es ist ende der neunziger. karsten ist in die spd eingetreten, er war schon immer ein arsch, aber nun übertreibt er. trotzdem wird gerhard schröder bald bundeskanzler. enrico hat kostolany gelesen und erzählt uns von anlagestrategien, wir hassen ihn. nicht dass es uns interessiert, allein schon der geruch nach geld und kapital macht uns misstrauisch. unsere aufmerksamkeit gilt dem anderen geschlecht und dem bevorstehenden abi. es ist kompliziert, beides. das herz schlägt links, im zimmer eine che guevara-fahne aus dem emp-katalog, dazu patches auf dem armeerucksack. nachts npd-plakate runterholen. und tagsüber schule. das ist alles gut zwanzig jahre her, ich habe keine ahnung, was die freunde von damals machen, auf dem letzten klassentreffen war mir alles zuviel. vielleicht sollte man auch die vergangenheit lassen und nach vorne schauen.

parkende Mofas

Letzte Woche gab es ein historisches Ereignis: Hells Angels und Bandidos schließen Frieden. Ausgerechnet in Hannover. In der Kanzlei von Altbundeskanzler Schröder. Doch der war nicht da:

Zur Stelle ist stattdessen sein Freund und Anwaltskanzleibesitzer Götz von Fromberg, ein „Frog“ also, einer jener „Friends of Gerd“, denen zuzeiten erheblicher Einfluss auf die Politik Niedersachsens, später dann auf die der Bundesrepublik insgesamt nachgesagt wurde. Alles in allem ein auf den ersten Blick sehr bizarres Setting für ein Friedenstreffen. (welt.de)

Die hannoversche Ortsgruppe hat ihre Hände auch im Rotlichtviertel, wo schon Peter Hartz für Furore sorgte. „Hannover ist eben auch nur ein Dorf.“, schreibt da welt.de. Alles sehr absurd. Fehlen eigentlich nur noch die Scorpions…

(via)