neues aus der roiberhöhle
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das beständigste ist der wechsel

02.11.07

Alles verändert sich, wenn du es veränderst. Doch du kannst nicht gewinnen, solange du allein bist! [rio reiser]

achtung, pathos: es gibt nicht viel, was sich nicht ändert im leben eines menschen. mitmenschen kommen und gehen, soziale umstände geben sich die klinke in die hand und ab und zu zieht man auch einfach mal um. und diese veränderungen sind wichtig, sehr geehrte zuhörer. wichtiger vielleicht noch als das, was wir tatsächlich machen und nicht machen. am anfang nennen wir es ausprobieren und wenn es uns gefällt, machen wir damit weiter. nach einiger zeit wirds langweilig und wir suchen neue wege, neue erfahrungen. wichtig dabei ist womöglich, dass wir uns selber treu bleiben. wir selber bleiben und nicht aufhören, die umstände zu hinterfragen. und wir sollten die geschichten, die erfahrungen nicht vergessen. um aus ihnen zu lernen. und um beim nächsten mal genau den selben fehler zu machen. denn das geschieht ganz automatisch. wir ändern uns nicht, können nur so manches unterdrücken. doch worauf will ich eigentlich hinaus? wozu das alles? meine lieben leser, schon lange habe ich darüber gegrübelt, jetzt will ich es als theorie formulieren. als weltumspannende these spucke ich es in den weltraum und warte auf gegenargumente oder vorbehaltlose zustimmung. dieser text wird entweder gnadenlos ignoriert von den verantwortlichen oder er wird in die (musik-)geschichte eingehen. als abrechnung, als schonungslose aufdeckung der wahren wahrheiten dieser unserer zeit. es wird leute verstören, die verantwortlichen werden endlich zur verantwortung gezogen und pixelroiber wird von den titelseiten der zeitungen des landes herunter grinsen. als entdecker und schonungsloser aufklärer. doch zum wesentlichen, meine damen und herren. lange hab ich nachgedacht und es brauchte mehrere lebensjahrzehnte, um die theorie so knackig zu formulieren und um sie scheinbar so achtlos hier hinzuspucken:

die kosmologische konstante existiert

ich habe sie entdeckt und will sie in kurzen, prägnanten sätzen formulieren: schaltet man das radio ein, und dabei ist es egal, wo auf dieser welt und welcher sender und welcher kultureller backround und soziales umfeld, jedenfalls, wenn man das radio einschaltet, dann ist es mit vollkommener und auch erschreckender! logik sicher, dass eine der folgenden bands gespielt wird: Radiohead, U2 und REM. innerhalb der ersten zehn minuten. und jetzt mögen sie kichern, ob der nichtigkeit meiner entdeckung. aber halt! sehen sie denn nicht den großen zusammenhang dabei? dass es womöglich einen größeren sinn dabei gibt? dass sie mit ihrem beschränkten (hüstel) geist gar nicht den gesamtkontext sehen? bei mir jedenfalls hat sich ein tiefer hass in die seele gebrannt und nun verwechsel ich die bands immer wieder und bringe sie durcheinander. ganz ehrlich. und schuld daran ist diese große mediale verschwörung im äther. wer kann helfen?

-————— Now playing: Radiohead - House of Cards

hausmitteilung:

01.11.07

alle machen es. und wenns alle machen, kann das der pixelroiber doch auch. ich meine, ist es verwerflich? ist es nicht eher grundlage unserer gesellschaft? so wie fernsehen und zeitung es tun, so wie es firmen tun, so tun es auch wir. nur subtiler. über klamotten, taschen, unsere ausdrucksweise, unser verhalten. alles basiert darauf und der nächste schritt für mich ist also kein so großer:

ich schreibe jetzt AUCH für geld

das heißt bezahlte beiträge in unregelmäßigen abständen. damit ich für mich selber den doch beachtlichen aufwand hier rechtfertigen kann. damit ich weiter qualifizierten [gelächter] content hier reinstellen kann und nicht am hungertuch hänge. und damit ich später sagen kann: ich war jung, ich brauchte das geld. any comments?

warum das internet auch langweilig sein kann. eine randnotiz, erstellt an einem sonnigen herbstmorgen irgendwo in einem büro in berlin.

31.10.07

mittwoch, das internet nervt nur noch. ein paar mails beantworten, ein paar nachrichten klicken. die neuesten kommentare prüfen und zurück kommentieren. das wars. eine halbe stunde später nichts. fertig. das internet von heute bietet nichts spektakuläres, keine skandale, keine neuen produkte. jetzt könnte ich den rechner ausmachen. und nach draußen gehen. herbstspaziergang und so. einfach mal goethe zitieren. aber muss ja arbeiten. also unfreiwillig wieder ins internet. und auf einmal ist es garnicht mehr so glamourös, so schick und neu und modern. es ist veraltet, dreckig, stinkt und macht keinen spaß heute.

