neues aus der roiberhöhle
no ads 🚫 no tracking ⛔ no nazis 🚯 no AI 🚩

Posts

schockierend! wissenschaftler erklären: die spree wird niemals ein badesee!

21.05.08

vorbei ists mit dem abfälligen grinsen über die gemütlichen kaffeesachsen. ab nun muss berlin betteln. um wasser. sauberes wasser. weil brandenburg zu wenig liefert. oder nur qualitativ minderwertige produkte anbietet. noch mehr unglaubliche fakten aus der tagesspiegel-redaktion:

# weniger zufluss als erwünscht # lausitzwasser ist “… saurer als Haushaltsessig.” # zweidrittel der spreetiere sind noch da # die spree wird niemals ein badesee # das wird uns auch Geld kosten # Steegs Pilot-Ponton fasst 1000 kubikdings # brühe := Gemisch aus Regen- und Abwasser

nun denn. lernt schon mal sächsisch. ich kenne einen, der kann es sogar noch… hehe

Filmkritik: Das jüngste Gewitter (2007)

21.05.08

ok. gestern abend also kino. hat nicht jedem gefallen. aber muss ja auch nicht immer. und wäre ja auch scheiße, wenn alle den selben geschmack hätten. uniformität ist auch ohne uniformen blöd. ich jedenfalls begeistert von dem film. eher ein märchen, story gibts wohl keine. und ruhig ist er. lustig bis lächerlich. großartige kamera (heißt in diesem film: sie bewegt sich einfach nicht). und sehr grotesk. oft auch bitter. so halt. also unbedingt empfehlenswert. nicht für alle, aber für einige (siehe oben). anschauen!

preisfrage: warum muss man eigentlich zu unkonventionellen und grotesken filmen völlig unverständliche kritiken schreiben? und noch dazu mit philosophischem schwachsinn schwängern? steht das in den redaktionsstatuten? einige beispiele:

Die Starrheit der Kamera, die fast unbemerkt einige Male doch zoomt, die Tristesse der Dekors, die gebrochene, grau-grüne Farbpalette, die den Film beherrscht, das kalte Neonlicht und die starren, emotionslosen und kreideweißen Gesichter der Darsteller - dies alles macht den Eindruck einer Vorhölle, eines Wartens auf das ersehnte Hereinbrechen einer Apokalypse, die einem reinigenden Gewitter gleich diesen Haufen trostloser Gestalten endlich erlöst. [kino-zeit.de]

Am besten alles im ständigen Wechsel, ansonsten könnte man winzige bedeutungsvolle Details übersehen, die Anderssons existentiellen Bestands- und Notaufnahmen häufig einen doppelten Boden verleihen und sie trotz repetitiver Motive und Verlaufsprinzipien nie eintönig werden lassen. [critic.de]

Das “Niemand versteht mich”, das mehrere der Figuren dem Publikum entgegen schleudern, ist in der Welt, die Roy Andersson uns zeigt ohne Zweifel wahr. Die Kraft des Lebendigen ist in ihr aber viel stärker als die Verzweiflung und fern von Zynismus. [filmstarts.de]

Dabei sind seine Bilder auf ihre kalte Art üppiger, barocker und felliniesker als die des in diesem Sinne viel protestantischeren Franzosen… [welt.de]

…unbeteiligte Gesichter und lange statische Einstellungen erzeugen auch hier jene tragikomische Lakonie, die keiner meisterhaft zu inszenieren versteht wie die nördlichen Filmemacher. [br-online.de]

Der Film zeigt den Menschen in allen seinen Aspekten voller Selbstsucht, Arroganz, Gleichgültigkeit und Opportunismus aber auch voller Mitgefühl, Großzügigkeit, Zärtlichkeit und Liebe. [jetzt.de]

Die renitente Alkoholikerin bringt da schon mehr Druck in ihre unmittelbare Umgebung. [tagblatt.de]

…als würde Ingmar Bergman ‘The Big Lebowski’ verfilmen. (faz)

undsoweiter. übrigens ist es auch total schick, absurde querverweise in die kritiken einzubauen. zum beispiel wurden erwähnt:

Johan Wolfgang von Goethe (3x) Luis Buñuel Franz Kafka David Lynch Samuel Beckett Max Beckmann Otto Dix Aki Kaurismäki (2x) Bent Hamer Robert Bresson Federico Fellini Alexander Payne Loriot

... to take me out to dreamland

21.05.08

coney island [picture by Jonah G.S., license]

die new yorker haben ihren eigenen spreepark plänterwald. sie nennen ihn coney island. seit über hundert jahren stehen auf der halbinsel im süden brooklyns fahrgeschäfte und allerlei attraktivitäten. die große glanzzeit war wohl schon vor dem zweiten weltkrieg. mehr dazu ausführlich bei wiki. seitdem ranken sich mythen und bizarre geschichten um den park. nachzulesen in dem wunderbaren comic the secrets of coney island von reinhard kleist.

coney island [picture by kat…, license]

sollte man vielleicht mal hinfahren. aber mit der u-bahn. parkplätze soll es nicht viele geben. wer kommt mit?

