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Seltsame Sterne starren zur Erde: Wedding – Pankow 1976/77

seit drei jahren steht das buch im regal, nun habe ich es in einem rutsch durchgelesen. eine wunderbare geschichte, wohl biographisch, über eine junge türkin, die fürs theater nach berlin kommt, zwischen den beiden stadtteilen ost und west pendelt, mal da in einer WG im wedding, mal dort bei schauspielern unterkommt. ungewohnt offen erzählt sie von einer zeit, gegen die unser heutiges leben spießig und verklemmt und eindimensional wirkt. eine zeitreise zu den theatergrößen der 70er, in das geteilte berlin. dazwischen immer wieder skizzen ihrer hospitationen und tagebucheinträge. ein sehr persönliches dokument der zeitgeschichte.

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Alois Nebel

toller comic / graphic novel über einen fahrdienstleiter im tschechischen sozialismus. düster, ideenreich und dicht gezeichnet und erzählt. inklusive verbrechen, dämonen, wildem sex und nervenheilanstalt.

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Der Kalenderblattmörder (Hörbuch)

Weltuntergang in Breslau um 1927. Morde passieren, die so ähnlich schon vor Jahrhunderten an gleicher Stelle verübt wurden. Ein russischer Fürst predigt das baldige Ende. Und dazwischen Eberhard Mock, der Kriminalrat ermittelt in alle Richtungen, seine gelangweilte Frau ist auch irgendwie verwickelt und am Ende wird es noch düsterer.

Nette Geschichte, viel Stadtgeschichtliches, aber eben ein Krimi, die reißen mich eher nicht so vom Hocker. Die Protagonisten bleiben merkwürdig eindimensional.

[xrr rating=4/7]

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Die Abenteuer eines Kapitalisten. Die Entdeckung der Märkte auf einem Trip um die Welt (Hörbuch)

da reist einer fast drei jahre lang um die jahrtausenwende durch die welt, besucht länder, kulturen und schreibt alles auf. das B.O.T Editorial Review Board meint dazu: “Würde man Warren Buffett und Bill Bryson zusammen in ein Auto setzen und 3 Jahre auf Weltreise schicken, würden Sie vielleicht auch so schreiben wie Jim Rogers.”
Das ist alles sehr spannend, zumal er sich die Länder aus Investorensicht anschaut und bewertet. Dazu natürlich viel Kulinarisches, Gesellschaftliches und Grenzkontrollen und so weiter. Teilweise ein bisschen langatmig und vorgelesen von einer Frau mit eigenartiger Betonung. Kann man anhören.

[xrr rating=4/7]

[youtube 2Aw9TsfFuDQ#!]

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Berlin – Steinerne Stadt

Tolles Comic über Berlin in den Endzwanzigern mit einem ganzen Blumenstrauß an menschlichen Gefühlen und Schicksalen. Schön detailverliebt gezeichnet und getextet. Macht Lust auf den zweiten Band.

[xrr rating=6/7]

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Barry Trotter und die schamlose Parodie

seit ein paar monaten ist nun auch endlich harry potter bei uns in der vorlese-rotation (aktueller stand: kurz vor ende des zweiten bands). ich habe mich ja lange dagegen gewährt, aber was lange währt

gar nicht mal so doof, die frau rowling und ihre bücher. allerdings finde ich immer noch, dass es kinderbücher sind. mir fehlt da ein wenig tiefgang und ausgefeiltere charaktere, aber meine meinung und vielleicht habe ich ja aufgrund des hypes auch zu viel erwartet. spannend ist es allemal.

herr gerber ist auch großer fan und hat gleich eine parodie geschrieben, wunderbar amüsant und großartig, wenn auch so mancher witz ziemlich platt und blöde daherkommt. man muss es sich wie das verhältnis von spaceballs zu star wars vorstellen.

inhaltsangabe von wikipedia:

“Die Zauberschule Hogwash ist die berühmteste Schule ihrer Art und Barry Trotter ihr berühmtester Schüler. Durch ein Buch der Autorin Rollins hat er es zu einem weiten Bekanntschaftsgrad gebracht, seitdem belagern Muddel das Gebiet rund ums Schloss und treiben die Bewohner zum Wahnsinn. Barry stört dies nicht, er hat Narrenfreiheit in der Schule und seinen Spaß mit den Groupies. Als jedoch bekannt wird, dass Barrys Abenteuer verfilmt werden sollen, zwingt ihn Schuldirektor Alpo Bumblemore dazu, die Schule zu verlassen und den Film zu verhindern, da ansonsten Hogwash geschlossen werden müsste. Gemeinsam mit seinem hündischen besten Freund Lon und seiner Freundin Hermeline macht sich Barry auf, Rollins aufzuspüren und den Film, koste es, was es wolle, zu verhindern.”

gibt noch ein paar bände von barry trotter.

[xrr rating=7/10]

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Wie Karl May Adolf Hitler traf. Und andere wahre Geschichten

Naja. Teilweise fiktive Geschichten von Begegnungen mit den großen Diktatoren des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit dabei Stalin, Hitler, Pol Pot, Castro und Che. Das ist maximal unterhaltsam, mehr aber nicht. Eher eigenwillig, weil man nie weiß, was Realität und was ausgedacht ist. Dass es sich so zugetragen haben könnte ist immer wahrscheinlich. Dass sozialistische Staaten ihre eigene Dialektik und verworrene Logik hatten: klar. Aber ein ganzes Buch dazu und dann mit so einem reißerischen Titel? Unnötig. Unausgewogen und Zeitverschwendung.

[xrr rating=5/10]

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Eine kurze Geschichte von fast allem


schon zweimal gelesen, mehrmals verschenkt und immer noch nicht genug. dieses buch gehört in die klassenzimmer dieser welt. einfach geschrieben erklärt es komplexe zusammenhänge. der titel verspricht nicht zuviel. viel ahnung hat der autor vor dem schreiben nicht gehabt, aber er kniet sich rein, fragt nach und der leser steht mit ihm vor den wundern dieser welt. faszinierend, macht lust auf mehr wissenschaft.

[xrr rating=10/10]