Erscheinungsjahr: 2021

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Eurotrash (Hörbuch)

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merkwürdige, wahrscheinlich autobiographische story über einen sohn, der mit seiner mutter eine (letzte?) reise unternimmt. mit sehr vielen bezügen zu faserland, der bundesdeutschen geschichte, der eigenen familiengeschichte: dem stets präsenten vater, der alkoholsucht der mutter. wir wissen nicht, was real oder erfunden ist, das buch ist stellenweise sehr intim, sogar witzig teilweise. das hörbuch liest er selbst, mit einer sehr lakonischen bis nervigen stimme. oft fragen wir uns, was will er denn jetzt, angeben? schaut her, was ich für ein tolles leben hatte, wieviele berühmte namen ich unterbringen kann, was ich so erlebt habe. es gibt kein reflektieren, nur eine hektische aneinanderreihung von gedanken, anekdoten, gesprächen. das ist unterhaltsam und die anspielungen und geschichten sind spannend, doch wir erfahren nicht, was er uns damit sagen will.

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Monschau (Hörbuch)

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fiktive geschichte um ein tatsächliches ereignis: der letzte große pockenausbruch 1962 in der eifel. ein düsteres bild westdeutscher provinz entsteht, ärzte kämpfen nicht nur gegen das virus, auch gegen dummheit und stursinn. karneval wird trotz verbot gefeiert, die fabrikarbeiter müssen um jeden preis weiter arbeiten. es wird unablässig geraucht, eine intrige um alte nazis entspinnt sich (der krieg ist erst 17 jahre her), man hört miles davis auf schallplatte und kommt sich näher. am ende löst sich eine verschwörung auf, die gar nicht existiert und es gibt ein köfferchen mit allerlei medizinischem. wir erfahren, was die deutschen im krieg auf kreta gemacht haben.

klingt viel, ist aber tatsächlich eine schöne runde geschichte, die pocken spielen zwar die hauptrolle, aber eigentlich gehts um den zeitgeist, die frage, wieviel nazi in nachkriegsdeutschland steckt. und dass liebe selbst in den ärgsten situationen ihren weg findet, hach.

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Verlaufen in Berlin

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vom autor kannte ich bisher nur kleine gelbe sukultur-ausgaben. hier versammelt er kleine und größere geschichten über spaziergänge durch berlin, teilweise aktuell mit pandemieeinfluss, teilweise älter. wir laufen zu bekannten und unbekannten plätzen, treffen menschen, manchmal sind wir mit unseren gedanken alleine. ganz unaufgeregt erfahren wir neues, sehen altbekanntes und gucken hinter die kulissen einer viel zu großen stadt. so manches im büchlein beschriebenes ist schon wieder verschwunden, um so besser, wieder erinnert zu werden. und der vorsatz fürs nächste jahr, wieder mehr durch die stadt zu flanieren, um neues zu entdecken.