Schlagwort: Beatrix Doderer

Polizeiruf 110: Zapfenstreich (2010) – Reiter & Steiger

Bundeswehrcontent. Frau Steiger ermittelt wieder und hat einen neuen Kollegen mit dem sie sich auch gleich näher bekannt macht. Eine Soldatin wurde ermordet, frisch schwanger und zusammen mit einem Gemüsetürken. Dieser gerät schnell ins Visier der Ermittlungen und pöbelt rum. Diese Figur ist ein Schlag in die Fresse jedes Integrationsbeauftragten, aber was will man machen, Realität frisst Wunschvorstellung. Frau Steiger hat aber noch einen anderen Verdacht. Sie begibt sich auf Exkursion mit Hauptfeldwebel Melzer und seiner Truppe. Und der ist ein Sadist, Chauvinist und überhaupt unausstehlich. Klar, dass er da mit drin steckt. Und dann wird auch noch scharf geschossen und alle sind schmutzig im Gesicht.

Die Story befasst sich mit realen Skandalen in der Bundeswehr. Seltsame Initiationsrituale und sogar Alkohol soll es da geben. Und sadistische Vorgesetzte. Alles Humbug, das sind Taten Einzelner und überhaupt nicht repräsentativ für die Truppe, sagt man. Und so kommt dann auch der Polizeiruf rüber.

Wieauchimmer, ich mag keine Bundeswehr und auch kein Militär. Und den Polizeiruf fand ich oberflächlich und das ganze Rumgeballere war übertrieben.

[xrr rating=3/7]

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Polizeiruf 110: Klick gemacht (2009) – Papen & Steiger

Der einzige und letzte Polizeiruf mit Kriminalhauptkommissar Friedrich Papen, gespielt vom inzwischen verstorbenen Jörg Hube. Ein gut gemachtes Lehrstück über Verantwortung und Gehorsamkeit. Mit leider aktueller Brisanz: In Afghanistan sterben bei einem Anschlag drei Soldaten, der Untersuchungsbericht kann keine Ungereimtheiten erkennen. Nur ein paar Unverbesserliche, die dabei waren wollen die Wahrheit herausfinden und entführen den damals Verantwortlichen und stellen ihn auf eine Tretmine im bayerischen Wald. Nimmt er seinen Fuß runter, wird die hochgehen. Derweil ermittelt Papen zusammen mit Frau Steiger von der Bundeswehr unter Hochdruck, denn lange hält ein Mensch das nicht aus auf so einer Tretmine. Nicht mal ein Elitesoldat. Die Frauen der Opfer werden befragt und es tun sich Abgründe auf. Die Soldatin wird gezwungen, ihr Bild von der Truppe zu überdenken. Schnell geht es nicht mehr nur um die Tretmine, sondern vor allem um die Ereignisse des Anschlags. Und am Ende war es dann doch ganz anders.

Zu einseitig, zu plakativ, könnte man den Machern vorwerfen. Denn es ist Krieg und da gehört Sterben nun mal dazu. Wird auch mehrmals im Film gesagt. Und Vertuschung von folgenschweren gehört wohl auch nicht zum Alltag in der Bundeswehr. Oder zumindest werden sie schnell aufgedeckt, wie auch die jüngsten, realen Ereignisse zeigen. Zieht man diese fiktive Ebene ab, bleibt trotzdem ein spannender und gut gemachter Film übrig.

Was ich aber noch wichtiger finde: Dass sowas zur besten Sendezeit thematisiert wird. Denn Redebedarf besteht auf jeden Fall. Das zeigt auch, dass die Regierung offiziell von Krieg spricht, und nicht so heuchlerisch von Friedenseinsatz, wie das Rot-Grün tat. Aber es müssen Taten folgen. Ob das nun ein sofortiger Abzug sein muss, weiß ich nicht. Vielleicht. Oder vielmehr: es gibt keine Alternative. Denn eine Besatzung bleibt eine Besatzung, egal aus welch‘ hehren Zielen sie erfolgt. Und Besatzte werden sich immer gegen die Besetzer wehren. Zumal hier verschiedene Kulturkreise aufeinander treffen, das verschärft die Situation noch.

Einziger Wermutstropfen (der auch in der aktuellen Diskussion fehlt): Die Auswirkung von Krieg und Besatzung in Afghanistan. Zugegeben, das hätte den Rahmen gesprengt, hier ging es um die Heimatfront, um Frage, wie ein Land und die Familien mit toten Soldaten umgehen. Denn egal wie weit weg der Krieg stattfindet, es ist Krieg und da sterben Menschen auf beiden Seiten.

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[xrr rating=6/7]