es ist anfang februar und wir besuchen die katalanische hauptstadt für ein paar tage. es ist selbst für barcelona sehr warm, die sonne knallt. wir fahren mit dem bus auf den Montjuïc und schauen runter. wir entscheiden uns gegen die seilbahn und laufen richtung strand. es ist sonntag, die einheimischen liegen am strand, einige wenige baden. ein typ verkauft cocktails, es ist entspannt.

Mit der Kamera auf Arbeit, die Sonne steht weit unten. Rauhreif bedeckt die Wiese, die Panke plätschert, es ist kalt. Baustellen überall, die Autos stauen sich. Vereinzelt kommen Jogger, der Bus kommt nicht. Auf dem Ohr ein Hörbuch, irgendwann muss man dann aber doch an den Schreibtisch.

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Schöner Einstieg in das Werk der Nobelpreisträgerin. In den sechs sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten stecken viele Details. Die titelgebende, Spiel auf vielen Trommeln, ist auch eine Berlin-Geschichte – eine Frau entdeckt die fremde Stadt, indem sie in verschiedene Rollen schlüpft. In einer anderen Geschichte – Eroberung von Jerusalem, Raten 1675 – geht es um einen Adligen, der mit seinen Bauern eine historische Schlacht nachspielen will, die Bauern aber haben keine Lust und es wird sehr traurig.

Leider etwas zu kurz, aber man ahnt, welches Talent in Olga Tokarczuk steckt. Muss mehr von ihr lesen.

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Nach Teil 1 geht es weiter mit Vernon, inzwischen obdachlos in den Straßen von Buttes-Chaumont (im nordöstlichen 19. Arrondissement von Paris). Es geht weiter mit den Erzählsträngen, die Clique trifft sich nach Jahren wieder, es wird religiös und teilweise eklig.

Und auch im zweiten Teil geht es eigentlich um die französische Gesellschaft und wie sie sich gewandelt hat. Um Migration und Rassismus, um Klassenkampf und Politik. Die Protagonisten haben diverse Meinungen und genügend Platz, diese auszuführen. Das gelingt Virginie Despentes besser als Didier Eribon, der ähnliches vorhatte, aber viel zu verkopft schrieb.

Es gibt noch einen dritten Teil, der hoffentlich besser ist als der zweite hier, dessen Story doch etwas zäh ist.

wir sind in amsterdam und fahren mit der fähre ins filmmuseum, dort sehen wir die ausstellung von Francis Alÿs.

es wird fahrrad gefahren, auch anfang januar. autos haben es schwer in den engen gassen. die brücken über die grachten ähneln sich und wir verirren uns in der stadt. wabernd überall der süßliche geruch von kiff, unvermeidlich bei der masse an touristen.

sie wirkt aufgeräumt, die hauptstadt und einwohnerstärkste stadt des königreichs der niederlande. neben den unvermeidlichen coffeeshops gibt es gutes essen und allerlei tand.

der öpnv ist gut ausgebaut und pünktlich, die sprache ist ungewöhnlich bis albern. es ist sauber, viel hipster, aber gibt auch süße gegenden.

es ist der letzte Tag unserer Wien-Reise. ich drehe meine runden um den neuen hauptbahnhof, architektonisch interessanter als in berlin, die gegend wird derzeit ebenso mit glasbeton bebaut. in der nähe das schloss belvedere mit vielen touristen.

Ein Spaziergang am Montag – dem ersten Arbeitstag des Jahres – vom Alex bis zur Weberwiese.

jetzt einen schritt weiter gekommen. letztens hatte ich bemängelt, dass mit LineageOS und microg bestimmte apps nicht laufen, mit dem folgenden vorgehen gehen zumindest einige, inkl. dem verhassten whatsapp:

  1. rom flashen (ohne GAPPS!)
  2. magisk flashen
  3. dann NanoDroid-microG-*.zip und NanoDroid-patcher-*.zip von hier flashen

die bahn-app meldet mich an, obwohl sie dafür keine rückmeldung gibt. spiele, die google play games erfordern funktionieren weiterhin nicht.

ein paar schnelle skizzen im regierungsviertel im überraschend warmen dezember. es ist früh dunkel, aber es gibt auch tolles licht.

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das letzte buch des großen Douglas Adams blieb leider unvollendet. und ist hier in teilen enthalten, dazu kolumnen, interview uns kürzere texte. interessant ist, wie adams weitsichtig die rolle des internets und der vernetzten kleinrechner sah. als apple-fan sah er bereits ende der neunziger viele entwicklungen voraus. es ist schade, dass er so früh gestorben ist, wir hätten noch viel von ihm lernen können.

eine radkappe liegt vor der schönholzer heide in pankow
der morgendliche frost bedeckt sie mit gefrorenem tau
sie wird abgefallen sein von einem auto
sie wird lustig tanzend neben die fahrbahn gerollt sein
bis sie dann zum liegen kam und irgendwann verschwunden sein wird.
auf spanisch heißt sie tapacubos, was nach sonne und salz auf der haut klingt.

