nun ist es raus: das leben in berlin macht nicht nur glücklicher, sondern auch krank. vor allem rücken und psyche gehen öfters kaputt als woanders. aber dafür leben berliner auch nicht so lange wie beispielsweise schwaben (+3 jahre) und frauen (+5 jahre).

woran das liegt? der tagesspiegels macht es sich einfach und kommt mit den üblichen verdächtigen: „Stress, Bewegungsmangel und Alkohol“, holt tief luft und führt weiter aus: „…Stress im Beruf, Konflikte im Privaten und Alkoholmissbrauch…“ und schließt mit einem harten urteil: „Die Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer bei Männern aus, da diese dazu neigten, ihre depressiven Symptome zu verleugnen.“

aber das kann nicht alles sein. vor allem der vergleich mit ba-wü ist interessant. im internet findet sich eine eigenartige seite über schullärm im schwäbischsten aller bundesländer. könnte das mal einer lesen?

vielleicht liegt es ja auch an der (sicherlich genetisch-vererbten) gemütlichkeit der südländer, der berliner ist ja immer in eile. wieauchimmer. vielleicht habt ihr noch ideen?

wir lieben unsere bvg - 1
ich finde ja, dass die mal wieder übertreiben. ganze drei monate dauert die sperrung meiner lieblings-u-bahn-linie. ein ersatzverkehr mit bussen ist eingerichtet. und so steht man denn im stau und denkt unsinn vor sich hin:

Vom 30. Juli bis 28. Oktober 2007 werden dann rund 2500 Tonnen Schotter aus- und wieder eingebaut, elf Weichen, drei Kreuzungsweichen sowie 1200 laufende Meter Gleis und Stromschienen erneuert beziehungsweise umgebaut. Gleichzeitig nutzen wir die Sperrung, um im Bahnhofsbereich 300 Meter betonierte Fahrbahn durch das übliche Schottergleis zu ersetzen. [quelle]

die angeblichen gleisbauarbeiten sind doch völliger quatsch. flüstergleise! berlin hat kein geld für solch unsinnigen firlefanz. deswegen hier die wahrheit. schonungslos und klar. die bezirksverwaltung mitte (mit den Ortsteilen Wedding, Gesundbrunnen, Hansaviertel, Tiergarten, Moabit und Mitte) versucht in kooperation mit dem land berlin und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung im Bundesministerium für Gesundheit sabine bätzing (scheiße, wo ist denn der anfang der satzes…?). jedenfalls ganz offiziell: aufwertung des problemkiezes durch (fast) kostenfreie stadtrundfahrten. es reicht eine gültige fahrkarte. kontakt zwischen den insassen der busse und den einheimischen ist ausdrücklich erwünscht. zur gezielten kontaktaufnahme wird besonders geschultes personal eingesetzt. diese damen und herren im dunkelblau-gelben outfit und mit mütze weisen freundlich und dezent auf den ersatzverkehr hin und sind auch sonst sehr hilfsbereit. offensichtlich wurden die u-bahn-fahrer zu gleisbauarbeiten gezwungen. oder absolvieren sprachkurse. damit sie „MIT DEM FAHRRAD NICH IN‘ ERSTEN WAGN‘!!!“ (vgl. dazu KRÖMER et al.) auch in anderen sprachen brüllen können. die berliner sollen ihren wedding wieder kennen und ihn lieben lernen. denn auf schnöden u-bahnfahrten vergisst man schnell das aussehen und schwups-di-wupps wacht man auf in einer völlig fremden stadt. für nächstes jahr ist ein größeres projekt geplant: einstellung des gesamten berliner s-bahn-verkehrs. ein ersatzverkehr wird eingerichtet…

danke, liebe bvg!

ps: falls das wieder erwartens doch nicht stimmen sollte: höchstwahrscheinlich wird da unten an den atomplänen des inneministeriums gearbeitet. das würde auch die lokale klimaerwärmung um spontan zwanzig grad hier in der gegend erklären… ich geh dann mal baden…

[ein direktes update von dem hier]

[This map shows where people watch the most films (not including short films) at commercial screenings. Of the 7.6 billion films watched at cinemas, almost 3 billion viewings were recorded in one year in India.][Territory size shows the proportion of all people seeing films in cinemas that viewed them there.][quelle]

die riesengroße dunkelgelbe blase ist indien. da wird noch in die kinos gegangen. und was sieht man da? bollywood at its best. nix anderes wahrscheinlich. nicht mal zeit fürs internet hat man, denn kinoprogramme von mumbai (formerly known as bombay) sucht man vergeblich. (dabei drängelt sich das wortspiel indianet geradezu auf!). ich muss ja zugeben, habe noch nie einen bollywoodfilm wirklich bewußt gesehen. und meines erachtens gibt es auch nur eine handvoll schauspieler. aber wahrscheinlich ist alles ganz anders… vor einiger zeit war im spügel offline mal ein artikel, da wurde behauptet, dass hiesige migranten besonders gerne (h)indische filme gucken. wegen dem ähnlichen hintergrund, blabla. keine ahnung, ob das stimmt, die ortsansässige videothek jedenfalls hält genügend exemplare bereit.

