Vor ein paar Jahren hatte ich noch viel Zeit und kaufte analoge Fototechnik in Berlins Trödelmärkten und An- und Verkäufen. Meist fotografierte ich dann ein paar Wochen damit, um sie dann im Internet mit kleinem Gewinn wieder zu verkaufen. Davon konnte ich zwar nicht leben, aber gelernt habe ich da viel: Übers richtige Belichten und über die Entwicklung der Fototechnik. Ich hatte ziemlich viel Kurioses in der Hand, aber auch Hochwertiges aus vergangener Zeit.

Die Agfa Clack war eine billige Rollfilmkamera aus Wirtschaftswunderzeiten. Im Grunde nicht mehr als ein Kasten mit Billiglinse. Als ich die dann nach Italien verkaufte, gab es aber ein Problem mit dem Geldtransfer:

Mail von 2003

Die Mail hatte ich ausgedruckt, weil die Geschichte so absurd ist und in ein Buch gesteckt und vergessen. Überhaupt war das vor ein paar Jahren noch unglaublich kompliziert, Geld von einem Land in ein anderes zu transferieren. Paypal war noch nicht verbreitet und Banküberweisungen waren ziemlich teuer. Also hat man das Geld per Post geschickt. Nicht sehr sicher, aber hat meistens funktioniert. Einmal hat mir eine texanische Professorin einen Scheck geschickt. Den in Deutschland einzulösen hätte mich mehr gekostet als der eigentliche Wert. Und erst die Paketgebühren und Zollerklärungen. Aber daran hat sich ja bis heute nichts geändert.

Zuhause liegt ein Stapel alter Festplatten. Da diese inzwischen zu klein sind, stellt sich irgendwann die Frage, was man damit machen soll. Zwei Möglichkeiten:

Im Bild eine Variante: Festplatte physisch zerstören, brachial mit Hammer und Schraubenzieher. Dann in den Sondermüll bringen…

Eraser Screenshot
An dieser Stelle wählt man die gewünschte Methode zum Schreddern alter Daten

Zweite Variante: Meistbietend verkaufen. Aber vorher löschen! Formatieren reicht da nicht. Sagt sogar das Bundesamt für Strahlenschutz Sicherheit in der Informationstechnik. Also: Ein Tool muss her. Gute Erfahrungen habe ich mit Eraser gemacht – das ist frei erhältlich (GNU), läuft unter Windows 7 und bietet verschiedene Verfahren an, die unterschiedlich lange dauern. Ein paar Stunden für 80 GB sind schon einzuplanen. Und unbedingt als Administrator ausführen!

Gut, ganz sicher ist wahrscheinlich auch das nicht und professionelle Labors werden Daten vielleicht dennoch wieder herstellen können. Nur wird das auch entsprechend kosten und keinesfalls den Aufwand rechtfertigen.

Übrigens: Wer auf eine alte Vista- oder 7-System-Partition zugreifen muss, um Daten rauszukopieren, der erspart sich viel Nerven und Zeit, wenn er dies mithilfe einer Linux-Live-CD macht (die man auch vom USB-Stick starten kann, siehe hier)

dass jemand auf einer bekannten auktionsplattform seinen körper als werbefläche anbietet in form eines drei jahres-tattoos, das ist schon ziemlich ausgelutscht und eigentlich nicht mehr witzig, sondern nur noch platt. da müsste man ja schon aus lauter böswilligkeit mitbieten.

wenn aber einer anbietet, mit edding was auf seinen arm zu schreiben und so dann vier wochen rumzulaufen, dann schmunzeln wir und fragen uns: wäscht er sich in dieser zeit nicht? was sagen die eltern und die lehrer dazu? und mit blick auf seine anderen auktionen: braucht da jemand dringend dringend bargeld? hochverschuldet durch klingeltonabos? wo bleibt der rettende staat? sind wir schon wieder soweit?

könnt ihr mal sehen:

dieses kleine dings schaut in Deinen browser und sagt Dir, ob du eher männlich oder weiblich bist/surfst.

Likelihood of you being FEMALE is 34%
Likelihood of you being MALE is 66%

und dann folgen noch die verhältnisse. ebay ist also eher weiblicher? oder verstehe ich da was falsch?

Site: Male-Female Ratio
paypal.com: 1.04
flickr.com: 1.15
ebay.de: 1.63

(link, via)

was gibts eigentlich neues im pixeluniversum? nicht viel, nur ganz viel ebay und amazon marketplace. heute eben habe ich eine pappkiste versteigert und vorgestern ein telefon. während die pappkiste schon bezahlt ist und morgen verschickt wird, paypal sei dank, macht das telefon erhebliche probleme. schon gefühlte fünfzig mails hat der käufer mir geschickt. erst wollte er das telefon in einer anderen farbe, dann war er der meinung, viel mehr geboten zu haben und schon überboten wurden zu sein. als ich dann aus kulanz auf das porto verzichtete, wollte er natürlich den teureren versand. das ist frustrierend und kostet zeit.

außerdem gibts bald noch einen umzug und ich schreibe jeden tag einen brief an verschiedene hausverwaltungen. und dann war da noch ein neues fahrrad vom mauerparktrödel, bei dem erstmal der schlauch gewechselt werden wollte.

das alles macht keinen spaß und hält mich von meinem kerngeschäft ab: dem publizieren von schnöder belanglosigkeit. der geneigte leser möge mir verzeihen. ich gelobe besserung.

wir waren fünfzehn. trafen uns meist im schulpark oder auf dem busplatz und tranken bier. rauchten uns die lunge aus dem leib und quatschten blöde. probleme gabs genug. in der schule. unter freunden. mit den frauen. und überhaupt. zum vögeln waren wir zu schüchtern. aber prügeln konnten wir uns. und über philosophie spekulieren. da waren wir groß drin. einer hatte ein handy. und obwohl wir ihn heimlich bewunderten, verkloppten wir ihn. so geht das. dachten wir. die zeit wollte einfach nicht vergehen. immer dasselbe. samstag vormittag saßen wir auf der bank in der großen stadt, schauten den passanten und vor allem frauen nach und dachten uns geschichten aus. wo sie herkamen, wo sie hinwollten und was sie dachten. wir hatten eine scheiß wut auf studenten, besonders langhaarige, die scheinbar mühelos die frauen abschleppten. für clubs und diskos und drogen waren wir zu verklemmt. also saßen wir meist rum und tranken. besoffen vor glück und mehr alkohol als nötig fielen wir dann ins bett im kinderzimmer. überhaupt die kinderzimer! sie waren ausdruck unseres anarchistischen gedankenguts, vollgestopft mit reliquien aus der geschichte des kommunismus und anarchismus. was waren wir stolz auf die fahnen aus dem EMP-Katalog. fühlten uns wie CHE persönlich und lernten halbherzig spanische revolutionsvokabeln. hasta la victoria siempre! andy warhol, the doors und der ganze scheiß. fünfzehn eben. zum glück gabs damals noch keine blogs, kein myspace und kein youtube. so ist alles verschollen. besser so.

zehn jahre später sieht alles anders aus: ich sitze freitag abend zuhause und ordne mein leben: krankenkasse, dsl-vertrag, arbeitszeiten, ebay, todo-liste, nebenkostenabrechnung, vattenfall,…

scheiße. was ist passiert? ist das noch normal? irgendwas muss ich doch in all den jahren falsch gemacht haben. manchmal würde ich mich gerne in den schulpark setzen und über philosophie reden. einfach so. ohne groß irgendwie bescheid zu wissen. aber das ist wohl vorbei. muss ja weitergehen. wa?

[direktes update zu dem hier]