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die story spielt in einem fiktiven kaff in brandenburg (wie bei Zeh, 2016 und Stanišic, 2014) und ist wie erwartet reichlich absurd. eine vorstadtgang überfällt nackt den örtlichen supermarkt, ein mann fliegt und hat übermenschliche kräfte, die weltenlenker sind schuld am tod eines hundes. es vieles komisch, absurd und tragisch: die tristesse eines vorstadtdorfs, die enttäuschten hoffnungen der bewohner, sie sehnsüchte.

tragen die zahlreichen sprachspielereien, wendungen und einfälle ein ganzes buch? wieviel punk darf literatur sein? es funktioniert, der leser / hörer will wissen wie es weiter geht, schließt die figuren in sein herz und hofft auf eine fortsetzung. ich habe mehrmals den faden verloren, die ereignisse überschlagen sich, es passiert alles zu selben zeit und am ende wird alles ganz anders.

das hörbuch hat bela selbst eingelesen, mit plötzlichen geräuschen mitendrin. es ist was ganz eigenes, ungefähr wie die solo-alben von ihm: es sind keine Die Ärzte, aber man weiß ganz genau, das sie tief in ihm drin stecken.

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Jaja, es ist sehr gut. Sonneborn berichtet über seine Zeit im 8. Europäischen Parlamentes von 2014 bis 2019 (inzw. wurde er wieder gewählt). Absurdes bis tragisches, ernstes bis komisches, es ist eigentlich zum heulen. Da werden Millionen verballert für ein Parlament, weitere Institutionen und dazu einen Wasserkopf an Verwaltung. Im Parlament sitzen die abgeschobenen Politiker der Mitgliedsstaaten und vertreten teilweise absurde Meinungen. Sonneborn steckt den Finger in die Wunde und weidet sich am Versagen. Es ist zum Heulen, dass es einen Satiriker braucht, um kritisch zu informieren. Danke dafür, das Tragische jedoch: Es wird sich nichts ändern.

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ob in israel, in kapstadt, auf dem kreuzfahrtschiff oder italien: frau berg ist rumgekommen und erzählt in ihrer lakonischen, detailbesessenen art davon. von damals, als reisen abenteuer war, ohne mobilem internet, man sich mit sich auseinandersetzen musste oder mit den mitreisenden oder gar mit dem urlaubsort. ob es jedoch an den jeweiligen orten besser war damals, darf bezweifelt werden. sicherlich ist die gefühlte bedrohung durch terror größer geworden. aber gerade ihre erzählungen aus lateinamerika sind schon sehr abenteuerlich. da die texte in einem sehr großen zeitraum entstanden sind und hier als zusammenfassung vorliegen, sind sie auch alle verschieden und es ergibt sich kein erzählerischer fluss. trotzdem, als zeitdokument spannend – hinter jedem der texte gibt es ein postscriptum mit aktuellem geschehen. man möchte frau berg in den rollkoffer packen und auf reisen mitnehmen.


ein nebel liegt abends über der stadt, es ist november, nicht kalt, aber ungemütlich. es wird früh dunkel, der park dient vielen als durchgang zwischen pankow und niederschhönhausen, um diese jahreszeit wird nicht flaniert, es wird nach hause gegangen. niemand sitzt auf der bank, niemand will das.

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das buch war vor ein paar jahren eine sensation in deutschland, dabei wurde es erst sieben jahre nach erscheinen in frankreich ins deutsche übersetzt. in der autobiographischen erzählung ist ein intellektueller auf der suche nach seiner vergangenheit im arbeitermillieu. seine homosexualität war ursache und wirkung, der bruch mit der familie notwendige flucht. wie Knausgård geht er dabei schonungslos mit sich und seiner vergangenheit um und deutet und analysiert.
dabei fällt vor allem eines auf: seine geschichte ist auch die geschichte der gesellschaft frankreichs der letzten jahrzehnte. so wie er sich auf die reise gemacht hat in die pariser gesellschaft des geistes, ist die arbeiterschaft von traditionell links nach rechts gekippt. der soziologie hat vielerlei erklärungen dafür, eine schlüssige liefert er nicht. das buch war vor den gelbwesten-protesten, die sind nach der lektüre ein bisschen verständlicher. in diesem zusammenhang sei auch Virginie Despentes empfohlen.

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eigentlich wohnt gott ja in der choriner straße 61 (vorher: 63), prenzlauer berg – bekannt aus den zwiegesprächen mit ahne. aber wir wollen hier nicht kleinlich sein.

ein haus erzählt seine geschichte, ein haus irgendwo in der utrechter straße, wedding. ein typisches berliner mietshaus, d.h. gebaut ende des 19. jahrhunderts und nun abrissreif. viel ist passiert in der welt, insbesondere in deutschland und in berlin und im wedding. bewohner kamen und gingen und kommen und gehen noch heute. eine liebesgeschichte ereignet sich in der nazi-zeit und wird erst ganz spät aufgearbeitet. unrecht passiert, auch im kleinen, zwischen den tragödien immer wieder auch kleines glück.
mit vielen details erzählt die autorin die geschichte von gertrud, leo und manfred, die sich über ein halbes jahrhundert spannt. wie laila ihre sinti-wurzeln entdeckt und den nachbarn hilft, an deren schicksal wir teilnehmen. und so erzählt sich im kleinen die große geschichte.
als das haus am ende fast abbrennt, ist auch gott ausgezogen und gertrud fand ihre ruhe.