Kinder, woran liegts? macht mal was.

über Nacht kam die Erinnerung

31.10.07

fürs gemüt II

es wird kalt in deutschland. der sommer ist vorbei. es riecht jetzt überall in der stadt nach schornstein. ich mag das. diesen beißenden geruch von verbrannter kohle und holz. er steigt in die nase und kriecht ins mittelhirn. dort döst er vor sich hin und signalisiert: ist kalt draußen, junge. mach deine jacke zu, komm vom spielplatz nach hause und trink deinen kakao. und bind’ dir doch endlich mal den schal um, den ich dir letztens geschenkt habe.

als ich das erste mal nach berlin kam, roch es auch überall so. auch im wedding. und so denke ich jedesmal an lauschige nachmittage und frühabende. die heizung knistert vor sich hin und der kaffee dampft. ach, romantisch. doch, vorbei. bald. oder zumindest soll es immer weniger kohleheizungen geben.

Schwerpunkte mit bis zu 50% Kohleheizungen liegen hier in einzelnen Bezirken des Innenstadtbereiches mit geschlossener Altbebauung, in Prenzlauer Berg, in Teilen von Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg. Auch die Altbaubereiche von Pankow, Weißensee, Treptow und Köpenick weisen z.T. noch über 30% Kohlebeheizung in der Wohnbebauung auf. [quelle]

In Zukunft sollten die in Berlin erfolgreich begonnenen Maßnahmen (Fernwärmeausbau, verbrauchsorientierte Heizkostenabrechnung, Verdrängung der Kohleofenheizungen und Verbesserung der Wärmeisolation von Gebäuden) fortgesetzt werden und durch verstärkte Nutzung der Sonnenenergie und Erneuerung veralteter Heizungsanlagen ergänzt werden. [quelle]

ersatzverkehr

26.10.07

Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind und warten auf die Schweine die nichr solidarisch sind auf die, die nichts kapieren und immer noch parieren. Die ham die Bundesbahn verschleudert, die telekom dazu ganz einfach weil sie pleite sind, der nächste der bist du! Die sind nicht mehr solvent; drum heißt es : “Zahl, fauler Student!” Und solls ein ganzes Jahr uns kosten, wir stehen auf dem Posten. Im Westen und im Osten Streik, Streik, Streik! Wir lassen uns jetzt nicht mehr unsere Zukunft ruinieren, um Eurofighter, Euro und Berlin zu finanziern. Wenn ihr so weiter macht, dann Deutschland: “Gute Nacht!” Und solls ein ganzes Jahr uns kosten, wir stehen auf dem Posten. Im Westen und im Osten Streik, Streik, Streik! Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind und warten auf die Schweine die nichr solidarisch sind und wenn wir hier überwintern, ihr kriegt Feuer unterm Hintern. Und solls ein ganzes Jahr uns kosten, wir stehen auf dem Posten. Im Westen und im Osten Streik, Streik, Streik! Streik, Streik, Streik! [Joint Venture]

als ich mich gestern in der großen gelben ersatzverkehr-limosine durch den streikbedingten feierabendverkehr quälen musste, kaum platz zum atmen hatte, beklemmung empfand und ständig körperteile von anderen fahrgästen spüren musste, da wurde mir eines schlagartig klar, denn egal wie dieser streik ausgeht, egal ob die lokführers irgendwann mehr geld bekommen oder eine andere berufsgruppe, die gefickten sind immer die anderen, in diesem fall die fahrgäste, wie in einer ölsardine quetschen sie sich in einen bus und kommen überall zu spät, das ist jetzt keine neoliberale meinung und ich bin auch für reprivatisierung der bahn und gegen einen börsengang, doch was nützt ein halbstreik, wenn die bahnen trotzdem voll sind? Generalstreik bitte. jetzt.

faust

24.10.07

grip den ganzen tag habe ich schon diese faust im auge. ich überlege rum, formuliere in gedanken und jongliere mit worthülsen. erst wollte ich über die bedeutung der faust im antisozialistischen millieu lateinamerikas der jahrhundertwende schreiben. doch das erschien mir dann zu plump. es folgte ein auszug eines persönlichen gesprächs mit rio reiser. doch dem hatte ich ja versprochen, die texte unveröffentlicht zu lassen. sind auch überall rotweinflecken drauf. dann dachte ich mir eine besonders krasse story mit viel blut und so aus, doch das manuskript verschwand bei einem besonders gewitzten literaturagenten aus chile. deswegen das bild ohne großen kommentar. weil es eben so rockt!

[picture by 96dotsperinch (lizenz)]