immer noch sehr hoch, also den vorgänger gekauft, die Nikon F4. ein monster, ein ziegelstein. nichts für die handtasche, diese kamera hast du nicht zufällig dabei, du schleppst sie bewußt mit dir rum.

die erste war im eimer, nach etwas herumreparieren in einzelteilen verkauft und ein bisschen plus gemacht.

die zweite war ein volltreffer, einwandfrei in ordnung und gut in schuss. nach etlichen filmen wieder verkauft, weil ihrer vorteile nicht ganz zu meinen ansprüchen an meine fotografie passen. irgendwann noch eine dritte gekauft, die war vollkommen tot, wieder in einzelteilen verkauft, satt gewinn gemacht.

aber was fasziniert an einer über 30 jahre alten kamera? sie steht zwischen ihren manuellen vorgängern und den späteren automaten, die aussehen wie digitale spiegelreflexen. es gibt keinen display, keine menustruktur, alle einstellungen werden mit knöpfen vorgenommen. und so absurd es auch klingt, damit sind ein großteil aller situationen abgedeckt. sie kann vollautomatisch arbeiten, das macht sie sehr gut. sie hat autofocus, etwas träge und ungenau, aber funktioniert. und sie zieht bis zu 5 bilder in der sekunde durch. braucht heute kein mensch mehr, damals eine sensation. das zusammenspiel von massig elektronik mit mechanischer präzision und hoher verarbeitungsqualität lässt die sogenannten plastikbomber der 90er alt aussehen.

und natürlich das auslösegeräusch und der filmtransport, heimliches belichten ist nicht möglich, sie schreit nach aufmerksamkeit. sie will benutzt werden, in der vitrine laufen ihr nur die batterien aus. der griff MB-21 macht sie zur Nikon F4s und mit dem liegt sie super in der hand. ihr hohes gewicht sorgt auch für verwacklungsfreie bilder. das filmeinlegen ist idiotensicher, kein lästiges gefummel, einfach rein, film bisschen rausziehen, zuklappen, auslösen, bereitschaft.

bilder mit der Nikon F4s:

vorher im blog:

die neue Zorki 4 / Зоркий-4 mit dem kodak tmax p3200. zeit/blende ist geschätzt. kamera braucht ein bisschen eingewöhnung, aber bedienung und handling machen großen spaß.

Film: Kodak T-MAX P3200
Kamera: Zorki 4
Zeit: 10/2020
Entwicklung: Adox Rodinal 1+25 7min
Scan: Epson Perfection V330 Photo

launige bilder vom arbeitsweg durch pankreich mit der beroquick. die tiefe sonne im herbst lädt zu experimenten mit schatten ein.

Film: Agfa Vista Plus 200
Kamera: beroquick electronic
Zeit: 09/2020
Entwicklung: dm, Garbatyplatz 2 (3,83 €)
Scan: Epson Perfection V330 Photo

ein lazy sunday. ein trüber, verregneter sonntag im september. trotzdem einen ganzen film belichtet und entwickelt. es sind ja die kleinen dinge um die ecke, die photographisch interessant sind. die alltäglichen, an denen wir normalerweise achtlos vorbei gehen.

die beroquick electronic ist die exportversion der gleichnamigen beirette. gebaut wurde sie mitte der achtziger von VEB Pentacon Dresden – Werk Freital, da bin ich ganz in der nähe aufgewachsen. man muss iso und blende vorwählen, die kamera stellt dann die zeit selbst ein. das klappt erstaunlich gut und die bilder werden häufig knackig scharf. ein paar sind überbelichtet, hätte nicht sein müssen, lag an mir.

Film: Agfaphoto APX 100 4674-11
Kamera: beroquick electronic
Zeit: 09/2020
Entwicklung: Adox Rodinal 1+50 12min 20°
Scan: Epson Perfection V330 Photo