Every night she cames To take me out to dreamland When I’m with her, I’m the richest Man in the town

She’s a rose, she’s the pearl She’s the spin on my world All the stars make their wishes on her eyes

She’s my Coney Island Baby She’s my Coney Island Girl She’s a princess, in a red dress She’s the moon in the mist to me She’s my Coney Island Baby She’s my Coney Island Girl

[tom waits: Coney Island Baby]

woche der selbstähnlichkeit - tag 7

19.05.08

unbedingt wollte ich was mit treppen machen. aber das hatte ich schonmal:

potsdam_library_stairs_2

deswegen nur was mit pfeilen. immerhin:

woche der selbstähnlichkeit #19

# keine woche der selbstähnlichkeit ohne escher-content

# meine photoshopdings sind sehr beschränkt

# pfeile auf ubahnhöfen meinen nicht unbedingt die fahrtrichtung

länger, besser, mehr: pornos in den achtzigern

19.05.08

ein anonymer leser bat mich, etwas über die situation der pornoindustrie in den 1980er jahren zu erzählen. nichts lieber als das! here we go:

die geschichte der pornoindustrie ist, wie jede geschichte, immer auch die geschichte des klassenkampfs der technischen und sozialen entwicklung.

im zuge der enttabuisierung der gesellschaft seit den späten sechzigern und (damit einhergehend) den radikalen ansätzen in den filmen des new Hollywoods [1] kam es zu einer breiteren akzeptanz des pornofilms. wurden bisher die filme eher in zwielichtigen schmuddelkinos konsumiert, so führte die einführung der videokassette zu einer kleinen revolution am heimischen fernseher. plötzlich waren die pornos abendfüllend [4] und es entwickelte sich eine mächtige industrie. wobei angemerkt werden muss, dass vermutlich der porno zum siegeszug der videokassette führte [2,3].

wie auch immer, es entstand eine lukrative branche, jene gut geölte maschinerie, die wir heute kennen (und schätzen) mit milliardenumsätzen und richtigen stars [4]. es entstanden auch die zahlreichen subgenres, die jede denkbaren (und undenkbaren) gelüste befriedigen sollen [4]. und natürlich verbesserten sich die aufnahmetechniken [3]. ob es dagegen zu einer steigerung der qualität in bezug auf die handlung kam, darf ernsthaft bezweifelt werden. seriöse und quantitative untersuchungen hierzu fehlen bisher.

QUELLEN: [1] wikipedia.org: Stichwort New Hollywood [2] KREYE, Andrian: Das andere Hollywood [3] COMPART, Martin: Vom Meat- zum Moneyshot. Die Geschichte des Pornofilms [4] wikipedia.org: Stichwort Pornofilm

woche der selbstähnlichkeit - tag 5+6

18.05.08

die woche ist fast rum und wir haben eine menge probleme gewälzt und hoffentlich neue erkentnisse gewonnen. selbstähnlichkeit ist in gewisser weise auch das queerposten von dingen, die viel zu oft gesagt wurden. oder mit heiner müller: "… das neue in der wiederkehr des ewig gleichen…", was ich mir langsam mal auf die imaginären fahnen schreiben sollte. anderseits kann man manche dinge garnicht oft genug sagen. so lange, bis es auch der letzte pömpel verstanden hat. so oder ähnlich oder ganz anders oder wieauchimmer.

music: www.myspace.com/rotosonixxx

# flüssiger verkehr klingt schmutzig

# gute musik macht die langweiligsten videos spannend

# auf die woche der selbstähnlichkeit folgt NICHT die woche der bewegung

# ich habe da nichts runter geschmissen

EPILOG: die woche der selbstähnlichkeit ist eine offene veranstaltung, jeder kann mitmachen und seine gedanken zum thema veröffentlichen, in jeglicher form. habt spaß.

woche der selbstähnlichkeit #15

# ist der geneigte verkehrsteilnehmer auch an eine offensichtlich kaputte lichtzeichenanlage gebunden?

# auch in potsdam geht so manches kaputt.

woche der selbstähnlichkeit #16

# da bauen sie unter großem protest das schloß wieder auf.

# sind tibet-diavorträge per se politisch?

# die architektur der himalaya ist sympathischer als das schinkelsche doktrin.

# tibet liegt geografisch höher als potsdam.

woche der selbstähnlichkeit #17

# die ausgrabungen im zuge des wiederaufbaus des stadtschlosses fördern erstaunliche erkenntnisse zu tage:

# damals gabs schon billigbier fürs gemütliche zusammensitzen am fuße des schlosses

# diavorträge sind zumindest so alt wie sonstwas.

# drum merke dir: sternburg-bier.

Kapitalismus kaputt (Mai 2008)

# kapitalismus wird auch nicht böser, wenn man ihn englisch schreibt.

# die strukturelle gewalt geht auch immer von den wirtschaftlichen strukturen aus (hä?).

# der anarchosyndikalismus wäre kein dunstbreit gewaltfreier.

# wirtschaft ist an sich unpolitisch.

# meinungen dazu?