übrigens ist bollywood kein genre, sondern nur eine herkunftsbezeichnung. infos gibts im netz zuhauf und bei richtigen fans finden sich auch solche sätze:

Shahrukh hat Makrand Deshpande bei dessen Filmdreh besucht und dabei aus dem Schlaf gerissen!

disclaimer am ende: an diesem artikel schreibe ich jetzt schon eine woche rum. der aufhänger war nur die karte, aber ein bischen backinfo musste es dann doch sein. außerdem sollte ich aufhören, über sachen zu schreiben, von denen ich keine ahnung habe.

ein paar stunden später, wir machten keine pausen mehr und fuhren nur noch, es dämmerte bereits und die sonne färbte den abendhimmel blutrot, fing der moter an zu heulen. gas weg und an die seite gefahren. scheiße, eine panne mitten in der pampa. was tun? kelly sah inzwischen aus wie ein zombie, mit blutleeren augen starrte sie mich fragend an und ich zuckte nur mit den achseln. unsere stimmung war am tiefpunkt angekommen. ich stieg aus und schaute mir den motor an. nur um sie zu beruhigen. ich hatte keine ahnung davon. sah eigentlich ganz normal aus. kein grund, nicht mehr weiter zu fahren. wenigstens bis zur nächsten tanke. ich schaute noch interessiert die verdreckte technik, da hörte ich kelly schreien. wasn los, fragte ich noch. aber sie wollte sich nicht beruhigen lassen. kam einfach angerannt, völlig apathisch. kratzte und trat mich, ich musste sie fest an den armen packen, sie zu mir ranziehen und schütteln. aber es half nichts, sie war woanders und ich konnte ihr nicht helfen. da blickte ich in die richtung aus der sie kam und ahnte schreckliches. kelly verstaute ich auf den beifahrersitz und gab ihr erstmal ein bier. sie trank in großen schlücken. einmal durchgeatmet und hingelaufen und da ich es auch, zwei klumpen mensch zwischen den kakteen. und wie im film verdüsterte sich der himmel. ich kam näher, erkannte formen, gesichter und kotze in ein erdloch. scheiße.

leaving the road again #2das waren billy und mary. friedlich lagen sie im dreck und stanken vor sich hin. wie lang mochten sie jetzt schon da liegen? stunden. aber heute morgen hatten wir uns doch noch verabschiedet. zugegeben, wir waren alle dicht bis oben. aber an die beiden kann ich mich noch gut erinnern. was hat das zu bedeuten? ich lehnte mich an einen kaktus und dachte nach. mein hirn war wie brei und ich starrte abwechselnd die toten freunde an. ich brüllte sie an. schritte von hinten. ruckartig und hektisch drehte ich mich rum. kelly wars und sie sah verdammt gefasst aus. gutes mädchen. wir müssen. wenn uns jemand sieht, niemand glaubt uns. ihre stimme, ihre vernünftigen gedanken, ihr ganzes auftreten verschwamm mit den heutigen erlebnissen. es rauschte in meinem kopf. sie zerrte an mir und schaffte es tatsächlich mich ins auto zu bekommen. sie fuhr und ich starrte hinaus. es war fast dunkel als wir das motel erreichten. wir stiegen aus und schuaten uns minutenlang übers autodach an. das wars, jetzt schlafen. vorbei. bitte, lass alles nur einen bösen traum sein…

.::to be continued::.

[prologue]

es gab mal eine zeit, da war fotografie analog. das hieß aber damals noch nicht so, erst seitdem es digital gibt. wir erinnern uns: man musste filme kaufen, sie umständlich in die kamera reinzwängen und wenn die interessanten motive auftauchten war garantiert der film alle. oder der falsche film in der kamera. alles schon vergessen? es soll ja auch noch leute geben, die haben noch eine solche analog-kamera und manche BENUTZEN die auch noch.

[chapter one]
nevertheless, angefangen hab ich ja auch mit gutem alten 35mm-material. und ausprobiert hab ich auch sehr viel, keine frage. es begab sich also zu dieser zeit (vor drei oder vier jahren), da erstand ich bei foto-quelle am alex ein gebrauchtes vergrößerungsobjektiv. das war eigentlich zum printen von schwarzweißbildern in der eigenen dunkelkammer gedacht. pfiffig wie ich nun mal bin, habe ich es an die tüchtige praktica geschraubt, schraubgewindeanschluss m-42 machts möglich.

[chapter two]

das ding hatte drei große regler für die drei grundfarben. drehte man an diesen reglern, vermischten sich die farben, man konnte also jeden beliebigen filter zaubern. der hammer, oder? in der ambitionierten schwarzweißfotografie geht nichts ohne farbfilter, das müßten digitalcracks eigentlich auch wissen, denn da tauchen sie auch auf.

[chapter three]

nun wäre ich aber nicht der roiberhauptmann, wenn ich nicht ein wenig um die ecke denken würde. also legte ich einen FARBfilm in die kamera. der mitdenkende zeitgenosse und geneigte leser wird es kaum erwarten können, was als ergebniss herauskam: farbig gefilterte farbbilder.

[epilogue]

ich zeige euch heute die legendäre türserie, bestehend aus sechs einzelbildern in sechs verschiedenen farben. der warholsche geist ist nun einmal allgegenwärtig. der schwarze strich auf dem bild links in der mitte ist eine FLIEGE. durch die lange belichtungszeit ist ihr ganzer flug dokumentiert.